Spanische Geschichte: Vom Erbfolgekrieg bis zum Absolutismus
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Der Spanische Erbfolgekrieg (1701–1714)
Ursachen des Erbfolgekriegs: Der Tod von Karl II., der kinderlos blieb, führte zum Kampf der Thronkandidaten: Philipp von Anjou und Erzherzog Karl von Österreich.
Widersprüchliche internationale Allianzen
- Internationale Allianz: Österreich, Holland, Portugal und Großbritannien unterstützten Karl von Österreich.
- Frankreich: Unterstützte Philipp von Bourbon (Felipe de Borbón).
- Spanien: Die Krone von Aragonien unterstützte Karl von Österreich, während das restliche Gebiet Philipp V. (Felipe V) anerkannte.
Auflösung und Folgen
Frieden von Utrecht (1713): Internationale Anerkennung von Philipp V. und territoriale Entschädigungen. In Spanien folgte die Besetzung der Krone von Aragonien (ab 1707). Am 11. September 1714 erfolgte die Besetzung von Barcelona, 1715 die Besetzung von Mallorca.
Absolutismus und Zentralisierung
Katalonien ab 1714
Stornierung der traditionellen Institutionen und Verfassungen: Generalitat, Gerichte und der Consell de Cent (Rat der Hundert). Einführung von Rechtsvorschriften und Institutionen durch die Dekrete der Nueva Planta.
Zentralisierung und Verwaltungsreform
- Gerichte wurden für ganz Spanien vereinheitlicht.
- Aufhebung des Rates von Aragonien.
- Einsetzung von Generalkapitänen für das breite Publikum und Magistraten in den Städten (Implantation von Gouverneuren).
- Neuorganisation der Verwaltung (Einführung des Katasters/Grundbucheintragung).
Wirtschaft und Gesellschaft im 18. Jahrhundert
Die Ständegesellschaft
Adel und Klerus (Privilegierte): Die Landwirte unterstanden der standesherrlichen Regelung; es gab nur ein geringes Wachstum des Bürgertums (Bourgeoisie).
Agrarwirtschaft und Industrie
Das Land befand sich in den Händen des Adels und der Geistlichkeit (fortgeführte Besitztümer). Es herrschten hohe landwirtschaftliche Steuern sowie eine Schwäche in Industrie und Außenhandel.
Der Reformismus der Bourbonen
Neue Ideen der Aufklärung verbreiteten sich unter französischem Einfluss. In Spanien prägten Persönlichkeiten wie Jovellanos und Floridablanca das Bild, wobei der Fokus auf Bildung und der Überwindung wirtschaftlicher Rückständigkeit lag.
Aufgeklärter Absolutismus unter Karl III.
Karl III. brachte aus Neapel aufgeklärte Ideen mit. Es kam zu ersten Konflikten wie dem Esquilache-Aufstand (Motín de Esquilache). Im Sinne des Regalismus kam es zur Vertreibung der Jesuiten und zur Stärkung des Zivilrechts.
- Gesellschaft: Einschränkung der Adelsprivilegien.
- Bildung: Reform der Universitäten und Schulen; Gründung von Akademien und ökonomischen Gesellschaften.
Wirtschaftlicher Wandel
- Bevölkerungswachstum: Begrenzt durch Subsistenzkrisen, jedoch stärker an der Peripherie.
- Landwirtschaftliche Änderungen: Beschränkung der Rechte der Mesta (Hochebene), Beginn des Agrargesetzes, Freiheit des Getreidehandels und Expansion des Weinbaus.
- Handelsfreiheit: Dekret über den freien Handel mit Amerika; Expansion des katalanischen Handels mit Amerika.
- Industriefreiheit: Schaffung königlicher Manufakturen und privater Produktionen (z. B. Indianas in Katalonien).
Der Spanische Unabhängigkeitskrieg (1808–1814)
Ursachen und Beginn
Abdankung von Bayonne: Joseph Bonaparte wurde zum König ausgerufen. Dies führte zum Volksaufstand am 2. Mai 1808. Es entstand ein Machtvakuum, da die Behörden unfähig waren, der Invasion entgegenzutreten. Bildung der Zentralen Obersten Junta und populärer Widerstand (Guerillakrieg und Belagerungen).
Ideologische Positionen und Entwicklung
- Positionen: Afrancesados (Franzosenfreunde) und die Patriotische Front (Absolutisten, Liberale, Aufgeklärte).
- Konfliktverlauf: Napoleon dominierte die Halbinsel ab 1809; Zermürbung der Franzosen durch Guerillakrieg; anglo-spanische Offensive (1812–13) und Rückzug Napoleons.
- Katalonien: 1812 an Frankreich annektiert; offizielle katalanische Sprache, wirtschaftliche Reformen und Widerstand der Bevölkerung.
Die Verfassung von 1812
Die Verfassung von 1812 wurde von den Cortes von Cádiz entworfen, die auf der Isla de León unter französischer Belagerung tagten. Sie war liberaler Natur und wurde als "La Pepa" bekannt, da sie am Tag des heiligen Josef (19. März 1812) verabschiedet wurde.
Geltungszeitraum der Verfassung
- Am 4. Mai 1814 durch den König aufgehoben.
- 1820 durch General Riego restauriert.
- 1823 durch die französische Intervention (Hunderttausend Söhne des heiligen Ludwig) erneut aufgehoben.
- 1836 nach den Ereignissen von La Granja erneut restauriert bis zum 18. Juni 1837, als ein neuer Text verkündet wurde.
Diese Verfassung war die erste in Spanien und besaß einen progressiven Charakter.
Restauration und Liberalismus
Wiederherstellung des Absolutismus
Rückkehr von Ferdinand VII. (März 1814): Aufhebung der Gesetze von Cádiz, Verfolgung der Liberalen und Wiederherstellung des Ancien Régime in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation.
Das Liberale Triennium (Trienio Liberal)
Nach dem Pronunciamiento von Riego schwor Ferdinand VII. auf die Verfassung von 1812. Es folgten liberale Reformen, die zu Konfrontationen mit der Kirche, dem Adel und den Bauern sowie zu royalistischen Aufständen in Katalonien führten.
Die Ominöse Dekade
Es folgte die sogenannte Ominöse Dekade (Década Ominosa) nach der erneuten Restauration des Absolutismus.