Der spanische literarische Barock: Góngora und Quevedo
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Der Barock
Der Begriff Barock bezeichnete ursprünglich einen Stil, der sich durch komplizierte und unregelmäßige Linienformen auszeichnete. Später wurde der Begriff auf andere Kunstbereiche wie Malerei, Skulptur, Musik und insbesondere die Literatur übertragen, in der Spanien eine besondere Entwicklung erlebte.
Merkmale und Stil
Der Barock war eine große kulturelle Bewegung, die sich in Literatur, Architektur, Musik und bildender Kunst manifestierte. Das 17. Jahrhundert ist durch Übertreibung und Pessimismus gekennzeichnet. Im literarischen Stil weist der Barock folgende Merkmale auf:
- Besonderes Interesse an der sprachlichen Gestaltung, geprägt von einem ästhetischen Streben nach Originalität, Übertreibung und scharfem Witz.
- Die Welt wird als ein Kampf der Gegensätze gesehen, insbesondere zwischen Leben und Tod.
- Die Welt wird als eine Inszenierung betrachtet: Gott ist der Autor, die Menschen sind die Schauspieler und der Tod ist das Ende der Vorstellung.
Themen
Typische Themen des Barocks sind:
- Der unaufhaltsame Lauf der Zeit
- Der Tod
- Das Leben als Traum
- Die Einsamkeit
Luis de Góngora
Luis de Góngora wurde in Córdoba geboren und studierte in Salamanca. Er versuchte, am Hof Einfluss zu gewinnen. Er beteiligte sich an den literarischen Polemiken seiner Zeit und kehrte in seinen letzten Lebensjahren enttäuscht in seine Heimatstadt Córdoba zurück.
Werke
Sein Werk weist zwei sehr unterschiedliche Stilrichtungen auf: eine volkstümliche und eine kunstreiche (Culteranismo). Zu letzterer gehören die Fábula de Polifemo y Galatea und die Soledades.
Stil
Alle ästhetischen Merkmale des Culteranismo finden sich in Góngoras Poesie wieder. Das Barocke zeigt sich auch im Kontrast zwischen seinen gelehrten Gedichten und dem scharfen Sarkasmus seiner Satiren.
Francisco de Quevedo
Francisco de Quevedo wurde in Madrid geboren und gilt als einer der größten Meister der spanischen Sprache und als repräsentativster Charakter des spanischen Barocks. Er war eine kultivierte, intelligente Persönlichkeit mit einem gequälten Temperament, möglicherweise aufgrund zweier körperlicher Mängel: seiner Kurzsichtigkeit und seiner Klumpfüße. Er stand im Dienst von Philipp III. am Hof. Sein Charakter führte zu harten Auseinandersetzungen mit verschiedenen Personen. Infolgedessen verbrachte er drei zermürbende Jahre in Haft im Konvent von San Marcos in León. Die letzten Jahre seines Lebens zog er sich nach Villanueva de los Infantes in der Mancha zurück.
Werke
Poesie
Seine Dichtung zeichnet sich durch eine einzigartige konzeptuelle und expressive Dichte aus. Sein lyrisches Werk gliedert sich in vier Bereiche:
- Philosophische oder moralische Poesie
- Politische Poesie
- Liebespoesie
- Satirische und burleske Poesie
Prosa
In der Prosa pflegte Quevedo den Stil des Conceptismo. Hervorzuheben ist sein Schelmenroman La vida del Buscón.
Stil
Quevedos Stil weist alle typischen Merkmale des Conceptismo auf. Charakteristisch ist seine absolute Beherrschung der Sprache.