Spanische Lyrik im Mittelalter und der Vorrenaissance

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Die spanische Lyrik im Mittelalter und in der Vorrenaissance

Traditionelle Lyrik

Die traditionelle Lyrik umfasst anonyme Texte, die meist aus dem 11. Jahrhundert stammen. Kurze Lieder, wie die Jarchas, zeichnen sich durch Schlichtheit und Ausdruckskraft aus. Sie haben eine kollektive Dimension und behandeln ländliche Themen.

Themen der traditionellen Lyrik

  • Liebeslieder
  • Albadas (Morgenlieder)
  • Hochzeitslieder
  • Arbeitslieder (z. B. Marsch- und Mailieder)

Geografische Verbreitung

  • Jarchas
  • Galizisch-Portugiesische Lyrik
  • Traditionelle kastilische Lyrik

Metrik und Stil

Die traditionelle Lyrik zeichnet sich durch metrische Einfachheit, kurze Verse, Reim und Assonanz aus.

Balladen

Die Balladen stehen zwischen Lyrik und Epik. Sie entstanden am Ende des Mittelalters aus dem Interesse an Epen. Die ursprünglichen Balladen sind anonym und wurden mündlich überliefert. Die neuen Balladen entstanden zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert.

Themen der Balladen

  • Lyrische Balladen: Ausdruck von Gefühlen
  • Romanhafte Balladen: Fantasieelemente und historische Realität
  • Grenz- und Maurenballaden: Koexistenz von Christen und Mauren

Stil der Balladen

Die Balladen zeichnen sich durch Einfachheit und Spontaneität aus. Weitere Merkmale sind:

  • Fragmentarismus: Der Text konzentriert sich auf das Wesentliche und hat oft ein offenes Ende.
  • Mündliche Überlieferung: Häufige Verwendung von Parallelen und Wiederholungen.
  • Dialoglastigkeit: Verwendung der direkten Rede, um die Aufmerksamkeit des Zuhörers zu gewinnen.
  • Tempuswechsel
  • Varianten: Verschiedene Versionen derselben Ballade.

Höfische Lyrik

Die höfische Lyrik wurde von gebildeten Autoren verfasst. Das zentrale Element ist die höfische Liebe, die im 12. Jahrhundert in Frankreich entstand. Die menschliche Liebe wird als Dienst an der Frau verstanden. Die Gedichte wurden in einer romanischen Sprache, ähnlich dem Katalanischen, verfasst. Oft geht es um unerfüllte Liebe oder Ehebruch.

Vorrenaissance

Im 15. Jahrhundert kündigte sich die Renaissance an. Wichtige Entwicklungen waren:

  • Einfluss italienischer Städte und der Figur Dantes.
  • Erstarken des höfischen Adels.
  • Wiederentdeckung der griechisch-römischen Literatur.
  • Wachsende Bedeutung des Ruhms (fama) und des Schriftstellers.
  • Gefühl der Krise und Unsicherheit.
  • Das Glück (fortuna) als bestimmende Kraft des menschlichen Schicksals.

Jorge Manrique

Jorge Manrique wurde 1440 in Palencia in eine Adelsfamilie geboren. Er starb 1479 bei der Verteidigung von Königin Isabella. Er war ein höfischer Edelmann.

Coplas a la muerte de su padre

In den Coplas (Strophen) verarbeitet Manrique den Schmerz über den Tod seines Vaters. Abstrakte Begriffe von Leben und Tod aus dem Mittelalter werden aufgegriffen. Der Stil ist eine Mischung aus religiöser und volkstümlicher Sprache.

Struktur der Coplas

Das Werk besteht aus 40 Strophen und ist in drei Teile gegliedert:

  1. Allgemeine Betrachtungen
  2. Veranschaulichung mit konkreten Beispielen
  3. Die Figur des verstorbenen Don Rodrigo

Stil der Coplas

Die Coplas zeichnen sich durch eine strenge, einfache und geradlinige Sprache aus. Häufig verwendet Manrique Allegorien, Gleichnisse und Metaphern.

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