Spanische Lyrik der Romantik: Merkmale und Dichter

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Die Lyrik in der Romantik

Merkmale der Epoche

  • Evasión (Flucht) aus der Wirklichkeit: Die Sehnsucht nach dem Entkommen aus dem Alltag.
  • Búsqueda (Suche) nach exotischen Landschaften: Vorliebe für ferne und unbekannte Orte.
  • Freie Manifestation der Gefühle: Der ungefilterte Ausdruck der inneren Gefühlswelt.
  • Absicht, den Leser zu berühren: Die emotionale Wirkung steht im Vordergrund.
  • Metrische Neuerungen: Wiederverwendung der Romanze sowie neue metrische Kombinationen.

Bedeutende romantische Dichter

1. José de Espronceda

Espronceda gehörte der Geheimgesellschaft Numancia an. Nachdem seine Aktivitäten entdeckt worden waren, wurde er in ein Kloster gesperrt, aus dem er später nach Portugal floh. In diesem Land verliebte er sich in Teresa Mancha und folgte ihr nach London. Er fühlte sich von der Politik angezogen und nahm 1830 an der französischen Revolution teil. Teresa war bereits verheiratet; nach einer Trennung entführte er sie und schaffte es, sie erneut für sich zu gewinnen. Er starb im Jahr 1839.

Er zeichnete sich in der Poesie aus und schrieb unter anderem:

  • El diablo mundo (Die Teufelswelt)
  • El estudiante de Salamanca (Der Student von Salamanca)
  • La canción del pirata (Das Lied des Piraten)

2. Gustavo Adolfo Bécquer

Bécquer wurde 1836 in Sevilla geboren und zog mit 18 Jahren nach Madrid. Seine Ehe war ein Fehlschlag. Seine Verdienste als Dichter wurden zu Lebzeiten kaum gewürdigt; seine Werke wurden erst nach seinem Tod im Jahr 1870, als er an Tuberkulose starb, von seinen Freunden veröffentlicht. Erst mit der Moderne setzte die volle Anerkennung seines Wertes ein.

Durch eine natürliche Sprache offenbart Bécquer uns seine Privatsphäre. Seine Gedichte sind meist sehr kurz und durch den Einsatz von Assonanzreimen geprägt.

Lyrisches Werk

Sein Hauptwerk ist in dem Buch Rimas (Reime) enthalten. Bécquers poetische Sprache zeichnet sich durch einen kurzen, intimen Ton, repetitive Strukturen, Metaphern sowie Naturbilder aus. Zudem nutzt er häufig Dialoge und den Gleichklang der Reime.

Prosa

In seinen Leyendas (Legenden) mischt er in kurzen Geschichten exotische, geheimnisvolle und traumhafte Elemente.

3. Rosalía de Castro

Sie wurde 1837 in Santiago de Compostela geboren. Im Jahr 1885 starb sie an Krebs und wurde zunächst in Iria Flavia begraben, bevor ihre sterblichen Überreste später in eine Kirche in Santiago de Compostela überführt wurden.

Obwohl sie mehrere Romane und zwei frühe Gedichtbände verfasste, gilt sie vor allem aufgrund ihrer drei Hauptwerke der Lyrik als eine der besten Dichterinnen ihrer Zeit. Zwei dieser Bücher wurden auf Galicisch und eines auf Kastilisch verfasst. Rosalía de Castro hatte eine Vorliebe für lange Verse mit Assonanzreimen und nutzte häufig das Stilmittel der Wiederholung.

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