Spanische Prosa des Goldenen Zeitalters: Gattungen & Werke
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Die Prosa des Goldenen Zeitalters
Die didaktische Prosa (Dialoge) und die Fiktion (Romane) übertragen die neuen Ideen der Renaissance. Die Dialoge dienten maßgeblich der Entwicklung des Romans. Höhepunkte sind der Dialog der Sprache von Juan de Valdés und der Dialog zwischen Merkur und Charon von Alfonso de Valdés.
Die Lehren der Heiligen Teresa von Ávila
Die didaktische Prosa erreichte ein hohes ästhetisches Niveau. Teresa von Jesus war eine bedeutende Prosaistin, die gleichzeitig klassisch und populär schrieb. Besonders hervorzuheben ist das Buch des Lebens (ihre Autobiografie).
Der pastorale Roman
Diese Gattung begann 1559 mit den Sieben Büchern der Diana von Jorge de Montemayor. Sie erzählen von der Liebe zwischen Diana und Sireno und sind mit den Geschichten dreier schöner junger Frauen durchsetzt. Merkmale sind die Idealisierung der Natur, die Liebe und eine ruhige Sprache. Ein weiteres Highlight ist La Galatea von Cervantes.
Der maurische und der byzantinische Roman
Der maurische Roman, wie Die Abencerrage, idealisiert die Gestalt des Mauren und das Zusammenleben zwischen Muslimen und Christen. Der byzantinische Roman vermischt romantische Action und Abenteuer. Die Hauptfiguren sind meist junge Liebhaber von hohem Rang, die getrennt werden und am Ende heiraten. Alonso Núñez de Reinoso verfasste mit der Geschichte der Liebe von Clareo und Florisea den ersten byzantinischen Roman in Spanien. Weitere bedeutende Werke sind Der Pilger in seiner Heimat von Lope de Vega und Cervantes' Persiles und Sigismunda. Ab dem 17. Jahrhundert setzte sich der byzantinische Roman erfolgreich fort, während Ritter- und Hirtenromane verschwanden. Der Schelmenroman konsolidierte sich und nutzte die menippische Satire.
Der Schelmenroman (Pikaresker Roman)
Die Gattung wurde erst gefestigt, als Mateo Alemán den ersten Teil des Guzmán de Alfarache veröffentlichte. Er übernahm die autobiografische Form des Lazarillo de Tormes, um die Lebensgeschichte eines Schelms als belehrendes Beispiel für den Leser zu erzählen.
Baltasar Gracián und die Kunst der Klugheit
Sein Werk zielte darauf ab, Menschen zu lehren, mit Vorsicht in der Gesellschaft zu leben. Bücher wie die Handorakel und Kunst der Weltklugheit dienen als Überlebenshilfe in der Barockgesellschaft. Sein wichtigstes Werk ist El Criticón, ein allegorisch-byzantinischer Roman über das menschliche Leben von der Geburt bis zum Tod. Die Protagonisten symbolisieren Vernunft und Natur. Der Gegensatz zwischen Schein und Sein ist ein zentrales Thema des Barocks.
Lazarillo de Tormes
Der Lazarillo ist in Form eines autobiografischen Briefes verfasst, der das Leben des Lazarillo de Tormes schildert. Der anonyme Autor treibt die Fiktion an die Grenze, indem er das Werk nicht unterzeichnet und seinem Charakter – einem Ausrufer – eine eigene Stimme gibt. Lazarus ist ein Außenseiter, der allein in einer grausamen Gesellschaft lebt. Das Werk besteht strukturell aus einem Prolog und sieben Kapiteln.
Miguel de Cervantes und sein Gesamtwerk
Miguel de Cervantes schrieb Komödien, Tragödien (wie La Numancia) und Entremeses (kurze Zwischenspiele). Sein Prosawerk umfasst den pastoralen Roman La Galatea, den byzantinischen Abenteuerroman Die Irrfahrten von Persiles und Sigismunda (ein posthumes Werk, das dem griechischen Modell folgt und in medias res beginnt) sowie die Beispielhaften Novellen. Sein Hauptwerk, Don Quijote (veröffentlicht in zwei Teilen 1605 und 1615), zeichnet sich durch die tiefgreifende psychosoziale Charakterisierung der Figuren aus.