Spanische Literatur: Vom Realismus bis zum Novecentismus

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Punkt 3: Der narrativ-realistische Roman

Der narrativ-realistische Roman zeichnet sich durch spezifische Funktionen und eine detaillierte Beschreibung der Umgebung aus. Die Position des Schriftstellers ist dabei nicht gänzlich objektiv; er nutzt Ressourcen wie Ironie, Charakterisierung und Vergleiche. Durch die Verwendung der allwissenden Erzählperspektive kann der Erzähler Kommentare abgeben, den Leser beeinflussen und die Kenntnis über die Charaktere sowie all ihre Gefühle, Gedanken und Hoffnungen vermitteln. Es dominiert das Thema der Konflikte zwischen Tradition und Fortschritt, Institutionen oder Klassen und deren Gewohnheiten, wobei ein einfacher und nüchterner Stil verwendet wird.

Benito Pérez Galdós

Benito Pérez Galdós gilt als einer der besten Geschichtenerzähler in kastilischer Sprache und als bedeutendster Vertreter des realistischen Romans. Sein Werk lässt sich wie folgt unterteilen:

  • Episodios Nacionales: Inspiriert von der spanischen Geschichte des 19. Jahrhunderts.
  • Romane der Beobachtung: Diese entspringen seiner eigenen Zeit und zielen darauf ab, das Leben des Landes zu verbessern. Sie werden in drei Gruppen unterteilt:
    • Thesenromane: Hier wird durch symbolische Charaktere die Auseinandersetzung zwischen liberaler und konservativer Ideologie dargestellt (z. B. Doña Perfecta).
    • Zeitgenössische Romane: Ihr kritischer Zweck wird durch die Position des allwissenden Erzählers deutlich. Das repräsentativste Werk dieser Gruppe ist Fortunata y Jacinta.
    • Spirituelle Romane: Hier verschlüsselt Galdós seine Hoffnung auf eine bessere Gesellschaft, wie in den Beispielen Misericordia (Barmherzigkeit) und Nazarín.

Punkt 4: Modernistische Poesie

Die modernistische Poesie steht unter dem Einfluss zweier französischer Bewegungen: dem Symbolismus und dem Parnassismus. Sie erhebt keinen Anspruch auf Realitätstreue, sondern zeugt von einer durch fantasievolles Spiel und Sinnesfreuden umgangenen Realität. Plastische Effekte, Berührung, Geruch und Geschmack – vor allem der Geschmack – sowie musikalische Gestalten in der Natur stehen im Vordergrund. Es gibt zwei Zentren des Interesses: den Ausdruck der Stimmungen des Dichters und die Schaffung exotischer sowie fantastischer Welten.

Antonio Machado

In seiner Jugend reiste Antonio Machado nach Frankreich und erwarb dort modernistische Einflüsse. Später hellte er seinen modernistischen Stil auf, behielt jedoch die Verwendung von Symbolen bei und widmete sich der Erforschung seiner Privatsphäre. In seinem Werk Campos de Castilla stehen seine Gedanken über das Leben im Mittelpunkt.

Thema 5: Moderne und die Generation von 98

Der Roman dieser Epoche ist vom Subjektivismus geprägt. Pío Baroja vertritt die Ansicht, dass der Roman am besten als eine Ansammlung beliebiger Ereignisse funktioniert. Miguel de Unamuno unterzog in seinem Werk Nebel (Fog) die Charaktere einer ästhetischen Behandlung, die seinen Absichten als Idealisierung oder Burleske entsprach. José Martínez Ruiz (Azorín) identifiziert sich stark mit einer seiner Romanfiguren.

Ramón M. del Valle-Inclán

Das groteske Theater von Valle-Inclán stellte eine Erneuerung des Dramas dar. Dies lag an seinem kritischen Inhalt, seiner dynamischen Konzeption des räumlichen und zeitlichen Rhythmus sowie an seiner Sprache, die grobkörnig, ironisch und sehr grausam ist.

Thema 6: Der Essay und der Novecentismus

Zum Novecentismus gehörten Menschen aus unterschiedlichen Bereichen. Diese Generation spielte eine aktive Rolle in der Gesellschaft und fand im Essay (The Test) das beste Mittel, um Wissen und Ideen zu verbreiten.

Der novecentistische Roman

Der novecentistische Roman setzte den Weg des Subjektivismus und der Erneuerung fort. Die Autoren neigen dazu, Situationen zu manipulieren, um ihre Ansichten zu verschiedensten Themen zu äußern.

Juan Ramón Jiménez

Juan Ramón Jiménez erhielt den Nobelpreis für Literatur. Als Dichter übte er einen großen Einfluss auf spätere Generationen aus. Sein Stil ist sehr reich und enthält Funktionen der gelehrten Poesie, des Volkstümlichen und der Avantgarde, stets auf der Suche nach dem exakten Ausdruck. Das zentrale Thema in seinem Werk ist die Natur. Er unterteilte sein Schaffen in drei Phasen:

  • Sensible Phase: Die Natur wird auf beschreibende Weise behandelt.
  • Intellektuelle Phase: Die Natur dient als Beispiel oder Sinnbild.
  • Sufiziente (ausreichende) Phase: Der Dichter verschmilzt mit der Natur.

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