Spanische Nachkriegslyrik: Realismus, Postismo und die Generation '27
Eingeordnet in Spanisch
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 2,64 KB
Zwei Überlebende der Generation von '27
Dámaso Alonso: Hijos de la Ira (Kinder des Zorns)
Dámaso Alonso veröffentlichte dieses Werk im Jahr 1944. Sein Hauptthema ist der Mensch, der in eine Welt voller Unbekannter, zu entziffernder Rätsel und Anfeindungen getaucht ist.
Das Werk führt eine überraschende und verletzende Alltagssprache ein, die Traurigkeit, aber auch Angst, Abscheu und manchmal Zärtlichkeit hervorruft. Im ersten Gedicht des Buches, Insomnio (Schlaflosigkeit), äußert der Autor die Angst vor Einsamkeit und Verlassenheit in einer Welt, die er nicht ganz versteht, in der Gott straft, aber schweigt.
Vicente Aleixandre: Sombra del Paraíso (Schatten des Paradieses)
Dieses Werk erschien ebenfalls 1944. Man könnte es als eine Hymne an das Licht bezeichnen, das aus der Finsternis entsteht.
Das Thema des Buches ist das Universum: die Erschaffung einer himmlischen Welt, in der die Elemente der Natur Schönheit ausstrahlen. Im Zentrum der Vision des Dichters steht die Liebe.
Sozialer Realismus in der Dichtung (1940er/1950er)
In den 1940er und 1950er Jahren entwickelte sich die Dichtung zu einer privilegierten Form des Sozialen Realismus. Die Sprache der Poesie wurde zu einem Zeugnis, das Ungerechtigkeiten beschrieb und anprangerte, um die breite Masse anzusprechen. Diese Bewegung erreichte ihren Höhepunkt in den Fünfzigerjahren.
Die Poesie wurde als Werkzeug zur Veränderung der Welt betrachtet. Dichter sahen ihren unbestrittenen Meister in Antonio Machado.
Wichtige Vertreter:
- Gabriel Celaya
- Blas de Otero
Blas de Otero (1916–1979)
Blas de Otero wurde 1916 in Bilbao geboren und starb 1979 in Madrid. Die zentralen Anliegen der Dichter dieser Zeit spiegeln sich in seinem Werk wider:
- Gott, Mensch, Spanien
- Leben, Tod, Schmerz, Elend
Seine frühen Gedichte, bekannt als „entwurzelte Poesie“, thematisieren die Angst, die der Krieg mit sich bringt. Die Menschen sind sich ihrer Sterblichkeit und ihrer unsterblichen Sehnsucht bewusst, doch Gott antwortet nicht.
Werk: Pido la Paz y la Palabra (Ich verlange den Frieden und das Wort)
Dieses Werk wurde 1955 veröffentlicht. Da Gott nicht antwortet, wandte sich der Dichter den Menschen und der Rehumanisierung zu. Er nutzte seine Stimme, um die Mehrheit gegen die Diktatur zu verteidigen und den Frieden zu fordern.
Postismo
Das Postismo entstand 1945. Es war eine surrealistische Avantgarde-Bewegung von kurzer Dauer und das Ergebnis einer tiefgreifenden literarischen Bewegung.