Spanische Renaissance im 16. Jahrhundert – Kunst, Poesie & Literatur
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Spanische Renaissance im 16. Jahrhundert
Sechzehntes Jahrhundert: Renaissance
Die spanische Renaissance ist eine ästhetische Bewegung, die im fünfzehnten Jahrhundert in Florenz entstanden ist und später aus politischen Gründen nach Spanien kam (Siglo XVI). Man spricht von der „spanischen Renaissance“.
Definition und Weltanschauung
Renaissance bedeutet Wiedergeburt der klassischen griechisch-römischen Kultur als Gegenbewegung zum „dunklen“ Mittelalter. Der Aufschwung bringt eine neue Weltanschauung mit sich:
- Theozentrismus vs. Anthropozentrismus (Übergang vom Gott-zentrierten zum Menschen-zentrierten Weltbild).
- Die Intellektuellen, die diese neue Auffassung in Philosophie und Kunst einführten, nennt man Humanisten.
Merkmale der Kunst der Renaissance
Die charakteristischen Merkmale der Kunst der Renaissance sind:
- Klarheit
- Einfachheit
- Genauigkeit
- Harmonie
- Eleganz
- Balance
Spanische Renaissance
Man unterscheidet zwei Stufen im sechzehnten Jahrhundert.
Stufe 1: Italienischer Einfluss
In der ersten Stufe des 16. Jahrhunderts, unter König Karl V., war Spanien Weltmacht (eine Phase der Öffnung gegenüber der Welt). Es gibt literarische Einflüsse aus Italien und Mitteleuropa.
Einfluss Italien → Poesie
Einfluss Mitteleuropa → Prosa
Garcilaso de la Vega
Der italienische Einfluss gelangte u. a. durch Garcilaso de la Vega, der Petrarca kannte und imitierte. Garcilaso komponierte Liebesgedichte in Endecasílabos, in Formen wie Sonett, Lira und anderen Versfolgen.
Er widmete seine Werke seiner platonischen Geliebten Isabel Freire, einer portugiesischen Hofdame der Kaiserin. Der Dichter widmete auch ein episches Gedicht (ein Lobgedicht) in seinem Leben.
Garcilasos Kompositionen sind geprägt von:
- Neuplatonischer Liebe
- Beschreibungen der Natur: locus amoenus (idealer Ort für Liebende: grüne Wiesen, Fluss, Vögel)
- Beschreibungen weiblicher Schönheit
- Verwendung der Mythologie als Metapher für das gesamte Thema
Stufe 2: Religiöse und mystische Poesie
In der zweiten Phase des 16. Jahrhunderts erlebte die Poesie unter Philipp II. einen Aufschwung mit religiösen Themen. Auf der einen Seite steht die asketische Poesie, deren Vertreter Fray Luis de León und Fray Luis de Granada sind. Auf der anderen Seite steht die mystische Poesie, vertreten durch San Juan de la Cruz.
San Juan de la Cruz gehört zur mystischen Dichtung; er erlebt die Vereinigung der Seele mit Gott. Viele der Texte sind in der Form der Lira geschrieben (italienische Komposition).
Lira: 7a, 11B, 7a, 7b, 11B (zwei Hendecasyllaben und drei Heptasyllaben)
Lazarillo de Tormes
Lazarillo de Tormes: Es ist das erste Mal, dass ein Roman Figuren aus niedrigen sozialen Schichten zeigt. Seine hazañas bestehen darin, ein Stück Brot zu bekommen und zu überleben. Der Roman ist in Ich-Form erzählt; der Protagonist erzählt seine eigene (fiktive, autobiografisch anmutende) Lebensgeschichte.
Das Werk ist anonym, da es kritische Töne gegenüber der Kirche enthält. Die Erzählung beginnt mit einem Brief an «Vuestra Merced». Lázaro erzählt Ihrem Gnaden sein Leben. Er begegnet einem Blinden und lernt, durch List zu überleben. Der Erzähler reift im Laufe der Handlung, behält dabei aber eine gewisse Unschuld.