Spanische Literatur: Lyrik und Roman von 1910 bis heute

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Spanische Literatur: Lyrik und Roman 1910–heute

Lyrisch: Miguel Hernández (1910–1942)

Miguel Hernández (1910–1942) starb im Gefängnis an Tuberkulose in Alicante. Themen: Liebe, Schmerz, Tod, Leben und Arbeit.

Werke (Auswahl): Perito en lunas, El rayo que no cesa, Cancionero y romancero de ausencias.

1940er Jahre: Drei Tendenzen

  • Neoklassische Poesie – an die Wirklichkeit und an Garcilaso de la Vega inspiriert. Autoren: Luis Rosales, Leopoldo Panero, Ridruejo.
  • Existenzielle Poesie – Thema: Existenzangst; Sorge um den Menschen und um einen abwesenden Gott; einzigartige Beschäftigung mit dem Tod.
  • Vanguardistische/avantgardistische Poesie – zwei Bewegungen, u. a. vom Surrealismus beeinflusst; gekennzeichnet durch Zerlegung, irrationale Bilder und gesangsähnliche Formen.

1950er Jahre: Soziale und existenzielle Poesie

Die poesía social klagt über soziale Missstände und versucht, das Bewusstsein für die Wirklichkeit zu schärfen. Ihr Ton ist oft einfach und appellativ. Autoren: José Hierro, Gabriel Celaya, Blas de Otero.

Parallel dazu bleibt die existenzielle Poesie präsent: menschlicher Schmerz, Tod und die Abwesenheit Gottes sind zentrale Motive. Die soziale Poesie hat häufig einen reflektiven Charakter.

1960er Jahre: Poetische Neuerungen

In den 1960er Jahren verändert sich die Bedeutung des Gedichts im Akt des Lesens. Wichtige Themen: Zeit, Liebe und die poetische Erscheinung. Repräsentativer Autor: José Ángel Valente.

1970er Jahre: Die ‹Novísimos›

Die Gruppe der Novísimos beschäftigt sich mit moderner Kultur, Musenbildern, Körperlichkeit und neuen ästhetischen Einflüssen. Vertreter: Luis Alberto de Cuenca.

Von 1975 bis heute: Aktuelle poetische Tendenzen

Seit 1975 existieren vielfältige aktuelle poetische Tendenzen: einige lehnen bestimmte neue Trends ab, andere entwickeln eine kühl-konzeptuelle Ästhetik. Autoren dieser Phase: Blanca Andreu, Antonio Colinas u. a.

Romane: Bürgerkrieg und andere Strömungen

Romane des Bürgerkriegs (insbesondere in den 1940er Jahren) versuchen oft, mit der Vergangenheit zu brechen oder diese zu verarbeiten. Daneben existieren:

  • Nationalistische Romane – Themen: Erhöhung der Tradition, Familie und Religion.
  • Fantasy-Roman
  • Comic-Roman

Camilo José Cela (1916–2002)

Camilo José Cela erhielt unter anderem den Staatspreis für Literatur (1984), den Nobelpreis für Literatur (1989) und den Cervantes-Preis (1995). Mit La familia de Pascual Duarte (1942) führte er eine Erzählweise ein, die als tremendismo bezeichnet wird und eine einschneidende, realistische Darstellung der Wirklichkeit zeigt.

Juan Ramón Jiménez (1881–1958)

Juan Ramón Jiménez zeigt den Einfluss der Moderne; seine Poesie ist intimistisch, kurz, von melancholischer Stimmung, mit Betonung auf Beschreibungen, Adjektiven und Synästhesie. Wichtige Werke: Arias tristes (1903), Jardines lejanos (1904), Elegías (1910), Estación total (1946), Animal de fondo (1949). Prosa und Poesie: Platero y yo.

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