Spanische Literatur: Generation 50 & Sozialer Realismus
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Artikel 21: Die Generation von 50
4.1. Charakteristika der Generation
Ausdruck der Privatsphäre: In der vorherigen Generation wich das „Ich“ der Gemeinschaft. Die Dichter der Generation von 50 bevorzugten den Schutz ihrer Privatsphäre und zeigten ihre Liebe – ob real oder fiktiv – ohne Scham.
Beurteilung des dichterischen Wortes: Die Poetik der neuen Generation schätzt das Wort und nutzt die Auswirkungen der Mehrdeutigkeit, wodurch Symbolik und Irrationalismus erreicht werden können.
Konzentration und expressive Spannung: Es wird nach einer natürlichen Struktur gesucht, um ein Gedicht als Ganzes zu schaffen. Oft werden Reim und Rhythmus ignoriert; die Verse sind freier. Dennoch werden häufig heroische Verse, Alexandriner sowie fünf-, sieben- und elf-silbige Verse verwendet.
Integration von Anekdoten: Die Einführung von Anekdoten erlaubt es dem Dichter, seine Subjektivität offenzulegen.
Ethische und staatsbürgerliche Ausrichtung: Die soziale Komponente bleibt erhalten, doch die Dichtung ist nicht rein politisch, sondern ethisch oder kritisch geprägt, oft durch Selbstspott und Satire.
4.2. Dichter der 50er Jahre
- Ángel González
- José Ángel Valente
- José Agustín Goytisolo
- Jaime Gil de Viedma
- Claudio Rodríguez
- Francisco Brines
Thema 22: Zeitgenössische Erzählkunst
Der soziale Realismus in Spanien
Der soziale Realismus bezieht sich auf die frühen 50er Jahre nach der Nachkriegszeit. Mit dem Kalten Krieg löste sich das Franco-Regime teilweise aus seiner Isolation. Das Ende der wirtschaftlichen Autarkie und ausländische Investitionen ermöglichten eine Erholung der Industrialisierung und des Tourismus. Intellektuelle und Akademiker nahmen zunehmend kritische Positionen gegenüber dem Regime und sozialen Ungerechtigkeiten ein. Schriftsteller reagierten schnell auf diese Veränderungen; der existenzialistische Pessimismus wandelte sich in einen kritischen Blick auf die Gesellschaft. Der soziale Realismus in Spanien teilt sich in zwei Trends: den objektivistischen Realismus und den kritischen Realismus.
Merkmale des objektivistischen sozialen Romans
- Minimierung der Autorenpräsenz: Der Autor beschränkt sich darauf zu erzählen, was passiert, ohne Stellung zu nehmen.
- Begrenzung der Charakterrollen: Der Kontext beherrscht die Situation. Introspektion und psychologische Analyse werden eliminiert; die innere Welt der Figuren interessiert den Autor nicht.
- Äußere Charakterisierung der Figuren: Sie werden durch ihr Handeln und ihre Dialoge definiert.
- Handlung als Folge von Anekdoten: Das Argument besteht aus einer Anhäufung kleiner, unbedeutender Situationen.
- Stilistische Einfachheit: Romane sind linear angeordnet, ohne Zeitsprünge, mit kurzen Beschreibungen und einfachem Stil.
- Zeitliche und räumliche Konzentration: Die Handlungen sind auf kurze Zeiträume konzentriert.
Merkmale des kritischen Realismus
Er besitzt die gleichen Eigenschaften wie der objektivistische Realismus, jedoch mit feinen Nuancen:
- Stärkere kritische Intentionalität: Der Autor wählt gezielt Aspekte aus, die der Kritik dienen.
- Nutzung von Vertretern sozialer Schichten: Sowohl individuelle als auch kollektive Charaktere sind typisch für ihre jeweilige soziale Klasse.
Bedeutende Autoren
Zu den herausragenden Autoren gehören Rafael Sánchez Ferlosio und Carmen Martín Gaite.