Spanien in der EU: Integration, Institutionen und Wirtschaft

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Spanien in der Europäischen Union

1 Die Bildung der Europäischen Union

Die Integration Spaniens in die Europäische Union ist eines der wichtigsten historischen und politischen Themen unseres Landes. Nach dem Zweiten Weltkrieg erkannten die westlichen europäischen Staaten die Notwendigkeit, durch stärkere Integration künftige Konflikte zu verhindern. Zu den wichtigsten Etappen gehören:

  • 1948: Gründung der Benelux (Zollunion zwischen Belgien, Niederlande und Luxemburg).
  • 1957: Unterzeichnung des Vertrags von Rom durch Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Deutschland; damit wurde der gemeinsame europäische Markt geschaffen, mit dem Ziel, Zölle und protektionistische Hemmnisse zwischen den Mitgliedstaaten zu verringern.
  • 1967: Durch den Fusionsvertrag wurden die europäischen Gemeinschaften organisatorisch zusammengeführt und die Grundlage für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft gestärkt.
  • 1973: Erste Erweiterung mit dem Beitritt des Vereinigten Königreichs, Irlands und Dänemarks.
  • 1981: Griechenland wurde Mitglied der EWG.
  • 1986: Beitritt von Portugal und Spanien zur Europäischen Gemeinschaft.

Im Jahr 1962 strebte Spanien bereits einen Beitritt an, doch das damalige politische System unter Franco machte einen Beitritt unmöglich. Aus diesem Grund blieb Spanien bis in die 1970er Jahre vorrangig Handelspartner mit Vorzugsbehandlungen. Der politische Übergang und die Einführung demokratischer Institutionen eröffneten neue Perspektiven für die europäische Integration Spaniens.

Dank des Engagements spanischer Politiker, unter anderem Marcelino Oreja, wurden die Verhandlungen für den Beitritt Spaniens vorangetrieben. Die Verhandlungen waren schwierig, aber die Beitrittsurkunde wurde unterschrieben und der Beitritt erfolgte 1986.

Wichtige weitere Etappen der europäischen Integration:

  • 1987: Inkrafttreten der Einheitlichen Europäischen Akte.
  • 1992: Vertrag von Maastricht; die Europäische Gemeinschaft entwickelte sich weiter und führte zur Europäischen Union mit erweiterten Rechten für Personen und Warenverkehr.
  • 1995: Erweiterung um Finnland, Österreich und Schweden.
  • 2002: Einführung des Euro als Bargeld in vielen EU-Ländern.
  • 2004: Erweiterung um zehn Länder: Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Litauen, Lettland, Estland, Zypern und Malta.
  • 2007: Beitritt von Rumänien und Bulgarien; die Europäische Union zählt seither 27 Mitgliedstaaten (Stand nach dem Ausscheiden des Vereinigten Königreichs: 27 Mitglieder).

2 Die Beteiligung Spaniens in den Institutionen der Europäischen Union

Die wichtigsten europäischen Institutionen und die Beteiligung Spaniens lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Rat der Europäischen Union: Das wichtigste Entscheidungsorgan, bestehend aus jeweils einem Minister aus den Mitgliedstaaten; der Vorsitz wechselt alle sechs Monate. Hier wirken die Regierungen der Mitgliedstaaten direkt an der Gesetzgebung mit.
  • Europäisches Parlament: Das legislative Organ, dessen Abgeordnete alle fünf Jahre gewählt werden. Insgesamt gab es historisch 785 Abgeordnete (Zahl kann je nach Vertragslage und Ausscheiden von Staaten variieren); davon sind 54 Abgeordnete spanischer Herkunft. Die Abgeordneten sind nicht nach Staaten, sondern nach Fraktionen organisiert; Sitzungen finden in Straßburg und Brüssel statt.
  • Europäische Kommission: Bestehend aus einem Kommissar pro Mitgliedstaat; der Präsident der Kommission wird von den Regierungen vorgeschlagen und vom Europäischen Parlament bestätigt. Die Kommission hat exekutive Aufgaben, bereitet Initiativen vor und vertritt die Union auf internationaler Ebene.

