Spaniens Übergang: Francos letzte Jahre und der Weg zur Demokratie
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Die Spätphase des Franco-Regimes (1960er-1970er)
Das Hauptanliegen des Regimes in seinen späteren Jahren war es, den Weg für die Kontinuität nach dem Tod des Caudillo zu ebnen. Doch es stieß auf den Widerstand der demokratischen Opposition, die immer mächtiger wurde. Es war eine Zeit der ständigen Mobilisierung zugunsten der Demokratie. Angesichts dessen war das Regime nur noch in der Lage, seine Kräfte zu konsolidieren.
Widerstand und Repression
Streiks vervielfachten sich. Die Kirche drückte 1973 ihre fortschreitende Entfremdung deutlich aus. Die spanischen Universitäten lebten ab 1964 in ständigem Protest, da sie den Mangel an demokratischer Legitimität des Franco-Regimes anprangerten. Das Regime reagierte darauf mit polizeilicher und justizieller Repression. Die Relevanz der demokratischen Opposition zeigte sich deutlich bei einem Exil-Treffen in München 1962, an dem führende Persönlichkeiten der Opposition teilnahmen.
Regierungsreaktionen und das Organische Gesetz
Die Regierung reagierte mit der Schaffung von Sondergerichten für politische Verbrechen. Darüber hinaus wurde 1966 das Organische Gesetz des Staates (Ley Orgánica del Estado) verabschiedet, das das spanische politische Regime als „organische Demokratie“ definierte. Diese „organische Demokratie“ sollte das Volk nicht durch Individuen, sondern durch Institutionen wie die Familie repräsentieren.
ETA, Burgos-Prozess und Francos Ende
In den späten 1960er Jahren eskalierte die Aktivität der ETA. Im Dezember 1970 fand in Burgos ein Kriegsgerichtsverfahren gegen mehrere ETA-Mitglieder statt, für die die Todesstrafe beantragt wurde. Das Baskenland erlebte eine allgemeine Mobilisierung in Form von Streiks, Demonstrationen und Versammlungen. Die Protestaktionen verbreiteten sich in ganz Spanien. Der Staat reagierte mit der Erklärung des Notstands und der Organisation einer weiteren großen Demonstration zur Unterstützung Francos. Am Ende wurden die Todesurteile umgewandelt. Ein tragisches Ereignis...
Die Ermordung Carrero Blancos
Am 20. Dezember 1973 verschwand mit der Ermordung von Carrero Blanco die Schlüsselfigur für die Kontinuität des Franco-Regimes.
Francos Tod und sein Vermächtnis
Franco kehrte zurück, um seine unerschütterlichen Positionen zu bekräftigen, und ernannte Arias Navarro an die Spitze der Regierung. Franco selbst starb am 20. November 1975. Seine letzten Äußerungen spiegelten seine politischen Ideale wider: Katholizismus, Patriotismus, Autoritarismus, mangelndes Verständnis für die Ideen von Demokratie und Freiheit sowie eine vollständige Identifikation zwischen Spanien und seiner Person. Mit dem Tod des Caudillo endete die längste Diktatur in der zeitgenössischen Geschichte Spaniens, was den Weg für neue Möglichkeiten und eine klare Transformation des Landes ebnete.