Spanische Literatur: Prosa, Theater und Novelas Ejemplares
Eingeordnet in Spanisch
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,34 KB
Spanische Prosa im Mittelalter und der Renaissance
Prosa: Es gab sentimentale Romane (briefliche Liebesgeschichten voller Symbole mit tragischem Ausgang), wie das Werk „Cárcel de Amor“ (Gefängnis der Liebe) von Diego de San Pedro, und Ritterromane (sie erzählen die Liebesabenteuer eines Kriegers und Ritters).
Merkmale der Ritterromane
- Die fahrenden Ritter folgen den Ritterorden; der Ritter ist tapfer.
- Er ist verpflichtet, Taten zu vollbringen, die über seine Mittel hinausgehen, und ist stets triumphierend; er besitzt die Gabe der Allgegenwart.
- Alle Ritter haben eine Dame, der sie huldigen und der sie in voller Treue dienen.
- Die Handlung spielt in exotischen, manchmal magischen Umgebungen mit Elementen wie Zauberern, Zaubersprüchen sowie fantastischen Kreaturen und Monstern.
Die bekanntesten Werke waren „Tirant lo Blanc“ von Joanot Martorell und „Amadís de Gaula“ von Garci Rodríguez de Montalvo.
Theater im Mittelalter und der frühen Neuzeit
Theater: Vor dem 15. Jahrhundert gibt es kaum Referenzen zum Theater der Zeit; erhalten blieb nur das „Auto de los Reyes Magos“ (Spiel der Heiligen Drei Könige) aus der Mitte des 12. Jahrhunderts mit religiösen Themen.
Ab dem 15. Jahrhundert gab es verstärkt dramatische Aktivitäten zu Ostern und Weihnachten. Einige Werke wurden zur Geburt unseres Herrn von Gómez Manrique aufgeführt. Juan del Encina, der Vater des spanischen Theaters, schrieb Pastoralen (kurze dramatische Stücke mit religiösen, liebevollen und festlichen Themen) und verwendete den Sayago-Dialekt. Andere Autoren waren Lucas Fernández und Gil Vicente.
Beispielhafte Romane (Novelas Ejemplares)
Veröffentlicht im Jahr 1613. Es handelt sich um 20 Kurzgeschichten.
Klassifizierung und Merkmale
- Sie unterteilen sich in realistische und idealistische Erzählungen.
- Merkmale: Komplexe Handlung, die der italienischen Technik folgt; Idealisierung einer negativen Realität.
Narrative Struktur
Die Merkmale umfassen einen narrativen Rahmen mit einer Einleitung, welche die Ausgangssituation darstellt. Die Handlung ist in Episoden unterteilt, wobei das Ende oft eine Situation darstellt, die zum Nachdenken anregt.
Arten von Strukturen
- Verkettet (sorta): Ein Ereignis folgt dem nächsten.
- Eingebettete Erzählungen (Chinesisches Feld): Einige Episoden finden in anderen Ländern oder Kontexten statt.
Erzähler, Charaktere und Stil
- Erzähler: Unterschiedliche Standpunkte von mehreren Individuen, die als Erzähler fungieren.
- Charaktere: „Runde“ Charaktere mit einer gewissen Komplexität und psychischen Entwicklung. Sie vermitteln ein recht vollständiges Bild der damaligen Gesellschaft und gehören verschiedenen sozialen Schichten an.
- Themen: Verschiedene Bereiche wie Philosophie, Gesellschaftskritik, kulturelle Situation und Literaturkritik.
- Stil: Kombination verschiedener Ebenen des Sprachgebrauchs: gehobene Sprache (Kultsprache), Basisebene und vulgärer Slang.