Spanische Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei: Strukturen, Probleme und Politik
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Hohe Produktpreise und Folgen für den ländlichen Raum
Hohe Produktpreise sind die Folge von Überschüssen, Umweltzerstörung und der Entvölkerung ländlicher Gebiete. Diese Entwicklungen beeinflussen die Nutzungen der ländlichen Gebiete, die Landwirtschaft und die Viehzucht sowie die Stabilität waldbasierter Produkte.
Verwendungen der ländlichen Gebiete
Nutzungen und Veränderungen: Landwirtschaftliche Nutzungen (Ackerbau, Viehzucht), Forstwirtschaft und andere Landnutzungen haben sich durch Mechanisierung, Technologiewechsel und Marktanforderungen gewandelt. Diese Veränderungen haben soziale, demographische und kulturelle Auswirkungen sowie ökologische Vor- und Nachteile.
Landwirtschaftliche Tätigkeiten und Struktur
Die Landwirtschaft stützt sich zunehmend auf Polykulturtechniken, Mechanisierung (Traktoren, Erntemaschinen / cosechadoras), den Einsatz von Pestiziden, verbessertem Saatgut, Düngemitteln und neuen Techniken wie Transgenik (transgene Pflanzen). Es gibt verarbeitende Verfahren, Gewächshäuser und hydroponische Anbauformen. Intensivierung steht neben extensiven Anbauweisen:
- Intensiv: Bewässerung (regadío), Gewächshäuser, intensive Tierhaltung.
- Extensiv: Trockene Gebiete (secano), große Weideflächen, geringere Inputdichte.
Die Schwäche der orientierten Produktion und des Autokonsums beeinflusst die Wirtschaftsleistung von Betrieben. Die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe variiert stark (kleine Familienbetriebe bis hin zu Obstplantagen und spezialisierten Betrieben).
Wichtige Produktionsbereiche und Kulturpflanzen
In Trockenland (Getreide, leguminosas) sind die Erträge oft niedrig. Weinbau, Oliven (für Olivenöl) sowie Gemüse und Obst sind in mediterranen Gebieten wichtiger, wobei Kosten und Erträge je nach Region stark schwanken (z. B. Kanarische Inseln, Katalonien). Im Norden spielt Futterbau eine größere Rolle.
Viehbestand und tierische Produktion
Der Viehbestand hat sich durch Mechanisierung und Zuchtveränderungen transformiert. Es gibt sowohl intensive als auch extensive Produktionssysteme:
- Rinder für Milch und Fleisch
- Schafe und Ziegen (Fleisch und Milch)
- Schweinehaltung in bestimmten Regionen
Forstwirtschaft und Landschaftsveränderung
In vielen Regionen nimmt die Forstwirtschaft an Bedeutung zu (Holzproduktion, Kiefer, Eukalyptus, Kastanie). Gleichzeitig gibt es Probleme durch Brände, nasse Gebiete und den Wandel agro-silvo-pastoraler Systeme. Strukturwandel und die Abwanderung der ländlichen Bevölkerung führen zu veränderten Nutzungsmustern und zum Teil zu Verbuschung.
Regionale Strukturen: Inneres der Halbinsel
Inneres (Halbinsel): Dort herrscht eine vielfältige Boden- und Nutzungsstruktur mit vielen Kleinbauern.
- Landwirtschaft vorwiegend trocken (rainfed, campi, paramo): Getreide, Weintrauben, Oliven.
- Bedeutende Viehgebiete (z. B. Regionen Zamora und Salamanca).
- Beteiligungen an Forstflächen (z. B. Soria).
Mittelmeer-Küste und Inseln
Mediterrane Küsten: Intensive Bewässerungslandwirtschaft, Gemüse und Obst, Weinbau, Oliven. Mediterrane Flussregionen (z. B. Guadalquivir) und die Balearen haben spezifische Strukturen.
Kanaren: Locker konzentrierte Siedlungen, intensive Plantagen (Monokulturen), tropische Kulturen, Weinbau, Kartoffel- bzw. andere Spezialkulturen; Schaf- und Ziegenhaltung; Forstwirtschaft mit Kiefern.
Gebirgslandschaften
In Gebirgsregionen besteht oft geringe Bevölkerungsdichte, Entvölkerung und privates Kleinlandbesitz. Landwirtschaft ist begrenzt; im Norden gibt es markante Gemüse- und Gartenbauflächen (huerta). Viehhaltung ist überwiegend extensiv. Forstwirtschaft (Holz, Kiefer, Eukalyptus, Kastanie) entwickelt sich in vielen Gebirgsregionen.
Neueste Dynamik des ländlichen Raums
Traditionelle Strukturen im ländlichen Raum stehen unter Druck. Es gibt neue Dynamiken, aber auch anhaltende Probleme: geringe aktive Bevölkerung, geringer Beitrag zum BIP, demographische Herausforderungen, wirtschaftliche Probleme, Lebensqualitätsfragen und Umweltbelastungen.
Ländliche Planung und EU-Politik
Die Europäische Union fördert Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung, u. a.:
- Wirtschaftliche Entwicklung und Diversifizierung
- Verbesserung der Infrastruktur, Ausrüstung und Lebensqualität
- Erhaltung und Schutz der Umwelt
Fischerei: Regionen, Ressourcen und Probleme
Die Fischerei ist in mehrere Regionen gegliedert (historisch ca. 8 Regionen). Produktion umfasst Fische, Muscheln und Krebstiere. Wichtige Arten sind Hering/Brasse (Felchen / lokale Bezeichnungen), Sardinen, Sardellen, Thunfisch, Bonito u. a. Die Fischerei steht vor Krisen und Problemen:
- Ressourcenknappheit und Überfischung
- Reduzierung der Flotte und Veränderungen in der Struktur der Fischerei
- Wachsende Importe trotz eigener Produktion
- Umweltzerstörung der Meeresgebiete
Internationale und regionale Regelungen, Quoten und Beschränkungen beeinflussen Fanggründe, Flottenkapazitäten und die wirtschaftliche Lage der Fischereigemeinden.
Fischereipolitik, Regulierung und Anpassung
Wichtige Punkte der Fischereipolitik:
- Integration Spaniens in den EU-Binnenmarkt und der damit verbundene Austausch und die Liberalisierung.
- Maßnahmen zur Regulierung des Zugangs zu Fischgründen, zur Bestandsregulierung und zum internationalen Management.
- Programme zur Wiederaufforstung, zum Schutz des Meeresschutzgebiets und zur Umweltaufwertung als Teil einer nachhaltigen Entwicklung.
Zusammenfassung und Ausblick
Die spanische Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei stehen vor komplexen Herausforderungen: demographischer Wandel, Umweltprobleme, Strukturwandel, Technologisierung und Marktanforderungen. Politische Maßnahmen auf EU- und nationaler Ebene, nachhaltige Bewirtschaftungsstrategien und regionale Anpassungen sind erforderlich, um ökonomische Perspektiven zu schaffen, die Umwelt zu schützen und die Lebensqualität in ländlichen Räumen zu verbessern.