Spanische Literatur 1950–1990: Lyrik, Theater und Roman

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Spanische Lyrik: 1950er bis 1970er Jahre

Poesie der 50er Jahre: Existenzialismus und Sozialkritik

Diese Poesie dient als Ausdruck individueller existenzieller Probleme, politischen Protests und kollektiver Angst. Sie verwendet eine einfache und direkte Sprache, in der Hoffnung, ein breiteres Publikum zu erreichen.

Wichtige Autoren und Werke:

  • Blas de Otero (Fokus auf Frieden und das Wort, Rolle des Gewissens)
  • Gabriel Celaya (z. B. Cantos Iberos)
  • José Agustín Goytisolo
  • José Hierro
  • Vicente Aleixandre (z. B. Historia del Corazón)

Poetische Erneuerung der 60er Jahre

Diese Phase stellt eine Synthese aus existenzialistischer und sozialer Poesie dar.

Autoren der Erneuerung:

  • Claudio Rodríguez
  • Jaime Gil de Biedma
  • José Manuel Caballero Bonald
  • Ángel González
  • José Ángel Valente

Die Novísimos und die Poesie ab 1970

Die Publikationen der 70er Jahre zeigen neue Trends:

  • Kulturalismus und Experimentelle Poesie (Novísimos): Dichter wie Pere Gimferrer und Leopoldo María Panero.
  • Poesie der Erfahrung (ab 1975): Fokus auf persönliche Anekdoten, narrative Struktur und einfache Sprache.
  • Anti-Realistische Poesie: Poesie als Form des Wissens und des Geheimnisses, gegen Logik und rationales Denken, geprägt von kreativer Freiheit und theatralischer Sprache.

Spanisches Theater unter Franco (1950er und 1960er)

Das Theater dieser Zeit war stark von der Zensur des Franco-Regimes geprägt. Offene Kritik war selten, mit Ausnahme des Humors.

Hauptströmungen und Genres

  • Existenzialistisches Theater (Minderheit): Charaktere, die von Angst, Einsamkeit und Isolation gequält werden.
    • Antonio Buero Vallejo (z. B. Historia de una escalera)
    • Alfonso Sastre (z. B. Condenados)
  • Komödie: Kritik an gesellschaftlichen Konventionen und dem Druck des Lebens.
    • Enrique Jardiel Poncela
    • Miguel Mihura
  • Sozialkritisches Theater: Anprangerung von Ungerechtigkeit und Unfreiheit.
    • Alfonso Sastre (z. B. Todesfall in der Nachbarschaft)
    • Lauro Olmo
    • Antonio Buero Vallejo (z. B. Ein Träumer für eine Stadt oder Las Meninas)

Experimentelles Theater der 70er Jahre

Diese innovative Phase zeichnet sich durch eine Botschaft der sozialen Kritik, die Beteiligung des Publikums, den körperlichen Ausdruck der Schauspieler sowie den Einsatz von Musik und Licht aus.

Wichtige Vertreter:

  • José Luis Riaza
  • Sanchis Sinisterra
  • Fernando Arrabal
  • Francisco Nieva
  • Antonio Buero Vallejo

Spanische Erzählung: Sozialer Realismus (1950er)

Der Roman der Generación del Medio Siglo

Der Roman erlebt eine Erneuerung, die ungerechte soziale Verhältnisse anprangert. Das Ziel ist ein realistisches Streben nach Objektivität. Die Erzählung konzentriert sich auf die spanische Gesellschaft, oft mit einem kollektiven Protagonisten.

Themen und Werke:

  • Das harte Leben auf dem Land und die Welt der Arbeit.
  • Die untätige Jugend der Bourgeoisie.
  • Der Bürgerkrieg.

Schlüsselautoren:

  • Camilo José Cela (La Colmena – Die Bienenwabe)
  • Rafael Sánchez Ferlosio (El Jarama)
  • Ignacio Aldecoa (z. B. El fulgor y la sangre)
  • Ana María Matute
  • Juan Goytisolo

Experimenteller Roman (1960er)

Neue Formeln und internationale Einflüsse

Die 60er Jahre bringen experimentelle Erzählformen hervor. Spanische Romanciers stehen unter dem Einfluss ausländischer Autoren (Kafka, Proust) und des lateinamerikanischen Booms:

  • Julio Cortázar (Rayuela)
  • Mario Vargas Llosa (La ciudad y los perros)
  • Gabriel García Márquez (Cien años de soledad)
  • Jorge Luis Borges, Alejo Carpentier, Juan Rulfo

Experimentelle Erzähltechniken

  • Innerer Monolog: Reproduktion der Gedanken der Charaktere, wie sie im Bewusstsein auftreten.
  • Änderung der Erzählperspektive: Wechsel von der ersten zur dritten Person.
  • Ironische Stellungnahmen.
  • Sequenzen von getrennten Räumen.

Wichtige spanische Werke der 60er Jahre

  • Luis Martín Santos (Tiempo de silencio)
  • Miguel Delibes (Cinco horas con Mario)
  • Camilo José Cela (San Camilo, 1936)
  • Gonzalo Torrente Ballester
  • Juan Goytisolo
  • Juan Benet (Volverás a Región)
  • Juan Marsé (Últimas tardes con Teresa)
  • Eduardo Mendoza (La verdad sobre el caso Savolta)

Der Roman in der Demokratie (1975–1990)

Mit dem Beginn der Demokratie und der Rückkehr aus dem Exil entwickelt sich der Roman weiter.

Autoren dieser Periode:

  • Luis Mateo Díez
  • Julio Llamazares
  • Manuel Vázquez Montalbán

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