Spanien: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im späten 19. Jh.
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Politische, wirtschaftliche und soziale Aspekte des späten 19. Jahrhunderts
Politik
Die Glorreiche Revolution (La Gloriosa) verursachte den Sturz von Isabel II und die Verbannung der königlichen Familie. Sie leitete einen sechsjährigen Zeitraum progressiver Regierungen ein, die sich demokratischen Rechten und Arbeitsreformen widmeten und auch fiskalische Reformen durchführten. Amadeo von Savoyen wurde zum König gewählt, doch seine Herrschaft war kurz. Später wurde die Erste Republik ausgerufen, doch das Unbehagen jener Zeit führte zur Rückkehr der Monarchie.
Der Staatsstreich von Pavía leitete die Wiederherstellung der Monarchie in der Person Alfons XII. ein. Alfons XII. starb; während der Regentschaft von Königin Christina wartete das Land auf den künftigen König Alfons XIII., der als Kind war und dessen Thronfolge die politische Lage prägte. Man versuchte, Überparteilichkeit zu etablieren; liberale und konservative Regierungen wechselten sich ab. Der Staat blieb zentralisiert, während Provinzen und ländliche Gebiete von einer oligarchischen Schicht dominiert wurden. Die lokalen Mächte, die sogenannten caciques, unterstützten die Kontrolle und simulierten oft betrügerische Wahlen.
Wirtschaft
Stärkung des Wachstums der Städte und des Eisenbahnnetzes durch die Konsolidierung des liberalen Staates und den Triumph der Bourgeoisie. Die Industrialisierung und die Erweiterung der Infrastruktur förderten urbanes Wachstum. Mittelklassefamilien genossen in vielen Fällen Luxus und Prunk.
Soziales
Arbeiterorganisationen entstanden, darunter sozialistische und anarchistische Gruppen, die die sozialen Konflikte jener Zeit kanalisierten und forderten.
Ideologische und kulturelle Aspekte
Die Strömung des Krausismus war kulturell und pädagogisch besonders relevant. Es entstanden Institutionen wie die Institución Libre de Enseñanza, gegründet von Francisco Giner de los Ríos. Die Bewegung begann teils positivistisch, blieb jedoch in Pädagogik und Recht von krausistischen Ideen geprägt.
Bemerkenswert war auch die außerordentliche Entwicklung des Journalismus und der Literaturkritik; Reporter und Kritiker trugen zur Verbreitung und zur Debatte um den Naturalismus bei.
Merkmale des realistischen Romans
Detaillierte Beschreibungen und Dokumentation
Die Autoren nutzten realistische Beobachtung und Dokumentation, um die Wirklichkeit wiederzugeben. Beschreibungen von Orten, Menschen und Gegenständen dienten einer funktionalen Begründung der erzählten Welt.
Sprache
Es wurde eine geographische Vielfalt an sprachlichen Merkmalen verwendet, um der sozialen Lage und der erzählten Welt Rechnung zu tragen. Die Dialoge dienten zur Darstellung von Lebenswelt und insbesondere zur Charakterisierung der Figuren.
Themen, Handlung und Figuren
Der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft ist ein zentrales Thema und verweist auf den Widerspruch zwischen Gesellschaft und Natur. Das Individuum steht oft der Gemeinschaft gegenüber und tritt in der Regel als gedrückte oder unterlegene Gestalt auf. Im realistischen Roman ist die Verbindung zwischen Geschichte und Privatleben wichtig. Sowohl städtische als auch ländliche Schauplätze spielen eine große Rolle, und die Erzählung beobachtet häufig eine chronologische Zeitlichkeit.
Werke und Erzählungen Valeras
Valeras Erzählungen zeichnen sich durch die Schaffung von Schönheit und Lesefreude aus. Ein häufiges Thema ist die Liebe und die Auseinandersetzung mit dem Gegensatz von Alt und Jung beziehungsweise mit Generationenkonflikten. Viele Geschichten spielen in Córdoba; bei der Darstellung ländlicher Gebiete werden Sitten und Traditionen besonders berücksichtigt.
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