Spanische Literaturklassiker und Grundlagen der Textlinguistik

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Jorge Manrique: Verse über den Tod seines Vaters

Verse über den Tod seines Vaters (Coplas a la muerte de su padre) von Jorge Manrique ist eine Elegie, in der die schmerzliche Erfahrung des Verlusts von Rodrigo Manrique den Dichter dazu führt, über den Tod nachzudenken. Diese Verse stehen in einem langen literarischen Strom, der die Frage des Todes thematisiert. Sie distanzieren sich von der Kälte und der übermäßig verzierten, gelehrten Form (Kultismus). Das Gedicht spiegelt die Auseinandersetzung mit dem Tod wider, verzichtet jedoch auf eine makabre Vision, die Angst auslöst.

Themen und Motive des Gedichts

Das Werk enthält eine Reihe von Ideen zur Betrachtung der Welt, wie:

  • Vanitas vanitatum: Die Eitelkeit der Eitelkeiten.
  • Verachtung des irdischen Lebens: Die Geringschätzung weltlicher Güter.
  • Ubi sunt: Die Frage nach dem Verbleib der Verstorbenen.
  • Unbeständigkeit des Glücks: Die Flüchtigkeit des Schicksals.
  • Unermüdliche Präsenz des Todes: Die Allgegenwart des Endes.

Struktur und formaler Aufbau

Die behandelten Texte umfassen die Strophen 16 bis 24. Das Gedicht ist in drei Teile unterteilt:

  1. Die ersten 14 Strophen: Reflexion über irdische Dinge.
  2. Die nächsten 10 Strophen: Der vorläufige Charakter des Weltlichen.
  3. Der Rest: Eine düstere Vision des Todes.

Das Gedicht ist in Versos de pie quebrado (gebrochener Fuß) verfasst: Strophen, die aus zwei unabhängigen, gereimten Sechzeilern bestehen (jeweils zwei Achtsilber und ein Viersilber). Der Stil ist bewusst einfach gehalten.

La Celestina: Ein Werk im Dialog

La Celestina ist ein Werk im Dialog. Für einige ist es ein Drama, für andere ein dialogisierter Roman. Es ist für das kollektive Lesen konzipiert. Sprache und Stil sind auf einen gelehrten Ausdruck ausgerichtet (reich an Latinismen), wobei gleichzeitig volkstümliche Elemente (Beleidigungen etc.) einfließen.

Charaktere und gesellschaftliche Reflexion

Die Charaktere sind wie folgt charakterisiert:

  • Calisto: Der galante Liebhaber, der sich wie ein von Leidenschaft geblendeter Tor verhält.
  • Melibea: Sie agiert im Werk sehr aktiv.
  • Alisa und Pleberio: Die Eltern, die nichts von den Gefühlen ihrer Tochter ahnen.
  • Celestina sowie die Welt der Kuppler und Prostituierten: Sie spiegeln Selbstsucht und Gier wider.

Das Werk reflektiert die Denkweise der Menschen und die Werte des frühen Kapitalismus.

Grundlagen der Textlinguistik

Der Text ist eine sprachliche Einheit, die absichtlich von einem Absender an einen Empfänger in einer konkreten kommunikativen Situation gerichtet wird. Die Textgrammatik besteht aus einer semantischen, einer syntaktischen und einer kommunikativen Struktur.

Die drei Eigenschaften des Textes

  1. Angemessenheit: Die Texte sind aus kommunikativer Sicht zweckmäßig gestaltet.
  2. Kohärenz: Die Eigenschaft, dass der Text als sinnvolles Ganzes wahrgenommen werden kann.
  3. Kohäsion: Die sprachliche Manifestation der Kohärenz durch Verknüpfungsmittel.

Semantische Beziehungen und Stilmittel

Synonymie ist die Beziehung zwischen zwei Wörtern, die eine oder mehrere Bedeutungen teilen. Es gibt zwei Arten:

  • Partielle Synonymie: Wenn sie nur in einigen Bedeutungen übereinstimmen.
  • Totale Synonymie: Wenn ein Wort vollständig durch ein anderes ersetzt werden kann.

Die Metapher basiert auf Ähnlichkeit; ein Wort übernimmt dabei die Bedeutung eines anderen.

Die Metonymie beschreibt die Beziehung zwischen Begriffen basierend auf der Nähe der Realitäten. Sie kann folgende Formen annehmen:

  • Der Teil für das Ganze (oder umgekehrt).
  • Der Nutzer für das Objekt.
  • Marken- oder Produktname für den Schöpfer.
  • Das Gefäß (Kontinent) für den Inhalt.
  • Der Gegenstand für den Ort der Institution.
  • Ort und Zeit für das Ereignis.

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