Spanische Literatur: Vom Cantar de Mio Cid zur Renaissance

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Cantar de Mio Cid

1. Datum der Zusammensetzung und Autorschaft

Das Werk wurde im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert (ca. 1207) verfasst. Es wurde nicht von einem namentlich bekannten Autor geschrieben; Per Abbat gilt lediglich als ein anonymer Kopist. Es wird davon ausgegangen, dass der Text von zwei Spielleuten (juglares) verfasst wurde.

2. Struktur

Das Epos ist in drei Teile gegliedert:

  • Cantar del destierro: Das Lied von der Verbannung.
  • Cantar de las bodas: Das Lied von der Hochzeit.
  • Cantar de la afrenta de Corpes: Das Lied von der Schande von Corpes.

3. Metrik und Stilmittel

  • Epische Beinamen: Adjektive, die die Merkmale des Helden hervorheben.
  • Pleonasmen: Ausdrücke, die verwendet werden, um dem Text vor dem Publikum mehr Nachdruck zu verleihen.
  • Operationen: Techniken, um die Aufmerksamkeit des Publikums aufrechtzuerhalten.
  • Arabische Einflüsse und Partikel: Verwendung von Ausrufen wie „Oh“.
  • Verbauslassung: Häufige Unterdrückung des Verbs.

4. Konfiguration des Helden

Der Held wird als realistisch dargestellt. Seine Entwicklung ist geprägt von der Prüfung seiner Loyalität und Ehre; er strebt nach der königlichen Begnadigung und findet Anschluss an die königlichen Linien. Er zeichnet sich durch persönlichen Einsatz und den Glauben an Gott aus. In der Ehe zeigt er Zurückhaltung, Weisheit und Zärtlichkeit. Weitere Merkmale: Er ist ein sensibler Mensch und hegt eine große Liebe zu seiner Familie.

Mester de Clerecía

Hierbei handelt es sich um eine gelehrte Literaturbewegung, die im 13. Jahrhundert auftritt und bis in das 14. Jahrhundert integriert bleibt. Sie wurde vom Klerus und gebildeten Männern in Opposition zu den Spielleuten (juglares) begründet.

a) Funktionen und Merkmale

  • Narrative Texte mit didaktischer oder moralischer Absicht.
  • Die Werke sind regelmäßig von lateinischen Quellen inspiriert.
  • Die Werke sind metrisch gebunden und wurden durch Vorlesen oder Predigten (sermones) verbreitet.
  • Einführung des Konzepts der Autorenschaft.

b) Autoren

  • 13. Jahrhundert: Gonzalo de Berceo (Milagros de Nuestra Señora).
  • 14. Jahrhundert: Juan Ruiz, Erzpriester von Hita (Libro de Buen Amor).

Renaissance im 16. Jahrhundert

a) Merkmale

  • Wandel der Einstellung gegenüber dem Mittelalter: Entwicklung des Anthropozentrismus.
  • Humanismus: Der Gedanke des Menschen als höchste Schöpfung.
  • Baldassare Castiglione beschreibt in seinem Buch „Der Höfling“ das Ideal des menschlichen Bewusstseins der Renaissance.
  • Das Bewusstsein für Autorenschaft wächst; es entstehen Mäzene (mecenas).
  • Rückbesinnung auf die Antike (Latein) und die klassischen Autoren, von denen Themen übernommen werden.
  • Wiedererwachen nationaler Sorgen in den Landessprachen.

b) Lyrik der Renaissance

Es gibt eine umfassende Innovation in der Lyrik, da die Moden der italienischen Renaissance übernommen werden. Eingeführt werden:

  • Neue Metren und Strophen: Der Endekasyllabus (Elf-Silbler), Terzinen, die Lira, das Sonett und die Octava Real.
  • Neue rhetorische Figuren: Metapher, Personifikation und Epitheton.

Themen der Lyrik

  • Die Liebe bleibt das vorherrschende Thema.
  • Die Geliebte entspricht einem Kanon weiblicher Schönheit: blond, helle Haut, blaue Augen.
  • Zwei Theorien der Liebe: Carpe Diem und Collige, virgo, rosas.
  • Die Natur wird idealisiert dargestellt (schön und freundlich).
  • Verwendung der Mythologie als literarische Quelle.

c) Etappen

  • Erste Hälfte des 16. Jahrhunderts.
  • Zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts.

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