Spanische Nachkriegspoesie: Strömungen, Autoren und Merkmale

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Verwurzelte Poesie Spaniens

Positiv verwurzelte Poesie. Als gemeinsame Merkmale präsentiert sie die Tatsache, dass es sich um eine nationalistische und heldenhafte Dichtung handelt; sie zeichnete sich oft durch religiösen Eifer aus. Sie hat einen klassischen, ruhigen und optimistischen Ton. Die wichtigsten Autoren der Zeit sind die Dichter im Umfeld der Falange wie Luis Rosales, Luis Felipe Vivanco, Ridruejo und Leopoldo Panero. Alle diese teilen Merkmale mit anderen Dichtern um die Zeitschrift Garcilaso. Aber der wichtigste war José García Nieto.

Entwurzelte Poesie

Als wichtigste Merkmale weisen wir auf die Existenz eines Gefühls der Angst angesichts der bitteren Realität des Krieges hin; es gibt verlorene Hoffnung und existenzielle Zweifel. Die bekanntesten Autoren sind Carlos Bousoño, Vicente Aleixandre und Dámaso Alonso. Letzterer steht mit seinem Werk Hijos de la ira (deutsch: Söhne des Zorns) für eine der wichtigsten Schriften der entwurzelten Poesie. Sie zeigt einen tiefen Groll gegenüber der Ungeheuerlichkeit der Welt, in Versen von wiederholendem, trockenem und zerrissenem Charakter.

Poesie im Exil

Die gemeinsamen Merkmale sind die Beschäftigung mit der verlorenen Heimat, ein bitterer und verzweifelter Ton sowie die Kombination verschiedener Stilrichtungen. Zu den bedeutendsten Schriftstellern der Zeit gehören Gil-Albert, Juan Ramón Jiménez, León Felipe und drei Dichter der Generation von '27: Salinas, Guillén und Cernuda.

León Felipe

León Felipe zeichnet sich durch seine Verbundenheit mit den Armen und Unterdrückten aus und durch poetische Inspiration in der Volkstradition. Herausragende Titel sind: Verse und Gebete des Wanderers und Gebrochene Anthologie.

Gil-Albert

Gil-Albert gilt als Hauptvertreter der Exilpoesie; er kehrte erst 1947 nach Spanien zurück, blieb aber lange in der Verbannung. Seine Werke betonen das Geheimnisvolle, die Präsenz und die Illusionen.

Soziale Poesie (1950er)

Diese Art der Poesie entwickelte sich aus der Loslösung von der Ich‑Zentrierung der existenziellen Poesie hin zur Klage und Zeugenschaft über Ungerechtigkeit. Der Dichter zeigt mehr Solidarität mit den Unterdrückten. Es wird einfache Sprache und klare Prosa verwendet, die an Flugblätter grenzt. Die Dichtung wird zum wichtigsten Instrument politischen und sozialen Handelns.

Gabriel Celaya

Gabriel Celaya: Cantos Iberer — sein Leitgedanke findet sich im Gedicht La poesía es un arma cargada de futuro (deutsch: Poesie ist eine geladene Waffe für die Zukunft).

Blas de Otero

Blas de Otero ist ein Vertreter einer leidenschaftlichen, moralisch wachrüttelnden Dichtung; seine Werke gelten als Ausdruck der entwurzelten Poesie. Zu den bedeutenden Titeln innerhalb der sozialen Poesie gehört Ich bitte um Frieden und das Wort (Pido la paz y la palabra).

José Hierro

José Hierro begann als Dichter der sozialen Richtung, behielt aber stets den Wert von Sprache und Rhythmus im Blick. Seine Arbeit ist intim und steht den Dichtern der 1980er Jahre nahe. Seinen größten Erfolg erzielte er mit der Veröffentlichung des Buches Cuaderno de Nueva York, das die Poesie einem breiteren Publikum jenseits traditioneller Grenzen zugänglich machte.

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