Spanien unter Alfons XIII. (1902–1931)
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Spanien unter Alfons XIII.: Die ersten Jahrzehnte (1902–1931)
Die Herrschaft von Alfons XIII. basierte auf dem politischen System der Restauration, das durch ein Zweiparteiensystem aus Liberalen und Konservativen geprägt war. Diese wechselten sich durch Wahlmanipulationen der lokalen Machthaber (Caciquismo) an der Regierung ab. Wichtige Regierungschefs waren José Canalejas und Antonio Maura.
Probleme der Ära
- Nationalismus: Das Wiederaufleben des Nationalismus, vor allem in Katalonien.
- Militär: Die Armee reagierte empfindlich auf Kritik nach dem Debakel von 1898 und versuchte, ihr Ansehen wiederherzustellen.
- Marokko-Krieg: Militärische Zusammenstöße zwischen spanischen Truppen und marokkanischen Kräften.
- Arbeiterbewegung: Die Entwicklung der Arbeiterbewegung und die Opposition der Linken. Anarchistischer Terrorismus gegen Arbeitgeber in Barcelona führte zur Bildung bewaffneter Kommandos.
Eine der größten Krisen war die Tragische Woche in Barcelona im Juli 1909, ausgelöst durch die Einberufung von Reservisten für den Marokko-Krieg, was in einen Generalstreik und Aufstand mündete.
Spanien blieb im Ersten Weltkrieg neutral, was wirtschaftliche Vorteile brachte. Im Jahr 1917 kam es jedoch zu einer schweren Krise mit folgenden Erscheinungen:
- Protest der Armee.
- Versammlung von Parlamentariern.
- Ein revolutionärer Generalstreik, der besonders Asturien, Katalonien und das Baskenland betraf.
Die Diktatur von Primo de Rivera (1923–1930)
Alfons XIII. berief Primo de Rivera in die Regierung und löste das Parlament auf.
Ereignisse
- Ende des Marokko-Krieges: Sieg der Spanier mit Unterstützung Frankreichs im Jahr 1927.
- Korporatismus: Einführung eines korporativen Systems, um Streiks und Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu schlichten.
- Katalonien: Soziale Konflikte wurden durch die Einschränkung liberaler Politik gelöst.
Der Sturz von Primo de Rivera erfolgte 1930 durch seine eigene Partei (Patriotische Union).
Wirtschaft und Gesellschaft
- Wirtschaft: Vorherrschaft einer leicht modernisierten Landwirtschaft; Industrialisierung in Katalonien, Madrid und dem Baskenland; Ausbau des Straßennetzes; Entwicklung des Bankwesens; staatlicher Schutz der spanischen Produktion.
- Gesellschaft: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebte in ländlichen Gebieten, im Süden dominierten Tagelöhner. In den Städten florierte die Mittelschicht.
Ende der Herrschaft von Alfons XIII. (1930–1931)
Der Versuch, die verfassungsmäßige Ordnung der Restauration wiederherzustellen, scheiterte, da die Monarchie diskreditiert war. Republikanische Gruppen schlossen sich zusammen, um den König zu stürzen (Pakt von San Sebastián, 1930).
Nach den Kommunalwahlen am 14. April 1931 wurde die Zweite Republik ausgerufen.
Ursachen für den Sturz der Monarchie
- Verbrennung von Kirchen und Klöstern.
- Wahlerfolg der republikanischen Kandidaten.