Spanische Fischerei und EU-Fischereipolitik

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Die Fischerei

Seit dem Beitritt Spaniens zur damaligen EWG und nach einer Übergangszeit von zehn Jahren sind wir vollständig in die Europäische Gemeinschaft integriert. Daher legt der Rat der Fischereiminister der EU die Gesamtfangmengen und Fangquoten fest, sowohl für die nationale als auch für die gemeinschaftliche Fischerei.

Die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) besteht seit 20 Jahren mit folgenden Zielen:

  • Erhaltung der Fischbestände
  • Schutz der Meeresumwelt
  • Sicherung der Lebensfähigkeit der europäischen Fischereiflotten
  • Versorgung der Verbraucher mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln

Die Nichtbeachtung dieser Ziele machte eine Reformpolitik im Jahr 2003 erforderlich, um künftig eine nachhaltige Fischerei aus biologischer, ökologischer und wirtschaftlicher Sicht zu erreichen.

Fischfang in Drittländern oder Nichtgemeinschaftsgewässern

Damit ein Land in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) eines anderen Landes fischen darf, müssen Fischereiabkommen zwischen den Regierungen unterzeichnet werden. Spanien kann keine bilateralen Verträge mit Ländern außerhalb der EU abschließen; stattdessen unterzeichnet die EU diese Abkommen.

Für Spanien ist Marokko das Land, das in dieser Hinsicht die meisten Probleme bereitet. Zur Erleichterung von Vereinbarungen wurde auf die Gründung von Joint Ventures zurückgegriffen, bei denen das Kapital spanisch ist und die Besatzung aus spanischen und marokkanischen Mitgliedern besteht.

Aquakultur: Eine Alternative zur Überfischung

Die Aquakultur wird als die Aufzucht aquatischer Organismen definiert, einschließlich Fischen, Krebstieren, Weichtieren und Wasserpflanzen. Ihre Standorte sind sehr vielfältig: Sie können sich an Land oder in natürlichen Lebensräumen befinden, sowohl auf dem Festland als auch im maritim-terrestrischen Bereich.

Die Anlagen werden auf unterschiedliche Weise betrieben:

  • Horizontal: Meeresgebiete an Land oder auf dem Seeweg.
  • Vertikal: Im Wasser schwebend oder fest mit dem Boden verbunden sowie in Käfigen im Wasser.

Vermarktung und industrieller Wandel

Der direkte Verzehr von frischem Fisch macht 80 % der Fänge aus. Frische Fischprodukte werden in spanischen Haushalten bevorzugt. Zudem gibt es eine Lebensmittelbranche, die sich der Verarbeitung der restlichen 20 % widmet. Diese Industrie verarbeitet Arten, die von spanischen Fischern gefangen oder durch den Außenhandel bezogen wurden. Ihre Tätigkeit besteht in der Entwicklung und Konservierung von fischbasierten Produkten.

Bei der Verarbeitung von Fischprodukten gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten: gepökelt, geräuchert, gefroren und als Konserven.

Der nächste Schritt ist der Vertrieb der Produkte. Die Vermarktungskanäle bestehen aus allen kommerziellen Strukturen und interdependenten Beziehungen, welche die Warenbewegung vom Erzeuger bis zum Endverbraucher umfassen. Produktion und Vermarktung von Erzeugnissen der Fischerei und der Aquakultur sind durch technische und gesundheitliche Vorschriften geregelt. Die Kennzeichnung ist dabei das Mittel, um die Verbrauchersicherheit zu gewährleisten.

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