Spaniens Weg nach Europa: NATO-Beitritt und Integration
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Spaniens internationale Integration: NATO und Europa
Während der Übergangszeit dominierte die Innenpolitik gegenüber der Außenpolitik. In der Realität bedeutete für die Mehrheit der Spanier die Demokratisierung gleichzeitig eine Europäisierung und die Anerkennung durch den Westen.
Kontinuität in der Außenpolitik
Sowohl in der Zeit des Übergangs als auch in der späteren Phase der sozialistischen Regierung gab es eine notwendige Kontinuität in der außenpolitischen Planung. Unter Arias Navarro war die Bedeutung der Außenpolitik zunächst minimal. Doch die beiden Reisen des Königs nach Europa und in die USA trugen dazu bei, Erwartungen zu wecken, und hatten einen positiven Einfluss auf wichtige politische und interne Initiativen.
Eine bedeutende außenpolitische Geste war der Verzicht des Königs auf das Privileg der Einmischung bei der Ernennung von Bischöfen, worum der Papst schon lange gebeten hatte.
Die Ära von Adolfo Suárez
In der Ära von Adolfo Suárez bestand die Außenpolitik in der Normalisierung der internationalen Beziehungen Spaniens. Im Januar 1979 wurden vier Abkommen (Konkordate) zwischen dem Staat und der Kirche unterzeichnet. In den ersten vier Monaten kam es zudem zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Spanien und allen Ländern Osteuropas. Im Mai 1982 wurde ein neues Abkommen mit den USA erzielt.
Priorität: Der Europäische Gemeinsame Markt
Der Eintritt in den Gemeinsamen Europäischen Markt war die dringendste Priorität der jungen spanischen Demokratie; er war das logische Korrelat zur politischen Transformation des Landes. Der Antrag auf Aufnahme von Verhandlungen erfolgte unmittelbar nach den Wahlen von 1977. Anfang 1978 wurde Leopoldo Calvo-Sotelo zum Minister ohne Geschäftsbereich für diese Angelegenheit ernannt.
Die Integration war ein zentrales Thema für Spanien, da das Land zu diesem Zeitpunkt die Hälfte seiner Exporte nach Europa verkaufte und die Hälfte seiner Importe (ohne Öl) von dort bezog. Doch die Verhandlungen wurden durch unterschiedliche Interessen erschwert, insbesondere im Fall von Frankreich.
NATO-Beitritt unter Calvo-Sotelo
Die Machtübernahme von Calvo-Sotelo markierte eine stärkere Westorientierung der spanischen Außenpolitik. Der Antrag auf NATO-Mitgliedschaft im Juni 1981 brach den bestehenden außenpolitischen Konsens. Die Entscheidung von Calvo-Sotelo war jedoch unumkehrbar, trotz des Widerstands der Sowjetunion.
Der Vorschlag wurde von der UCD sowie katalanischen und baskischen Nationalisten unterstützt. Die Opposition der PSOE war jedoch so hart und geschlossen, dass dies zur Schwächung der Regierung beitrug.