Spaniens Weg zur Demokratie: Das Gesetz zur Politischen Reform
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Das Gesetz zur Politischen Reform (LPR)
Das Gesetz zur Politischen Reform (LPR) basierte auf mehreren grundlegenden Prinzipien:
- Souveränität des Volkes und gleiche politische Rechte für alle Bürger über 21 Jahre.
- Rechtsstaatlichkeit.
- Ein Zweikammersystem.
- Vorrang der Grundrechte.
- Das allgemeine Wahlrecht.
- Politischer Pluralismus zur Vorbereitung der ersten allgemeinen Wahlen nach Francos Diktatur.
Das Gesetz sah auch ein Zweikammersystem vor: Der Kongress sollte 350 Abgeordnete umfassen, die für eine Legislaturperiode von vier Jahren durch ein Proportionalwahlsystem gewählt wurden. Der Senat sollte hingegen durch ein Mehrheitswahlsystem gewählt werden, wobei der König das Recht hatte, einen Teil der Senatoren zu ernennen.
Vorbereitung der ersten demokratischen Wahlen
Dieses Gesetz, das im Januar 1977 verabschiedet wurde, ebnete den Weg für die Wahlen im Juni desselben Jahres. In dieser Zeit mussten mehrere wichtige Schritte unternommen werden:
- Die Integration der politischen Klasse und die Etablierung des politischen Pluralismus, um die Abhaltung von Wahlen zu ermöglichen.
- Die Regierung Suárez förderte im Januar Gesetzesreformen zur Demokratisierung, darunter ein Gesetz über Vereinigungen, das die Legalisierung politischer Parteien ermöglichte.
- Im Winter 1977 wurde eine gesetzliche Regelung entwickelt, die die Provinz als grundlegendes Wahlkreiskriterium festlegte und eine Mindestbarriere einführte. Für den Kongress wurden geschlossene und blockierte Listen erstellt. Im Senat gab es ein Mehrheitswahlsystem mit reduziert offenen Listen, wobei pro Provinz vier Senatoren gewählt wurden.
- Dies waren die grundlegenden Regeln für die ersten Wahlen, an denen zahlreiche politische Gruppierungen teilnahmen.
Der Übergang nach Francos Tod
Im Franco-Regime waren alle Gewalten, einschließlich der Legislative (Cortes), in der Hand des Staatsoberhauptes konzentriert und von dessen Willen abhängig. Der Wendepunkt für die Abkehr von dieser Verfassungsordnung war der Tod des ehemaligen Staatsoberhauptes.
General Franco starb am 20. November 1975. Am 22. desselben Monats wurde König Juan Carlos, der während des Regimes als Nachfolger im Erbrecht ernannt worden war, zum Staatsoberhaupt proklamiert. Er signalisierte einen Geist der Offenheit, während Carlos Arias Navarro weiterhin Ministerpräsident war.
Die spanische Transition: Ein friedlicher Wandel
Die Transition ist ein Prozess des Übergangs von einem autoritären Regime zu einem demokratischen Rechtsstaat, der in Spanien mit der Verfassung von 1978 abgeschlossen wurde. Dieser Übergang gilt als Modell einer friedlichen Transformation von einer Diktatur zu einer Demokratie. Die Transformation von der Diktatur zur Demokratie erfolgte formal auf der Grundlage der Franco-Rechtmäßigkeit, die rechtlich umgewandelt wurde, um eine demokratische Öffnung zu ermöglichen.
Adolfo Suárez und die Verabschiedung des LPR
Ein erster wichtiger Schritt war der Wechsel an der Spitze des Ministerrates: Carlos Arias Navarro wurde durch Adolfo Suárez ersetzt, der zuvor Generalsekretär der Nationalen Bewegung (der Einheitspartei des Regimes) war.
Suárez übernahm die Regierungsverantwortung, und seine Regierung förderte die Verabschiedung des Gesetzes zur Politischen Reform (Gesetz 1/1977 vom 4. Januar) durch die Franco-Cortes. Dieses Gesetz wandelte die Franco-Rechtmäßigkeit in eine demokratische um. Es wurde vom Parlament verabschiedet und als einer der Mechanismen der demokratischen Legitimität einem Volksentscheid am 15. Dezember 1976 unterzogen.
Erfolg des Referendums und Bedeutung des LPR
Das Gesetz erhielt im Volksentscheid eine überwältigende Zustimmung von 94 % der Stimmen, bei einer Enthaltung von 28 %. Das Gesetz zur Politischen Reform gilt somit als der erste grundlegende Schritt des neuen demokratischen Regimes in Spanien.