Spanische Literatur: Experimentelle Romane 1940-1970
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Neuer experimenteller Roman: Die wichtigsten Neuerungen
Die wichtigsten Neuerungen in der experimentellen Erzählweise lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Handlung: Das Argument verliert in einigen Romanen an Bedeutung und verschwindet teilweise vollständig.
- Charaktere: Die Figuren besitzen einen individuellen Charakter, stehen jedoch stets im Konflikt mit sich selbst.
- Struktur: Die externe Struktur und die Kapitel verschwinden; die äußere Ordnung weicht einer internen Reihenfolge.
- Point of View: Der allwissende Erzähler kehrt zurück und nutzt Abschweifungen. Er reproduziert den inneren Monolog und die Gedanken eines Charakters, wie sie unmittelbar im Bewusstsein entstehen. Diese Abschweifungen sind Kommentare, die der Autor zu Tatsachen oder Charakteren abgibt.
- Sprache und Stil: Eine imposante barocke Sprache erweist sich oft als unzureichend, um die karge Wirklichkeit zu beschreiben, welche die Autorin erzählt.
Stilistische Merkmale und Besonderheiten
- Risiko durch die Vielfalt der Sprachen und Soziolekte.
- Umfassender Gebrauch von rhetorischen Figuren.
- Einführung von Fragmenten anderer Genres.
- Mischung aus Poesie und Prosa sowie der Verzicht auf die gewohnte typografische Unterteilung als signifikante Einheit.
- Verzicht auf syntaktische Strukturen durch die Veränderung oder das Fehlen von Satzzeichen.
- Mischung verschiedener Sprachen, wie beispielsweise bei Luis Martín-Santos in „Zeit der Stille“ (Tiempo de silencio), Camilo José Cela sowie Juan Marsé mit „Letzte Abende mit Teresa“ (Últimas tardes con Teresa).
Artikel 22: Die Erzählkunst von 1940 bis 1970
1. Existenzialistische Romane (40er Jahre)
Es gibt drei bedeutende Romane dieser vierziger Jahre:
- „La familia de Pascual Duarte“ von Camilo José Cela, mit dem sich eine Strömung namens „Tremendismo“ begründet.
- „Nada“ von Carmen Laforet.
- „La sombra del ciprés es alargada“ (Der Schatten der Zypressen ist lang) von Miguel Delibes.
Wichtigste Merkmale der Erzählungen dieser Epoche
- Themen: Die Unsicherheit des menschlichen Schicksals sowie das Fehlen von oder Schwierigkeiten bei der Verständigung.
- Rollen: Der Protagonist ist ein einzigartiges Individuum. Es handelt sich oft um gewalttätige, unterdrückte oder unentschlossene Personen, die sich in Situationen befinden, die sie zu Gewalt, Routine oder Isolation zwingen.
- Innere Struktur: Der Raum ist begrenzt und die Handlung findet in der Regel im Inneren statt. Die erzählte Zeit ist ebenfalls reduziert und deckt oft nur wenige Stunden oder Tage ab.
- Standpunkt: Es dominiert der Ich-Erzähler (autobiographische Technik), bei dem Erzähler und Protagonist identisch sind. Häufig wird der Monolog eingesetzt.
- Stil: Die funktionale Sprache hat Vorrang vor der rein künstlerischen Gestaltung.