Spanische Literatur des Siglo de Oro: Quevedo, Calderón, Tirso
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Francisco de Quevedo y Villegas (1580-1645)
Geboren in Madrid, zog er nach seinem Studium in Alcalá nach Valladolid, wo sein Leben eng mit dem Hof und seinem politischen Wirken verbunden war. In seinen letzten Jahren wurde er im Auftrag des Herzogs von Olivares in León inhaftiert, was ihm großes Leid zufügte. Quevedo zeichnete sich durch eine meisterhafte und absolute Beherrschung der Sprache und ihrer poetischen Ausdrucksformen aus.
Sein poetisches Werk lässt sich in folgende Kategorien unterteilen:
- Liebeslyrik: Gedichte, die den Konventionen der erotischen Lyrik seiner Zeit folgen.
- Metaphysische Lyrik: Behandelt Themen wie Angst, Enttäuschung, Resignation und die Vergänglichkeit des Lebens.
- Moralische Lyrik: Quevedo nimmt hier die Haltung eines Moralisten ein, persifliert und kritisiert menschliche Schwächen.
- Satirische Lyrik: Seine Gedichte spielen auf Persönlichkeiten der Gesellschaft des 17. Jahrhunderts, Schriftsteller, literarische Themen, Mythen, historische Ereignisse und literarische Helden an.
Bekanntestes Prosawerk: Der Buscón (Originaltitel: El Buscón).
Pedro Calderón de la Barca (1600-1681)
Geboren in Madrid, studierte er an den Universitäten von Alcalá und Salamanca, wo er seine theologische Ausbildung begann. Er widmete sich hauptsächlich dem Studium und dem Theater. Im Alter von 51 Jahren wurde er zum Priester geweiht und zum Hofkaplan des Königs ernannt. Calderóns dramatische Produktion umfasst über 100 Werke. Hinzu kommen zahlreiche Auto Sacramentales (geistliche Dramen) sowie mythologische und religiöse Dramen.
Calderón erreichte in seinen Dramen eine große symbolische Tiefe. In den meisten seiner Werke spiegeln sich drei zentrale Werte des 17. Jahrhunderts wider: die monarchische Treue, die religiöse Frömmigkeit und die Ehre. Nach einer Zeit der Vergessenheit wurde er im 19. Jahrhundert von spanischen und deutschen Romantikern wiederentdeckt.
Bekannte Werke: Der Richter von Zalamea (El alcalde de Zalamea) und Das Leben ist ein Traum (La vida es sueño).
Gabriel Téllez (Tirso de Molina) (1583-1648)
Gabriel Téllez, besser bekannt als Tirso de Molina, wurde in Madrid geboren. Obwohl seine genaue Biografie nicht vollständig bekannt ist, trat er als junger Mann dem Mercedarierorden bei. Sein Leben führte ihn durch verschiedene Städte Spaniens, darunter Sevilla, und er verbrachte auch einige Zeit in Westindien (Amerika) sowie auf einer Reise nach Portugal. Tirso war vor allem Dramatiker, schrieb aber auch Prosawerke wie die Cigarrales de Toledo. Er verteidigte Lope de Vega.
Werke:
Kleinere Werke:
- Die Klugheit der Frauen (La prudencia en la mujer)
Größere Werke:
- Der Zweifler, der sich selbst verurteilt (El condenado por desconfiado)
- Der Betrüger von Sevilla und der steinerne Gast (El burlador de Sevilla y convidado de piedra)
Der Betrüger von Sevilla bleibt in der Literaturgeschichte nicht wegen seines theologischen oder didaktischen Hintergrunds, sondern weil Tirso de Molina mit seiner Figur des Liebhabers und Wüstlings eine der wichtigsten Legenden und Mythen der Weltliteratur begründete: den Mythos des Don Juan.
Charakteristika seiner Stücke:
- Er gilt als einer der besten Charakterschöpfer. Seine Figuren, die aus verschiedenen sozialen Schichten und Verhältnissen stammen, sind mit starken und menschlichen Profilen ausgestattet, ohne jedoch die symbolische Tiefe von Calderón de la Barca zu erreichen.
- In den meisten seiner Werke zeigt Tirso de Molina seine Beherrschung der Sprachkunst und Poesie sowie sein tiefes Verständnis der dramatischen Struktur.