Spanien: Krise des Ancien Régime und Unabhängigkeitskrieg

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Krise des Ancien Régime und die Revolution (1800–1814)

Ancien Régime: Die Epoche vor der Französischen Revolution.

Struktur der Gesellschaft

  • Absolute Monarchie: Der König vereint alle Befugnisse, legitimiert durch Gottesgnadentum.
  • Ständegesellschaft: Die Gesellschaft ist in privilegierte und nicht privilegierte Stände unterteilt.
  • Privilegierte: Adel und hoher Klerus (steuerbefreit).
  • Nicht Privilegierte: Bauern, Bürgertum und niederer Klerus (steuerpflichtig).

Wirtschaft und politische Lager

  • Herrschaftliche Wirtschaft: Der Landbesitz konzentrierte sich in den Händen des Adels.
  • Absolutisten: Anhänger des alten Regimes (Adel und hoher Klerus).
  • Liberale: Befürworter eines Systemwechsels (Bauern und Bürgertum).

Der Weg in den Konflikt

Karl IV. war der letzte absolute Monarch Spaniens, stand jedoch unter dem Einfluss seines Günstlings Godoy. Durch den Vertrag von Fontainebleau ermöglichte Godoy den Durchzug französischer Truppen unter Napoleon, was zur faktischen Besetzung Spaniens führte. Soziale Unruhen, Epidemien und steigende Brotpreise führten 1808 zur Meuterei von Aranjuez. Karl IV. dankte zugunsten seines Sohnes Ferdinand VII. ab. Napoleon erzwang jedoch in Bayonne die Abdankung beider zugunsten seines Bruders Joseph I. Dies löste den Volksaufstand vom 2. Mai 1808 und den Unabhängigkeitskrieg (1808–1814) aus.

Der Spanische Unabhängigkeitskrieg

  • 1. Phase (Mai – Oktober 1808): Die französische Armee scheitert an der Eroberung der Iberischen Halbinsel. Die Niederlage in der Schlacht von Bailén zwingt Joseph I. zum Rückzug.
  • 2. Phase (Oktober 1808 – Juli 1812): Phase der französischen militärischen Hegemonie.
  • 3. Phase (Juli 1812 – 1814): Massive Offensive der Alliierten. Entscheidende Siege in der Schlacht bei Arapiles (Salamanca), der Schlacht von Vitoria und der Schlacht von San Marcial. Der Krieg endete mit dem Vertrag von Valençay, in dem Napoleon Ferdinand VII. als König anerkannte.

Politische Revolution und die Verfassung von 1812

Während des Krieges wurden zur Koordination die Cortes von Cádiz (1810) einberufen. Die Abgeordneten vertraten unterschiedliche Strömungen:

  • Absolutisten: Festhalten an der absoluten Monarchie.
  • Liberale: Souveränität liegt beim Volk (Cortes).
  • Gemäßigte: Teilung der Macht zwischen König und Cortes.

Die Verfassung von 1812 („La Pepa“)

Die Liberalen setzten sich durch und verabschiedeten die erste Verfassung:

  • Nationale Souveränität: Die Macht geht vom Volk aus.
  • Gewaltenteilung: Exekutive (König), Legislative (Cortes) und Judikative (Gerichte).
  • Rechte: Anerkennung individueller Freiheiten.
  • Religion: Katholizismus als offizielle Staatsreligion.
  • Reformen: Einführung des allgemeinen Wahlrechts, Schaffung einer nationalen Miliz, Abschaffung der Inquisition und der Zünfte.

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