Spanisch-amerikanischer Roman und Kurzgeschichte
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Den spanisch-amerikanischen Roman und die Kurzgeschichte
Sein Erwachen führte zu einer größeren Erneuerung; man überlegte, wie sich dieses Genre in den Rest der Welt einfügt. Bis in die vierziger Jahre hinein verlief der spanisch-amerikanische Roman und die Kurzgeschichte oft entlang des costumbrista-Realismus. Während dieser Jahre traten folgende thematische Tendenzen hervor:
Wichtige thematische Tendenzen
- Roman der Erde ("Novel of the Earth"): Beschreibt die amerikanische Natur in all ihrer Pracht; viele Geschichten handeln von der Klage der Natur gegenüber den Menschen, die sie bewohnen. Ein bekanntes Beispiel ist Doña Bárbara.
- Roman der Indigenen ("Roman Indiens"): Zentrales Thema ist die Ungerechtigkeit, die der weiße Mann in indigenen Gesellschaften verursacht. Beispiele erscheinen etwa in Werken wie "Die Welt ist groß und andere".
- Politischer Roman: In diese Gruppe fallen Romane über die mexikanische Revolution und ähnliche politische Umbrüche, beispielsweise Werke, die sich mit sozialen Konflikten und Revolution beschäftigen (siehe auch das im Text genannte 'unten').
Veränderungen 1945–1960
Zwischen 1945 und 1960 entwickelte sich die lateinamerikanische Erzählkunst weiter; neue Merkmale unterscheiden den Roman dieser Zeit von dem davor. Diese Veränderungen stammen aus einer neuen Vorstellung von Welt und Leben.
Die wichtigsten Änderungen waren:
- Neue Fragestellungen, die städtische und zeitgenössische menschliche Probleme integrieren.
- Einführung von Fantastik und dem Irrationalen, was später zum magischen Realismus führt.
- Abkehr von der realistischen Ästhetik des 19. Jahrhunderts und Hinwendung zu neuen narrativen Techniken.
Der Roman der sechziger Jahre
Magischer Realismus
Die große Erneuerung in der lateinamerikanischen Fiktion begann in den 60er Jahren. Die Themen dieser Zeit lassen sich nicht leicht zusammenfassen; prominent sind jedoch die existentielle Krise des Individuums, der Diktator und die Auseinandersetzung mit der spanischen bzw. kolonialen Geschichte. In dieser Zeit erschienen eine Reihe herausragender Romane, insbesondere One Hundred Years of Solitude (Cien años de soledad), die den Boom der lateinamerikanischen Literatur maßgeblich prägten.
Neuere Romane seit den 1970er Jahren
Ab den siebziger Jahren veröffentlichten weiterhin Autoren und widmeten sich verschiedenen Strömungen. Die folgende Aufzählung ist nur ein Auszug aus der großen Liste kultureller Schaffender und ihrer Werke. Die Erzählungen dieser Jahre reduzierten teilweise die technische Komplexität früherer Arbeiten, um Romane zu schaffen, die den Leser leichter zugänglich machen.
Bekannte Titel und Autoren dieser Zeit sind unter anderem: Love in the Time of Cholera von Gabriel García Márquez und Three Trapped Tigers von Guillermo Cabrera Infante.
Die hispanische Kurzgeschichte
Die Kurzgeschichte wurde in Lateinamerika seit den vierziger Jahren bis in die Gegenwart als Genre umfassend gepflegt. Aus den sechziger Jahren und bis heute stammen zahlreiche Erzählungen; die Kurzgeschichten der Erzähler des lateinamerikanischen Booms wurden trotz der Bedeutung ihrer Romane oft weniger beachtet. Einer der führenden Innovatoren des Genres ist Julio Cortázar, der in seinen Erzählungen eine komplexe Wirklichkeit zeigt.