3 Das wirtschaftliche Gewicht Spaniens in der Europäischen Union

Aus wirtschaftlicher Sicht nimmt Spanien innerhalb der EU eine bedeutende Position ein: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Spaniens rangiert unter den führenden Mitgliedstaaten. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind:

  • Landwirtschaft (intensive Produktion in bestimmten Regionen);
  • Industrie (verarbeitende Industrie und Industrieprodukte);
  • Dienstleistungen, insbesondere der Tourismus, der eine zentrale Rolle in der Außenwirtschaft Spaniens spielt.

Gleichzeitig bestehen strukturelle Herausforderungen wie vergleichsweise geringe Investitionen in Bildung und Forschung im Verhältnis zu einigen anderen EU-Mitgliedstaaten sowie eine hohe Arbeitslosigkeit, die weiterhin politisches Handeln erfordert.

Spanien in einer globalisierten Welt

1 Konzept der Globalisierung und historische Entwicklung

Globalisierung ist ein lang andauernder Prozess der zunehmenden Verflechtung und Vernetzung von Gesellschaften, Märkten und Institutionen auf globaler Ebene. Dieser Prozess wurde durch mehrere historische Entwicklungen beschleunigt:

  • Die Industrielle Revolution förderte technologische und wirtschaftliche Veränderungen, die weltweiten Handel und Produktionsteilung verstärkten.
  • Im 19. Jahrhundert trugen Kolonialismus, Dampfschiffe und Eisenbahnen dazu bei, den Waren- und Informationsfluss über große Entfernungen zu ermöglichen.
  • In den 1970er Jahren, insbesondere nach der Ölkrise von 1973, begann eine neue Phase technologischer und wirtschaftlicher Umstellungen, die durch neue Energieformen, Automatisierung, Robotik und die Entwicklung der Informationstechnologie geprägt wurde.

2 Die Dimensionen des Globalisierungsprozesses

Der Globalisierungsprozess umfasst mehrere miteinander verwobene Dimensionen:

  • Wirtschaftliche Globalisierung: Verbreitung kapitalistischer Modelle, Öffnung von Grenzen und Zunahme internationaler Handelsströme und Kapitalbewegungen.
  • Geopolitische Dimension: Staaten und Institutionen werden zunehmend durch internationale Gremien und Entscheidungen (z. B. G‑7/G‑8, EU-Institutionen) beeinflusst; dies kann nationale Autonomie einschränken.
  • Informationsdimension: Die Entwicklung der Medien und insbesondere des Internets hat die weltweite Verbreitung von Informationen erleichtert und beschleunigt.
  • Kulturelle Dimension: Es kommt zu einer Standardisierung und Verwestlichung kultureller Elemente, aber auch zu kultureller Hybridisierung.
  • Bevölkerungsbewegungen: Migration in stärker entwickelte Regionen nimmt zu und verändert demografische und soziale Strukturen.
  • Umwelt: Globale Umweltprobleme erfordern kollektive Lösungen über nationale Grenzen hinweg.
  • Ungleichheit: Durch die Globalisierung werden sowohl Chancen als auch Ungleichheiten verstärkt; dies hat soziale Spannungen erzeugt.

Der Prozess hat auch kritische Reaktionen hervorgerufen: Es existieren anti-globalisierungsbewegungen, die die Ungerechtigkeiten anprangern, bei denen vor allem wohlhabende Akteure profitieren. Die Aktionsformen sind vielfältig: von Protesten bis zu alternativen Foren. Ein Beispiel für koordinierte Gegenöffentlichkeit ist das 2001 gegründete Weltsozialforum in Porto Alegre, das als Plattform für kritische Debatten und Netzwerke dient.

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