Spanische Dichter der Generation von '27: Ein Überblick
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Pedro Salinas
Geboren 1892 in Madrid, gestorben 1951 in Boston.
Seine Poesie ist sehr einfach, mit einer schlichten Metrik und dem Verzicht auf Reime in fast all seinen Gedichten. Er begann mit avantgardistischer und reiner Poesie, gilt jedoch als der große spanische Dichter der Liebe. Seine wichtigsten Bücher sind „La voz a ti debida“ und „Razón de amor“.
Jorge Guillén
Geboren in Valladolid, widmete er sich der Hochschulbildung. Er kehrte nach Spanien zurück und starb 1984.
Er ist der wichtigste Vertreter der reinen Poesie und hat nur drei Bücher veröffentlicht:
- Cántico (Gesang): Ein sehr fröhliches Buch, das die Freude an der Welt erklären soll.
- Clamor: Gedichte über soziale Ungerechtigkeiten.
- Homenaje (Tribut) und andere Gedichte: Ein kleineres Buch mit Gedichten, die bedeutenden Persönlichkeiten gewidmet sind.
Gerardo Diego
Geboren 1896 in Santander, gestorben 1987 in Madrid.
Er widmete sein Leben der Universität und dem Journalismus. Er war der Autor, der die wenigsten Probleme mit dem Regime hatte und einer der drei, die nicht aus Spanien verbannt wurden. Sein Werk ist sehr vielfältig und deckt verschiedene poetische Linien ab:
- Bécquer-ähnliche Poesie: Beginnt mit „Balada de la novia“ (Ballade der Braut).
- Avantgarde (Kreationismus): „Imagen“ (Bild).
- Traditionelle Poesie: „Versos humanos“ (Menschliche Verse), „Soria“.
Dámaso Alonso
Geboren 1898 in Madrid, gestorben 1990 in Madrid.
Er war viele Jahre Präsident der RAE (Real Academia Española). Es gibt große Unterschiede zwischen den Büchern, die er veröffentlichte. Er begann mit reiner Poesie: „Poemas puros, poemillas de la ciudad“ (1925). Sein zweites und wichtigstes Buch, „Hijos de la ira“ (Kinder des Zorns) (1944), gehört zur entwurzelten Poesie – eine Poesie von Autoren, die keine Anhänger des Regimes waren und Gesellschaftskritik übten. Ab den 60er Jahren wandte sich Dámaso einer religiösen und existenziellen Poesie zu, wie in „Oscura noticia“ (Dunkle Nachricht).
Vicente Aleixandre
Geboren 1898 in Sevilla, gestorben 1984 in Madrid.
Er ist ein weiterer der Autoren, die nach dem Krieg in Spanien blieben. 1977 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Er ist vor allem ein Vertreter des Surrealismus. Beispiele für seine Werke sind:
- „Ámbito“ (Umfang): Bécquer-ähnliche Gedichte
- „Historia del corazón“ (Geschichte des Herzens): Soziale Poesie
- „La destrucción o el amor“ (Zerstörung oder Liebe) und „Sombra del paraíso“ (Schatten des Paradieses): Beispiele für den Surrealismus und eine angstvolle Poesie.
Luis Cernuda
Geboren 1902 in Sevilla, gestorben 1963 in Mexiko.
Er war Universitätsprofessor und Lektor an englischen Universitäten. Er fühlte sich stets von anderen gekränkt, und seine gesamte Poesie handelt von der Unmöglichkeit, glücklich zu sein. Am Ende fasste er seine gesamte Dichtung in einem Buch zusammen: „La realidad y el deseo“ (Die Wirklichkeit und das Verlangen).
Federico García Lorca
Geboren 1898 in Fuentevaqueros (Granada), ermordet 1936.
1919 zog er in die Residencia de Estudiantes, wo er die anderen Autoren seiner Generation traf. 1929 reiste er mit einem Stipendium nach New York. Nach seiner Rückkehr widmete sich Lorca dem Theater und reiste mit seiner Straßentheatergruppe „La Barraca“. Im August 1936 wurde er von Falangisten verhaftet und ermordet.
Sein Werk entwickelte sich in Phasen:
- Er begann mit einer sehr Bécquer-ähnlichen, modernistischen Poesie: „Libro de poemas“ (Buch der Gedichte).
- 1924–1927 wechselte er zu einer traditionelleren Poesie, gemischt mit Surrealismus: „Poema del cante jondo“ und „Romancero gitano“ (Zigeunerromanzen).
- „Poeta en Nueva York“ (Dichter in New York): Ein vollständig surreales Buch, das er während seines Aufenthalts in New York schrieb.
- Nach seiner Rückkehr nach Spanien schrieb er weiterhin traditionalistische Poesie: „Llanto por Ignacio Sánchez Mejías“ (Klage um den Tod von Ignacio Sánchez Mejías) und „Sonetos del amor oscuro“ (Sonette der dunklen Liebe).
Rafael Alberti
Geboren 1902 in El Puerto de Santa María (Cádiz), gestorben 1998.
Er zog bald nach Madrid in die Residencia de Estudiantes. Neben seiner Tätigkeit als Dichter war er auch Maler. Er war Mitglied der Kommunistischen Partei und kämpfte im Krieg. Er wurde nach Argentinien und Italien verbannt und kehrte nach Francos Tod nach Spanien zurück.
Sein Werk lässt sich in mehrere Phasen einteilen:
- Zuerst schrieb er populäre/andalusische Poesie: „Marinero en tierra“ (Seemann an Land).
- Danach folgte eine Reihe von Büchern, die Avantgarde und Klassik mischen: „Cal y canto“.
- Sein wichtigstes Buch ist das surreale Werk „Sobre los ángeles“ (Über die Engel).
- Nach dem Krieg schrieb er in seiner letzten Phase politische Poesie.