Spanische Literatur im Mittelalter: Berceo, Ruiz und der Romancero

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Historischer und Literarischer Kontext

1. Historische und Literarische Epoche

  • Literarische Epoche: Beginnt Ende des 10. Jahrhunderts mit dem Erscheinen der ersten literarischen Texte (in Latein oder Romanze).
  • Historische Periode: Vom 5. bis zum 15. Jahrhundert, als die Iberische Halbinsel in fünf Hauptteile aufgeteilt war.

2. Aufteilung der Iberischen Halbinsel

Die Halbinsel war in fünf Teile aufgeteilt: Kastilien, Aragón, Portugal, Granada und Navarra.

3. Koexistierende Kulturen

Auf der Iberischen Halbinsel koexistierten drei Kulturen: die Christen (die Mehrheit), die Juden und die Araber.

Gonzalo de Berceo und die Klerikerkunst

4. Wer ist Gonzalo de Berceo?

Gonzalo de Berceo war ein Mönch aus La Rioja und gilt als der erste namentlich bekannte Dichter in kastilischer Sprache.

5. Sein wichtigstes Werk und dessen Ziel

Sein wichtigstes Werk ist Milagros de Nuestra Señora (Wunder Unserer Lieben Frau). Das Ziel des Autors war es, die Verehrung der Jungfrau Maria zu fördern.

6. Hauptmerkmale der „Milagros“

  • Die Jungfrau wird mit einer schönen Wiese voller Schönheit und Fülle verglichen.
  • Die Geschichten sind sehr einfach gehalten.
  • Die Jungfrau erscheint den Menschen sehr nah und zugänglich.
  • Der Erzählstil ist realistisch.

Juan Ruiz und das Buch der Guten Liebe

7. Wer ist der Autor des „Libro de Buen Amor“?

Der Autor ist Juan Ruiz, der Erzpriester von Hita.

8. Die Neuheit des Werkes und die Intention des Autors

Das Werk bringt neue Themen und verschiedene Erzählstrukturen, die über den traditionellen Rahmen hinausgehen. Es zeichnet sich durch Humor und ein starkes Gefühl von Lebensfreude aus.

9. Zentrale Themen und Figuren

Zentrale Themen sind die Liebe (gute und schlechte Liebe) und weltliche Angelegenheiten. Eine wichtige Figur ist die Kupplerin (Trotaconventos), die als Referenz in späteren Werken diente.

Vergleich: Spielmannskunst vs. Klerikerkunst

10. Tabelle der literarischen Schulen (Mester)

Mester de Juglaría (Spielmannskunst)
  • Epoche: 12. Jahrhundert (S XII)
  • Werk: Cantar de Mio Cid
  • Autorschaft: Anonym
  • Verbreitung: Mündliche Überlieferung (durch Spielleute)
  • Themen: Heldentaten und Taten von Helden (Azan der Helden)
  • Form: Metrisch umfangreiche, unregelmäßige, assonant gereimte Verse.
Mester de Clerecía (Klerikerkunst)
  • Epoche: 13. und 14. Jahrhundert (S XIII und S XIV)
  • Werke: Wunder Unserer Lieben Frau (Gonzalo de Berceo), Buch der Guten Liebe (Juan Ruiz)
  • Autorschaft: Bekannte Autoren (Kleriker)
  • Themen: Religiöse Themen, Heilige, Jungfrau Maria
  • Form: Cuaderna Vía (Vierzeiler, monoreimende Alexandriner)

Der Romancero (Balladen)

11. Entstehung und Ursprung des Romancero

Der Romancero (die Sammlung von Balladen) entstand am Ende des 14. Jahrhunderts (S XIV). Sein Ursprung liegt in den Fragmenten der großen mittelalterlichen Heldenepen (*Cantar de Gesta*).

12. Merkmale der Balladen (Romances)

Balladen sind anonyme lyrisch-narrative Mischformen, die Elemente von Ritterlichkeit und Abenteuer enthalten. Sie bilden den größten poetischen Kreis der kastilischen Literatur.

13. Unterscheidung zwischen alten und neuen Balladen

  • Romance Viejo (Alte Balladen): Anonyme Balladen, die aus der mündlichen Überlieferung gesammelt wurden.
  • Romance Nuevo (Neue Balladen): Eine Sammlung von Balladen, die von bekannten Autoren ab dem 16. Jahrhundert (S XVI) verfasst wurden.

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