Spanische Lyrik: Rafael Alberti und Vicente Aleixandre
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Rafael Alberti: Dichter, Maler und Exilant
Rafael Alberti (geb. 1902 in Puerto de Santa María, Spanien) war ein bedeutender spanischer Dichter. Er studierte an der Jesuiten-Hochschule seiner Heimatstadt, von der er jedoch wegen Disziplinlosigkeit verwiesen wurde. 1917 zog er mit seiner Familie nach Madrid, wo er sein Interesse für die Malerei sowie für die romantische und modernistische spanische Dichtung entdeckte.
Literarischer Durchbruch und die Generación del 27
Schon bald führte ihn seine literarische Berufung: 1925 veröffentlichte er die Gedichtsammlung Marinero en tierra, wofür er gemeinsam mit Gerardo Diego den Nationalen Literaturpreis erhielt. Es folgten weitere Gedichte, die alle von der andalusischen Folklore und der Poesie des Liedes inspiriert waren.
Die Feier des dreihundertsten Todestages von Góngora war bedeutsam für die Dichtergeneration, der er angehörte (bekannt als die Generación del '27). Dies markierte einen Wandel in seiner Poesie, die sich dem Experimentieren mit innovativen Techniken zuwandte. Er schrieb mehrere Bücher in der neogongoristischen Strömung. Danach wandte er sich der surrealistischen Poesie zu, die mehr in der Technik als in der Lebenseinstellung begründet war, was besonders in Sobre los ángeles (1929) hervortritt.
Politisches Engagement und Exil
Zunehmende soziale und politische Auswirkungen (1931 trat er der Kommunistischen Partei bei) verlagerten seine Gedichte hin zu sozialen Fragen. Er erprobte sich erstmals im Theater mit modernen, engagierten und sogar revolutionären Dramen und Farcen. Es folgten Jahre des Reisens, der Rezitationen und des aktiven antifaschistischen Kampfes mit der Veröffentlichung von Artikeln und Gedichten in Zeitungen.
Nach dem Ende des Bürgerkriegs zog er mit seiner Frau, der Schriftstellerin María Teresa León, zunächst nach Frankreich und dann nach Chile, bevor er sich endgültig in Buenos Aires niederließ. Hier erlebte er eine fruchtbare literarische Periode, die jedoch Ausdruck seiner intimen Trauer aufgrund des Exils war. 1963 zog er nach Rom, wo er bis zum Ende seines Exils 1977 lebte. Nach seiner Rückkehr nach Spanien war er für kurze Zeit kommunistischer Abgeordneter für Cádiz. 1983 erhielt er den Cervantes-Preis.
Vicente Aleixandre: Nobelpreisträger der Lyrik
Einführung und Auszeichnungen
Vicente Aleixandre (1898–1984), spanischer Dichter, gewann 1977 den Literaturnobelpreis. 1934 hatte er bereits den Nationalen Literaturpreis gewonnen. Seit 1949 war er Mitglied der Königlichen Spanischen Akademie.
Biografische Skizze und Krankheit
Geboren in Sevilla, verbrachte er seine Kindheit in Málaga. Im Alter von dreizehn Jahren zog er nach Madrid. Er schloss sein Studium in Jura und Handelsrecht an der Universität Madrid ab und war von 1920 bis 1922 Professor für Wirtschaftsrecht.
1925 erkrankte er an Tuberkulose, die ihn in ein Sanatorium in der Sierra de Guadarrama bei Madrid zwang, was ihn für mehrere Jahre vom kulturellen und gesellschaftlichen Leben fernhielt. Während dieser schweren Krankheit begann er, Gedichte zu schreiben. Fortan widmete er sich ganz der Literatur.
Die Generación del 27 und literarischer Einfluss
Er gehörte zur Generación del 27, die 1927 Luis de Góngora ehrte, nachdem die Behörden sich geweigert hatten, den akademischen Dreihundertjahrfeier des Todes des großen Dichters des spanischen Goldenen Zeitalters zu feiern. Aleixandre übte durch die Intensität und Leidenschaft seines Werkes großen Einfluss auf spätere Dichtergenerationen aus, obwohl einige Dichter, insbesondere der sozialen Generación del 50, dies nicht bemerkten.
Seine kränkliche Gesundheit zwang ihn zu einem Leben fernab von Lärm und Hektik in seinem Haus in der Velintonia-Straße in Madrid. In den letzten Jahren seines Lebens wurde dieses Haus zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt für literarische Intellektuelle und Dichter.
Nobelpreis und Gesamtwerk
Den Nobelpreis erhielt er 1977 „für sein großes kreatives Werk, das in der Tradition der spanischen Lyrik verwurzelt ist und moderne poetische Bewegungen erleuchtet, indem es die menschliche Existenz im Kosmos und die Bedürfnisse der Stunde darstellt“.
Als großer spanischer Vertreter der reinen Poesie veröffentlichte er 1928 sein erstes Buch, Ámbito. Darin zeigt er sein Interesse an der Natur und vermittelt Wissen, das Leidenschaft ermöglicht. Das Werk weist einen deutlichen Einfluss von Juan Ramón Jiménez auf und ist offen für die innere Betrachtung.