Spanische Barockliteratur: Quevedo und Góngora
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Die Dichtung des Barock
Conceptismo
Der Conceptismo legt den Fokus auf Inhalt, Witz und das Spiel mit Ideen oder Konzepten. Er zeichnet sich durch eine elliptische Sprache und Poesie aus, vor allem in der Prosa. Wichtige Vertreter sind Francisco de Quevedo und Baltasar Gracián.
Culteranismo
Der Culteranismo konzentriert sich auf den Ausdruck und die formale Brillanz. Er verwendet einen kultivierten Wortschatz voller Latinismen, Neologismen, Hyperbata und mythologischer Anspielungen. Diese Stilrichtung findet sich hauptsächlich in der Dichtung. Ihr Hauptvertreter ist Luis de Góngora.
Francisco de Quevedo (1580–1645)
Quevedos Dichtung ist umfangreich und behandelt viele verschiedene Themen und Schattierungen. Sie wird üblicherweise in drei Gruppen eingeteilt:
- Liebesgedichte
- Satirische und burleske Gedichte
- Metaphysische und religiöse Gedichte
Die metrischen Formen sind vielfältig, wobei das Sonett vorherrscht, aber auch Silvas, Terzette, Dezimen, Romanzen usw. verwendet werden.
Prosawerke von Quevedo
- Schelmenroman: El Buscón
- Satirisch-moralische Werke: Sueños y discursos
- Politische Werke: Política de Dios
- Philosophische und asketische Werke: z. B. La cuna y la sepultura
- Religiöse Werke: z. B. Vida de San Pablo Apóstol, Vida de Santo Tomás de Villanueva
- Literarisch-kritische Werke: z. B. La aguja de navegar cultos
Luis de Góngora (1561–1627)
Góngora schuf eine brillante, kultivierte und elitäre Dichtersprache. Er entwickelte eine sehr sinnliche poetische Ästhetik, die Themen und Stile der Renaissance-Dichtung aufgriff und weiterentwickelte.
Dichtung von Góngora
- Populäre Gedichte: Weniger kunstvoll und von volkstümlichem Charakter. Hervorzuheben sind Romanzen und Letrillas. In diesen Kompositionen verschmelzen Tradition und die Besonderheiten des Culteranismo.
- Kultivierte Gedichte: Hierzu zählen etwa zweihundert Sonette mit vielfältigen Themen (Liebe im Sinne des Carpe Diem, burleske, autobiografische und das Thema der Enttäuschung). Zu seinen Hauptwerken gehören:
- Die Fabel von Polyphem und Galatea (Fábula de Polifemo y Galatea): Ein mythologisches Gedicht, das die Liebesgeschichte des Zyklopen Polyphem und der Nymphe Galatea erzählt.
- Die Einsamkeiten (Soledades): Geplant als eine Ode an die Natur in vier Teilen.
Stilmerkmale
Góngoras kultivierte Dichtung gilt als komplex. Er steigert die sprachlichen Mittel maximal:
- Reichlicher Gebrauch von Kultismen
- Anhäufung von lexikalischen und syntaktischen Verschönerungen
- Kühne Metaphern
- Fülle von mythologischen Anspielungen
- Periphrasen und Hyperbeln