Spanische Nachkriegsliteratur: Realismus und Existenzialismus (1939-1950er)
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Roman nach 1939: Nachkriegszeit und Generationen
Generation nach dem Bürgerkrieg (Novezentismus und Realismus)
1. Nachkriegszeit (Erste Phase): Propagandistischer Roman
Nach dem Bürgerkrieg produzierte die erste Nachkriegsgeneration Erzählungen, die oft propagandistische Züge trugen.
2. Die Jahre 40: Existenzialistische Romane
In dieser Zeit standen folgende Themen im Fokus: Einsamkeit, Unzulänglichkeit, Frustration und der Tod in realistischen Romanen. Es ging um das Individuum gegen das schicksalhafte Unbehagen. Die Figuren waren oft marginalisiert und rebellisch. Die Geschichten entfalteten sich in urbanen Umgebungen, wobei der Raum tendenziell die Zeit verkürzte.
Autoren und Werke dieses Trends:
- Die Familie des Pascual Duarte von Camilo José Cela
- Nada von Carmen Laforet
- Der Schatten der Zypressen ist lang von Miguel Delibes
a) Camilo José Cela
Seine Ideen waren geprägt von einer alarmierenden Weltsicht und dem existenziellen Pessimismus, den er von Baroja erbte. Seine Karriere gliedert sich in drei Phasen:
- 1. Phase: Realistischer Tremendismus (z.B. Die Familie des Pascual Duarte).
- 2. Phase: Sozialer Realismus (z.B. The Hive).
- 3. Phase: Experimentelle Phase (z.B. Amt der Finsternis).
b) Miguel Delibes
Gekennzeichnet durch eine humanistische Perspektive. Er analysierte die marginalisierte ländliche Gesellschaft (Kastilien) und übte Kritik an der städtischen Bourgeoisie. Seine Erzählwerke entwickelten sich wie folgt:
- Existenzialistischer Roman: Der Schatten der Zypressen ist lang.
- Roman mit stärkerer sozialer Ausrichtung: Fokus auf zwei Umgebungen: Realismus der ländlichen Umgebung (z.B. Rats) und Realismus der städtischen Umgebung (z.B. Rotes Blatt).
- Formal experimenteller Roman: Mario mit 5 Stunden.
c) Carmen Laforet
Ihr Roman Nada hat einen autobiografischen Hintergrund.
d) Torrente Ballester
Dieser Autor ist schwer zuzuordnen. Seine Werke zeigen folgende Tendenzen:
- Roman über den Krieg: Javier Marino.
- Traditioneller realistischer Roman: Die Freuden und Schatten.
- Mischung aus struktureller Erneuerung mit Fantasie, Humor und Parodie (Experimentalismus): La Saga / Fuga de JB.
- Humor und literarisches Spiel: Filomena, obwohl ich mich.
e) Andere Trends der späten 40er Jahre
Zu diesen zählten der traditionelle Realismus, Fantasyliteratur und Humor.
3. Die 50er Jahre: Der Roman des sozialistischen Realismus
Charakterisiert durch ethisches Engagement, Zeugnis und soziale Anklage, ideologisch links gerichtet.
Der objektivistische Erzähler
Dieser Erzähler versuchte, das Äußere und das Verhalten der Figuren wiederzugeben. Der kritische Erzähler projizierte seine Ideologie auf die Figuren.
Themen und Struktur
- Themen: Der Wandel vom individuellen zum kollektiven Thema: das harte Leben auf dem Land, die Arbeitswelt, die städtische Armut.
- Struktur: Lineare Geschichte, scheinbar einfache Dialoge. Die erzählte Zeit wird auf einen kurzen Abstand reduziert. Die Sprache ist von der Alltagssprache abgeleitet. Der Objektivismus dominierte, beeinflusst von filmischen Techniken des Behaviorismus. Der kollektive Charakter und der Dialog werden bevorzugt.
Erzählerische Ziele und Werke:
a) Jesús Fernández Santos
Er setzte den sozialen Realismus mit Der Mutige fort, der das Elend der Nachkriegszeit anklagte. Später wandte er sich intimeren Romanen zu, wie dem historischen Roman Gasthörer.
b) Ignacio Aldecoa
Bekannt für seine poetische Prosa und Kurzgeschichten (z.B. Das Licht und Blut). Sein Werk thematisiert die Welt der Zigeuner, der Stierkämpfer und der Guardia Civil.
c) Rafael Sánchez Ferlosio
Autor von drei wichtigen Romanen:
- Branchen und Irrfahrten des Alflanhui: Ein Präzedenzfall, der Magischen Realismus mit Alltagsrealität mischt, ähnlich dem Schelmenroman.
- Jarama: Ein Meilenstein des sozialen Realismus, der die Illusionlosigkeit und Sinnlosigkeit des Alltags junger Arbeiter während eines Picknicks am Jarama ausdrückt. Die Dialoge reproduzieren buchstäblich das Gesprochene.
- Der Wille Yarfoz: Fantastischer Natur.
d) Carmen Martín Gaite
Thematisiert die Kommunikationsstörung (Incomunicación). Ihr Werk Hinter der vierten, auf halbem Weg bewegt sich zwischen Autobiografie, Erinnerung und bewusstem Traum.
Erzähler des kritischen Realismus:
a) Juan Goytisolo
Wichtiger Romanautor mit internationaler Ausrichtung. Drei Etappen: Realismus und engagierte Literatur (Duel), Kampf um die Identität (nl Paradise Zeichen), und experimentelle Phase (Makbara), die sich vom Roman entfernt und die islamische Kultur untersucht, um westliche Werte kritisch zu hinterfragen.
b) Ana María Matute
Sie wechselt zwischen sozialem und lyrischem Realismus, basierend auf Sinneseindrücken und poetischen Effekten. Ihr bestes Werk ist Erster Bericht, die Liebesgeschichte zweier junger Menschen während des Krieges.
c) Juan Massah
Seine Karriere begann mit Romanen des kritischen und sozialen Realismus (z.B. CN 1 slo Encerrads Spielzeug). Er bekräftigte sein Erzählschema.