Spanische Literatur: Romanzen, La Celestina und Lyrik

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Die spanischen Romanzen des Mittelalters

Die Romanzen sind kurze Geschichten in Versen. Sie entstanden am Ende des Mittelalters (14. und 15. Jahrhundert) durch die Zersplitterung epischer Gedichte. Besonders attraktive Passagen wurden als eigenständige Geschichten verbreitet. Um die öffentliche Nachfrage zu befriedigen, erweiterten die Spielleute ihr Repertoire um neue Romanzen, die jedoch den traditionellen Modellen folgten.

Klassen und Arten von Romanzen

Die alten Romanzen sind anonyme Erzählungen, die mündlich überliefert wurden. Es gab jedoch auch schriftliche Romanzen, die auf Messen verkauft und vermarktet wurden. Nach ihren Themen lassen sie sich wie folgt unterteilen:

  • Legendär: Mit Charakteren aus den Chansons de geste.
  • Historisch: Aktuelle Nachrichten, darunter die Grenzromanzen.
  • Romantisch: Erzählende Geschichten.
  • Lyrisch: Reiner Ausdruck von Emotionen.

Später entstandene Werke werden als neue Romanzen bezeichnet.

Technik und Stil der alten Romanzen

Zu den wesentlichen Merkmalen der alten Romanzen gehören:

  • Das Fragmentarische
  • Narrative Agilität
  • Die Tendenz zur Wiederholung
  • Orale Darreichungsformen
  • Einfachheit

Die Themen von La Celestina

Der junge Calisto und Melibea sind Sklaven der Liebe. Celestina schürt die unbändige Leidenschaft, was schließlich ins Unglück führt. Auf der anderen Seite werden die Kupplerin und die Knechte Calistos von Gier beherrscht, die sie am Ende ebenfalls zerstört. Der Tod bildet das bittere und katastrophale Ende der meisten Charaktere. Sie wollen schnell leben und die Freuden des Daseins genießen, doch das Schicksal macht sie zu Opfern ihrer eigenen Leidenschaften.

Traditionelle kastilische Lyrik

Die Hauptmotive der traditionellen kastilischen Lyrik sind Liebe und Natur, die oft kombiniert werden. Hieraus ergeben sich verschiedene Arten von Liedern:

  • Freundschaftslieder: Manchmal fröhlich, manchmal schmerzhaft aufgrund der Abwesenheit des Geliebten.
  • Liebeslieder: Ein Mann preist die Schönheit seiner Herrin oder beklagt ihre Gleichgültigkeit.
  • Arbeitslieder: Anspielungen auf das Sammeln, Jagen, Mahlen und andere Aufgaben.
  • Festtagslieder: Feierlichkeiten zur Ankunft des Frühlings oder zur Nacht von San Juan.
  • Berglieder: Ein Herr macht einer Hirtin Komplimente, während sie ihn durch die Berge führt.
  • Klagegesänge (Planctus): Trauer um den Tod eines geliebten Menschen.

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