Spanische Lyrik 1940-1970: Miguel Hernández & Epochen

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Miguel Hernández und die spanische Lyrik ab 1940

Miguel Hernández (1910–1942): In seinen Gedichten lassen sich vier Stufen feststellen:

  • a) Eine Phase, die durch einen barocken Ton in der Poesie gekennzeichnet ist.
  • b) Im Jahr 1936 veröffentlichte er „Der Strahl, der nicht zu stoppen ist“ (El rayo que no cesa).
  • c) Während des Krieges entstand eine Kampfpoesie, die den Republikanern dienen sollte; er veröffentlichte „Wind des Volkes“ (Viento del pueblo). Dies sind Gedichte, die den Tod von Lorca betrauern. Miguel Hernández sagte: „Der Mann ist ein Jäger.“
  • d) Eine nackte und tiefe Poesie.

Die 40er Jahre: Lyrik nach dem Bürgerkrieg

Die Poesie entwickelte sich rund um drei Zeitschriften: „Escorial“, „Garcilaso“ und „Espadaña“ (Belfry).

  • „Escorial“: Hier trafen sich die Dichter der Generation von 36, die sich für eine intime Poesie mit traditionellen lyrischen Themen wie Liebe, Tod, Land und Landschaft entschieden.
  • „Garcilaso“: Diese wurde mit Unterstützung der Franco-Regierung gegründet, um eine Poesie zu etablieren, die den Zwecken der Diktatur diente. Die wichtigsten Themen sind Gott, das Vaterland, die kastilische Landschaft und die Liebe – eine Poesie der Ästhetik und Realitätsflucht.
  • „Espadaña“ (Belfry): Diese Zeitschrift reagierte auf die ästhetische Vision und Realitätsflucht. Eine Reihe von Schriftstellern forderte mehr Poesie mit existenziellem menschlichem Gehalt, welche die herzzerreißende Wirklichkeit der Zeit widerspiegelt. Die Idee der Dichtung als Kommunikation wurde wiedergeboren. Themen sind historische Angst und Existenzangst (wie bei José Hierro).

Die Avantgarde (Vanguard)

Es gibt Schriftsteller, die den Surrealismus nutzen und versuchen, eine Verbindung zur Generation von 27 herzustellen. In der surrealistischen Poesie ist der Wunsch der Motor der Welt. Die wichtigsten Stilmittel sind verkettete Metaphern, die auf Träumen, Halluzinationen und dem Unbewussten beruhen.

Die 50er Jahre: Die soziale Poesie

Blas de Otero und Gabriel Celaya stellten menschliche Probleme in einen sozialen Kontext. Ihr Gefolge bildete die „soziale Poesie“, der viele folgten, die zuvor Teil der „entwurzelten Poesie“ waren.

Themen sind Spanien, soziale Ungerechtigkeit, Entfremdung, die Welt der Arbeit sowie der Wunsch nach Freiheit und einer besseren Welt. Stilistisch nutzt diese Lyrik eine klare, umgangssprachliche Sprache.

Die 60er Jahre: Reflexion und Ironie

Vertreter: Jaime Gil de Biedma, Francisco Solen, Claudio Rodríguez, etc.

Gemeinsame Themen:

  • Die Reflexion über das Vergehen der Zeit.
  • Die Liebe als Ausdruck von Erotik und Freundschaft.
  • Die Reflexion über das dichterische Schaffen.
  • Soziale und politische Themen, die mit ironischer Distanz und großer stilistischer Perfektion behandelt werden.

Der Stil ist deutlich umgangssprachlich. Jeder Dichter sucht nach einer persönlichen, neuen Sprache. Sie lassen sich nicht von Avantgarde-Experimenten verleiten und nutzen oft Ironie.

Die 70er Jahre: Die neuesten Dichter (Novísimos)

Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:

  • Sorge um Form und Sprache.
  • Bruch mit der traditionellen Kultur und Inspiration durch Kino, Sport, Fernsehen, Comics und Musik.
  • Einbindung von hochgebildeten Verweisen auf internationale Werke und Autoren.

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