Spaniens Geschichte: Vom Erbfolgekrieg bis zur Aufklärung

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Der Spanische Erbfolgekrieg und die Bourbonen

Nach dem Ende der Habsburger-Linie und dem Tod Karls II. ohne Nachkommen entstand ein Nachfolgeproblem, das zum Spanischen Erbfolgekrieg führte. In diesem standen sich die beiden Thronanwärter Philipp von Anjou und Erzherzog Karl gegenüber, die von verschiedenen europäischen Mächten unterstützt wurden, was den Konflikt internationalisierte. Der Triumph von Philipp V. führte nach französischem Vorbild zu einer Reorganisation des Staates mit politischer und administrativer Zentralisierung. Durch die Dekrete der Nueva Planta verschwanden die eigenen politischen Institutionen der verschiedenen Provinzen (Cortes, Provinzialräte, Justiz), mit Ausnahme des Baskenlandes und Navarras. Lediglich die Zivilgerichte überlebten in einigen Regionen wie Aragonien. Die Bourbonen schufen eine einheitliche politisch-administrative Struktur, basierend auf dem Modell von Kastilien, welche die absolute Monarchie begünstigte.

Reconquista und die christliche Wiederbesiedlung

Die christliche Rückeroberung (Reconquista) und das Vordringen der christlichen Heere auf muslimisches Territorium wurden von einer Kolonisationsbewegung begleitet, die neue soziale, politische und administrative Strukturen schuf. In einigen Gebieten blieb die muslimische Bevölkerung (Mudenjaren) dank großzügiger Kapitulationsbedingungen bestehen. Ein Teil des Landes wurde dem Adel, den militärischen Orden oder großen Räten übertragen, die an der Eroberung teilgenommen hatten. In bestimmten Grenzgebieten wurden Besiedlungsbriefe (Cartas de Población) und Privilegien gewährt, um Anreize für die Bevölkerung zu schaffen. Diese legten den Zugang zu Land, Franchising und Grundregeln für das städtische Leben fest. Die Gerichtsbarkeiten (Fueros) waren Rechtsinstrumente, die Monarchen über das lokale Leben ausstellten. In Aragonien gab es ab 1247 einen Vereinigungsprozess, der in den Observancias de Aragón mündete. Die Erörterung dieser Wiederbesiedlung kann sich dabei sowohl auf Aragonien als auch auf ganz Spanien beziehen.

Der Niedergang der spanischen Hegemonie

Während der Herrschaft von Karl I. und Philipp II. war die Vorherrschaft Spaniens in Europa und dem Mittelmeerraum fest etabliert. Die Regierungszeit von Philipp III. schien noch friedlich, doch unter Philipp IV. wurde der Rückgang in Europa zur Tatsache. Spanien sah sich mit Aufständen in Katalonien und Portugal konfrontiert. International markierten die Misserfolge im Dreißigjährigen Krieg das Ende der Hegemonie der Habsburger. Die Niederlande, Dänemark, England, Schweden und später Frankreich wurden zu Rivalen Spaniens. Der Westfälische Friede (1648) erkannte das Recht der deutschen Fürsten auf Religionswahl sowie die Unabhängigkeit der Niederlande an. Im Pyrenäenfriede (1659) endete der Krieg mit Frankreich, wobei Roussillon, Cerdanya und Teile der Niederlande abgetreten wurden. Dies markierte das Ende der spanischen Vorherrschaft auf dem Kontinent zugunsten Frankreichs, während die Meere fortan von den Holländern und Engländern beherrscht wurden.

Die Aufklärung und Reformbestrebungen in Spanien

Die Einführung der aufgeklärten Ideen in Spanien verlief langsam und spät, was am Fehlen einer prosperierenden Mittelschicht sowie am Widerstand kirchlicher und adeliger Sektoren lag. Eine kleine Gruppe von Intellektuellen prägte diese Ära:

  • Feijoo
  • Campomanes
  • Jovellanos
  • Aranda
  • Olavide
  • Floridablanca

Diese Denker analysierten die Probleme der Nation und schlugen Reformen vor, um die Rückständigkeit des Landes zu überwinden. Aus diesem Kern entwickelte sich später das liberale Denken des 19. Jahrhunderts. Die Aufklärer kritisierten die Kirche, wünschten sich jedoch eine strengere religiöse Praxis und verteidigten das Recht des Königs, in kirchliche Angelegenheiten einzugreifen (Regalismus). Zu ihren Hauptanliegen gehörten Bildung und Kultur, da nur so die Rückständigkeit überwunden werden könne. Sie forderten einen nützlichen, praktischen Unterricht, der offen für neue Wissenschaften war. Auch die wirtschaftliche Lage besorgte sie: Sie kritisierten die Dominanz des aristokratischen und kirchlichen Eigentums, die übermäßige staatliche Kontrolle und den Mangel an technischen Entwicklungen. Die Aufklärung hinterfragte die Privilegien des Adels und verteidigte die Würde des Handwerks.

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