Spanische Mystik und Asketik: Fray Luis de León und San Juan de la Cruz
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Wir finden eine Reihe bedeutender Schriftsteller, die sich mit mystischen und asketischen Themen befassten. Der mystische Dichter suchte die Vereinigung von Seele und Göttlichkeit, während der Asket moralische Vollkommenheit anstrebte. Oft vermischen sich beide Konzepte.
Fray Luis de León
Geboren in Cuenca, legte er sein Gelübde im Orden des Heiligen Augustinus ab. Latein war die ausschließliche Sprache der universitären Ausbildung, doch Fray Luis de León (FLL) befürwortete, zusammen mit Teresa von Ávila (STJ) und Juan de la Cruz (CJS) unter anderem, die Bildung in Kastilisch. FLL war daran interessiert, dass alle Menschen seine Werke verstehen konnten, weshalb er sich entschied, nicht in lateinischer Sprache zu schreiben.
Werke
Seine Werke sind in Prosa und Versen verfasst, sowohl in Latein als auch in Kastilisch.
Prosa
- Im Namen Christi: Eine Abhandlung über die verschiedenen Bezeichnungen, die Christus in der Bibel gegeben werden.
Verse
- Ode an das zurückgezogene Leben: Behandelt das Thema des Horaz’ „Beatus Ille“ (Gesegnet sei er...), das das einfache, zurückgezogene Leben auf dem Land dem selbstsüchtigen Leben in der Stadt gegenüberstellt. Eine Ode ist eine lyrische Komposition, in der Bewunderung für etwas Erhabenes oder jemanden ausgedrückt wird.
- Noche Serena: Poesie der Fülle, in der der Himmel und der Sternenhimmel betrachtet werden.
Themen und Stil
In seinen Gedichten erscheint die Seele als Gefangene des Körpers und sehnt sich nach der Rückkehr zum Göttlichen. Das zentrale Thema ist das Gefängnis der Seele. Die Gedichte von Fray Luis sind autobiografisch, da sie seine täglichen spirituellen Erfahrungen widerspiegeln. Sein Stil zeichnet sich durch Nüchternheit und Exaktheit aus.
San Juan de la Cruz
San Juan de la Cruz (SJC) ist ein weiterer großer Mystiker dieser Zeit. Zusammen mit der Reform von Teresa von Ávila führte er die Reform des Karmelitenordens durch.
Geboren in Ávila, widmete er sich den Klöstern von Teresa von Ávila. Zeitlebens war er ein Liebhaber der inneren Einkehr, da er in allem, was ihn umgibt, den göttlichen Eindruck sah. Die Gefangenschaft, die er erlitt, begünstigte seine Isolation und Erinnerung an die „Nacht“.
Werke
In der Poesie von San Juan finden wir zwei konstante Symbole: Der Einfluss Gottes als „Dunkelheit“ und der Heilige Geist als „fordernde Liebe“.
- Dunkle Nacht der Seele: Besteht aus drei Teilen, die sich auf die drei Zustände des mystischen Weges beziehen:
- Reinigung (Purgation): Die Seele wird durch das Gebet von ihren Lastern und Sünden gereinigt.
- Erleuchtung (Illumination): Sobald die Seele gereinigt ist, ist sie Gott unterworfen und muss dem Willen Gottes folgen und allen Versuchungen widerstehen.
- Vereinigung (Union): Die Seele ist mit Gott vereint und empfängt Ekstasen, Levitation, Stigmata oder Wunden im Körper (wobei nur wenige dies erreichten).
Die Nacht ist das Symbol des Glaubens, durch den die Seele flieht. Die Nacht, die zu Beginn Finsternis und Dunkelheit ist, wird zu Licht und Teil der Liebe des Liebhabers (Gottes und des Mystikers). Dieses Gedicht beschreibt die Vereinigung der Seele mit Gott mit dem Bild eines Mädchens, das nachts aus ihrem Haus flieht, um ihren Geliebten zu treffen.
- Geistlicher Gesang: Ein Gedicht, das beschreibt, wie die Seele (die Geliebte) den göttlichen Geliebten sucht, um die Welt zu sehen, wobei sich seine Augen in einem Brunnen spiegeln. Die beiden erreichen die liebende Vereinigung und Ekstase.
- Lebendige Liebesflamme
Stil
In seinen Gedichten stellen Berge, Täler, Blumen und Brunnen Ideen und Abstraktionen dar, die alle seine geistigen Emotionen widerspiegeln. Er verwendet Verben und Adjektive sparsam, während die Nomen reichhaltig sind. Es gibt eine reichhaltige Interpunktion.