Soziologische Perspektiven: Gesellschaft, Rollen und Beziehungen im Alltag
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Soziologische Perspektive: Grundlagen und Kritik
Die Soziologie wird oft nicht ausreichend studiert, obwohl sie für viele Disziplinen (Soziologen, Wirtschaftswissenschaftler etc.) relevant ist. Das Einzige, was sich ändert, ist die Perspektive. Das Wissen ist fragmentiert und vielfältig.
Kritik an der soziologischen Notwendigkeit
Die Soziologie kann nicht jeden Aspekt abdecken. Nichts ist unantastbar. Peter L. Berger interessiert sich für offizielle und inoffizielle Vorstellungen in der Soziologie.
Die demaskierende Funktion der Soziologie
Jeder trägt eine Maske im Leben; wir müssen diese Masken entlarven. Wenn wir Dinge wirklich verstehen wollen, ist es ein notwendiges Instrument zu lernen, wie die Soziologie funktioniert. Die Soziologie befasst sich nicht nur mit den Merkmalen offener Handlungen und bewusster Wünsche, sondern auch mit den latenten Funktionen von Handlungen, d.h. sie strebt nach tieferem Wissen.
Die relativierende Funktion der Soziologie
Was in einer Zeit wahr ist, muss in einer anderen nicht mehr gelten. Es gibt verschiedene gesellschaftliche Modelle, aber man muss die Durchsetzung von Vorschriften im eigenen Modell akzeptieren und kann es nicht einfach ändern.
Was ist Gesellschaft?
Gesellschaft ist unsere Erfahrung mit den Menschen um uns herum im täglichen Leben. Der Rahmen der Gesellschaft umfasst all unsere Erfahrungen. Es gibt keine Erfahrung, die nicht in irgendeiner Weise sozial ist. Selbst das Träumen ist eine soziale Erfahrung. Dies gilt von der Geburt bis zum Tod: Alle unsere Erfahrungen sind soziale Erfahrungen.
Soziales Handeln und sozialer Status
Soziales Handeln liegt vor, wenn Akteure miteinander interagieren. Um die Bedeutung von Worten zu verstehen, ist es notwendig, Erfahrungen mit anderen zu machen. Dies beeinflusst unsere Möglichkeiten, unser Fühlen und Denken.
Rollentheorie in der Soziologie
In der Gesellschaft spielen wir verschiedene Rollen, nicht nur eine feste (z.B. Lehrer, Eltern). Wir sind wie Schauspieler im Theater der Gesellschaft. Die Rolle ändert sich mit dem Kontext, und jeder weiß, welche Rolle er in jedem Moment zu spielen hat und interpretiert sie.
Die Theorie besagt, dass wir alle Akteure sind, eine Rolle haben und diese in jedem Moment interpretieren. Innerhalb einer Rolle gibt es Regeln. Außerdem haben wir alle Erwartungen, wie andere ihre Rolle spielen sollen; wir erwarten ein bestimmtes gesellschaftliches Verhalten. Damit die Gesellschaft funktioniert, müssen Rollen den Erwartungen entsprechen. Wenn dies nicht der Fall ist, entsteht Konflikt und Ungleichgewicht.
Routine und Überraschung im Alltag
Nicht alle Erfahrungen sind identisch. Es gibt zwei "Idealtypen": Routine und Überraschung. Ein Beispiel für eine Überraschung ist der erste Schultag. Ein Beispiel für Routine ist der tägliche Schulweg. Überraschende Erfahrungen neigen dazu, mit der Zeit zur Routine zu werden. Das Leben besteht aus Routinen und Überraschungen.
Die Rutinisierung von Erfahrungen
Was zunächst als Überraschung wahrgenommen wird, wird mit der Zeit eher zur Routine. Die Rutinisierung ist ein grundlegender Mechanismus für das Funktionieren der Gesellschaft. Dazu gehört die Schaffung von Verhaltensregeln und die Etablierung von Erwartungen.
Rollen, Institutionen und Routinen können sich im Laufe der Zeit ändern. Auch innerhalb einer Gesellschaft gibt es verschiedene Modelle (z.B. Familie). Die Tatsache des Wandels bedeutet jedoch nicht, dass eine Gesellschaft ohne diese Funktionen auskommt.
Persönliche und anonyme Beziehungen
Persönliche Beziehungen sind direkte, wichtige und affektive Beziehungen. Anonyme Beziehungen sind eher funktional. Die Anzahl der persönlichen Beziehungen ist geringer als die der anonymen Beziehungen.
Ein weiterer Bereich, in dem diese Beziehungen sehr wichtig sind, ist der Vergleich zwischen der ländlichen und der städtischen Welt. In der ländlichen Welt kennt man Menschen aus allen Blickwinkeln; in der städtischen Welt kennt man niemanden oder nur aus einem bestimmten Blickwinkel. Das städtische Leben fördert Anonymität.
Persönliche Beziehungen sind durch Offenheit und Nähe gekennzeichnet; in diesen Fällen zeigt man sich, wie man ist.