Spanische Eisenbahn: Krise, Entwicklung und Wirtschaftseffekt
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Entwicklung der spanischen Eisenbahngesellschaften (1844–1864)
In diesen zwanzig Jahren entstanden zahlreiche Eisenbahngesellschaften. Die wichtigsten davon waren überwiegend französisch dominiert. Die größte unter ihnen war jedoch die Sevilla-Jerez-Cádiz. Daneben existierten noch andere, meist spanische Gesellschaften.
Die Krise von 1866 und ihre Folgen
Ab dem Jahr 1864 wurden die Gewinnerwartungen stark enttäuscht. Die Einnahmen reichten oft nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken oder gar das investierte Kapital zurückzuzahlen.
Als im Jahre 1866 eine schwere Wirtschaftskrise eintrat, führte das Scheitern der Eisenbahn zum Zusammenbruch des Bankensystems.
Ökonomische Kopplungen: Rückwärts- und Vorwärtswirkungen
Die ökonomischen Auswirkungen der Bahnverbindungen werden in zwei Kategorien unterschieden:
- Rückwärtskopplungen (Backward Linkages): Die stimulierende Wirkung auf die Industrie, welche die Bahn beliefert (z. B. Eisen, Stahl, Maschinen).
- Vorwärtskopplungen (Forward Linkages): Die Beiträge des Sektors zur Gesamtwirtschaft, indem er Transportdienstleistungen bereitstellt und die Wirtschaft mobilisiert.
Die Rolle der Rückwärtskopplungen
Die Rückwärtskopplungen der spanischen Eisenbahn waren zunächst nicht sehr bedeutend für die spanische Industrie.
Erst im zwanzigsten Jahrhundert stieg die Nachfrage der spanischen Eisenbahn nach Eisen- und Stahlerzeugnissen signifikant an. Auch der Einfluss auf die mechanische Industrie machte sich erst weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein bemerkbar.
Viel wichtiger war die Nachfrage im Vergleich zur Kohleindustrie, deren Produktion die Eisenbahn zu einem Viertel absorbierte.
Die Bedeutung der Vorwärtskopplungen
In Bezug auf die Schaffung von Arbeitsplätzen war der Eisenbahnsektor zweifellos ein sehr wichtiger Faktor.
Hinsichtlich der Vorwärtskopplungen besteht kein Zweifel: Ein Land mit den geografischen und physikalischen Eigenschaften Spaniens konnte ohne ein Schienennetz nicht modernisiert werden, um seine schlechten Verkehrsbedingungen zu minimieren.
Ohne die Eisenbahn, die Nahrungsmittel und Rohstoffe in Städte und ländliche Gemeinden lieferte und Liquidität auf den Arbeitsmarkt brachte, wären Industrialisierung, Modernisierung und selbst ein minimales Wachstum der Landwirtschaft unmöglich gewesen.
Fazit: Später Start und schlechte Planung
Das spanische Schienennetz begann zu spät und wurde dann in den Jahren 1856 bis 1866 überstürzt realisiert. Das Ergebnis dieser Eile war:
- Schlechte Planung
- Unzureichende Finanzierung
- Ein spekulativer Ansatz
Dies führte letztendlich zu einer schwachen physischen Infrastruktur und einer fragilen Unternehmensstruktur.