Der spanische Nachkriegsroman (1939–1975)
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Der spanische Nachkriegsroman und die Franco-Diktatur
Der Nachkriegsroman entstand kurz nach dem Bürgerkrieg (1939). Mit dem Sieg Francos begann eine Diktatur, die bis 1975 die Macht bei Francisco Franco konzentrierte. Die Entwicklung verlief in verschiedenen Etappen:
- Anfangsphase: Ziel war die Entfernung der Republikaner und die Abschaffung grundlegender Rechte. Spanien benötigte internationale finanzielle Unterstützung, erhielt jedoch zunächst keine Hilfe.
- Zweiter Weltkrieg: Spanien nahm nicht aktiv am Zweiten Weltkrieg teil, stand jedoch auf der Seite von Deutschland und Italien. Die Isolation war eine Folge der internen Spaltung Spaniens.
- Die 1950er Jahre: Es begann eine Phase der Öffnung und die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit westlichen Ländern. Ein Kooperationsabkommen mit den USA wurde unterzeichnet, Spanien trat der UNO bei und die ökonomischen Bedingungen verbesserten sich.
- Die 1960er Jahre: Das Land entwickelte sich wirtschaftlich durch das Kapital von Touristen und Migranten.
- Späte 1970er Jahre: Das Regime lockerte sich und es kam zu politischen Veränderungen: Die ersten freien Wahlen fanden statt, die Verfassung wurde verkündet, Exilanten kehrten zurück und Demokratie, Kultur und Gesellschaft etablierten sich.
Die Rolle der Kultur unter Franco
Die Kultur war stark von der Franco-Herrschaft betroffen. Drei Faktoren prägten das kreative Schreiben:
- Der Bruch mit den Trends der Vorkriegszeit.
- Das Exil vieler Schriftsteller aufgrund ihrer politischen Überzeugungen.
- Eine rigide Zensur.
Ab Ende der 1950er und in den 1960er Jahren förderten die wirtschaftliche Entwicklung und Modernisierung eine kritische Haltung gegenüber der Diktatur. Seit den 1970er Jahren, während der Konsolidierung der Demokratie, unterlag die Literatur in Spanien (die seit 1939 unterdrückt war) einem kulturellen Wandel.
Literarische Strömungen nach Jahrzehnten
- 1940er Jahre: Autoren suchten neue Wege. Die Werke waren durch Entwurzelung und einen existenzialistischen Ton geprägt.
- 1950er Jahre: Diese Zeit stand im Zeichen des sozialen Realismus (kritische Haltung gegenüber einer feindlichen Welt und der Wunsch nach einer besseren Gesellschaft).
- 1960er und 1970er Jahre: Suche nach neuen Ausdrucksformen und Experimente mit Sprache und Gattungen.
- Ende des 20. Jahrhunderts: Der Roman erreichte ein außergewöhnliches Wachstum ohne fest vorgegebene Trends.
Der Roman des Exils
Autoren im Exil behandelten Themen wie die Erinnerung an Spanien und die Ursachen des Bürgerkriegs. Viele dieser Bücher waren lange Zeit durch die Zensur verboten, sind jedoch von großer Bedeutung:
- Ramón J. Sender (1901–1982): Er verfasste Werke, in denen er seine Kindheit nachempfand, wie die Reihe Crónica del alba (Chronik des Morgengrauens).
- Rosa Chacel (1898–1994): Sie legte besonderen Wert auf den Stil, wie in ihrem Werk Barrio de Maravillas (1976) deutlich wird.