Spanische Gesellschaft und Literatur nach Franco: Entwicklung

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Gesellschaft und Kultur in Spanien nach 1939

Die Franco-Diktatur hatte weitreichende Folgen, die die kulturellen Aktivitäten in Spanien stark beeinflussten.

  • Das Exil und die ersten Nachkriegsjahre waren geprägt von einem Bruch mit früheren Trends und einer rigiden Zensur.
  • Seit den späten 1950er und 1960er Jahren kam es zu wichtigen Veränderungen: die Zuwanderung vom Land in die Stadt, die Massenflucht spanischer Auswanderer in andere Länder und der Tourismus förderten die wirtschaftliche Entwicklung und Modernisierung des Landes, was wiederum kritische Aktivitäten hervorrief.
  • Seit den 1970er Jahren erlebte die Gesellschaft erhebliche Veränderungen, die sich auch in der Kultur widerspiegelten.

Literatur in Spanien seit 1939

  • In den 1940er Jahren fanden Autoren inmitten von Not und Angst neue Wege zur Literatur. Die literarische Produktion dieser Nachkriegszeit war geprägt von einem existenzialistischen Ton.
  • In den 1950er Jahren entstand der soziale Realismus.
  • Während der 1960er und 1970er Jahre tendierten Autoren dazu, neue Ausdrucksformen zu suchen und mit der Sprache zu experimentieren.
  • In den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte die Erzählung ein außergewöhnliches Wachstum.

Der Roman des Exils

Die Erinnerung an Spanien und die Folgen des Bürgerkriegs waren häufige Themen der Schriftsteller im Exil.

  • Ramón J. Sender (1901-1982) schrieb eine Reihe von Romanen, die unter dem allgemeinen Titel Crónica del alba veröffentlicht wurden.
  • Rosa Chacel (1898-1994) verfasste bedeutende Titel wie Memorias de Leticia Valle (1946) oder Barrio de Maravillas (1976).
  • Max Aub (1903-1972) verband Tradition und Avantgarde.
  • Francisco Ayala (1906-2009) war ein weiterer wichtiger Vertreter.

Der existenzialistische Roman der 1940er Jahre

Angst und Entwurzelung waren die beherrschenden Themen dieser Literatur.

  • La familia de Pascual Duarte (1942) von Camilo José Cela spiegelt eine Welt der Gewalt und des Elends wider.
  • Nada (1945) von Carmen Laforet.

Die 1950er Jahre: Der soziale Realismus

Der kritische oder soziale Realismus wurde von der sogenannten 'mittleren Generation' des Jahrhunderts vertreten, zu der Autoren wie Ignacio Aldecoa, Carmen Martín Gaite, Jesús Fernández Santos, Rafael Sánchez Ferlosio, Ana María Matute, Juan Goytisolo, Juan José García Hortelano und Manuel Caballero Bonald gehörten.

Die spanische Gesellschaft wurde zum zentralen Thema der Erzählung und zur kollektiven Protagonistin, wodurch die einzelnen Helden in den Hintergrund traten.

Bekannte Werke dieser Zeit sind La Colmena von Camilo José Cela und El Jarama von Rafael Sánchez Ferlosio.

Die 1960er Jahre: Experimentelle Erzählung

Die Romanciers sahen die Notwendigkeit, neue Formeln und Ansätze zu suchen, um komplexere Themen zu behandeln und der literarischen Sprache größere Aufmerksamkeit zu schenken.

Dies geschah unter dem Einfluss großer ausländischer Romanciers und der Entdeckung des lateinamerikanischen Romans.

Wichtige Autoren der experimentellen Erzählung

  • Luis Martín-Santos mit dem bezeichnenden Titel Tiempo de silencio (1962).
  • Miguel Delibes mit Cinco horas con Mario (1966).
  • Camilo José Cela mit San Camilo, 1936 (1969).
  • Gonzalo Torrente Ballester mit La saga/fuga de J.B. (1972).
  • Juan Goytisolo, der 1966 Señas de identidad veröffentlichte.
  • Neue Romanciers wie Juan Benet und Juan Marsé.

Merkmale der experimentellen Erzählung

  • Große Bedeutung des inneren Monologs.
  • Wechselnde Perspektiven.
  • Ironische Interventionen des Erzählers.
  • Die Einteilung in Kapitel wird manchmal durch Leerzeichen oder Abschnitte ersetzt.

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