Spanische Renaissance-Architektur: Stile und Meister
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Spanische Architektur der Renaissance
Die Renaissance in Spanien manifestierte sich hauptsächlich im sechzehnten Jahrhundert. Zunächst beschränkte sie sich auf dekorative, externe Aspekte und übernahm Elemente vor allem aus Norditalien (Grotesken, Dekoration „a Candelieri“, Rosetten etc.).
Der Platereske Stil (Anfang 16. Jahrhundert)
Der Platereske Stil (spanisch: Plateresco) zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Der Rundbogen ist die am weitesten verbreitete Form. In den Zwickeln der Bögen werden in der Regel Medaillons mit klassischen oder phantasievollen Köpfen verwendet.
- Die Schlusssteine der Gewölbe sind reich verziert.
- Die dekorativen Motive stammen aus dem Quattrocento: gepolsterte Verkleidungen, Säulen mit Balustern, korinthischen oder Kompositkapitellen. Pilaster sind mit feinen Dekorationen im Stil der Grotesken und „Candelieri“ bedeckt.
- Die Außenseiten sind oft mit Zinnen gekrönt.
- Die Dekoration ist sehr reichhaltig und konzentriert sich auf spezifische Punkte der Struktur. Die Proportionen zeigen noch gotische Einflüsse.
Wichtige Platereske Bauwerke
Die kastilische Stadt Salamanca ist die reichste an plateresken Denkmälern. Die feine und reiche Dekoration der Fassaden wird durch die Qualität des Steins selbst hervorgehoben.
- Das Haus der Muscheln (Casa de las Conchas) (Salamanca).
- Fassade der Universität (Salamanca).
- Das Kloster von San Esteban (Salamanca) – Entworfen vom Architekten Juan de Álava.
Der Purismus (Zweites Drittel des 16. Jahrhunderts)
Der Purismus (spanisch: Purismo) nahm Elemente des frühen italienischen Cinquecento auf, beeinflusst durch Architekten wie Bramante.
Die Architektur entwickelt sich weiter und vereinfacht die dekorative Last. Die Architekten beschäftigen sich stärker mit Fragen der Struktur und Proportionen.
- Es werden korrekte Renaissance-Gewölbe verwendet. Am häufigsten sind Tonnengewölbe mit Kassettendecken, die Kuppel und das Kreuzgewölbe.
- Verwendung des Rustikabogens.
- Die Fassadendekoration nimmt ab, während das Volumen zunimmt.
- Der Gesamteindruck der Gebäude ist von schwerer Monumentalität, Einfachheit und Ausgeglichenheit geprägt.
Architekten des Purismus
Rodrigo Gil de Hontañón (Kastilische Schule)
Er arbeitete hauptsächlich in Salamanca.
- Palacio de Monterrey (Salamanca).
- Fassade der Universität von Alcalá de Henares.
Alonso de Covarrubias (Kastilische Schule)
Er begann im Plateresken Stil, entwickelte sich aber weiter. Er arbeitete hauptsächlich in Toledo.
- Puerta Nueva de Bisagra (Toledo).
- Hospital Tavera (Toledo).
Diego de Siloé (Andalusische Schule)
Siloé, der Sohn, wurde in Burgos geboren, zog aber nach Granada.
- Die Kathedrale von Granada.
Pedro Machuca (Andalusische Schule)
Der Architekt und Maler wurde in Italien ausgebildet. Er arbeitete vor allem in Granada.
- Palacio de Carlos V in der Alhambra von Granada.
Der Herreriano Stil (Letztes Drittel des 16. Jahrhunderts)
Der Herreriano Stil (spanisch: Estilo Herreriano) fällt mit der Herrschaft von Philipp II. zusammen.
Hauptmerkmale des Herreriano Stils
- Geometrische Strenge.
- Die Oberflächen bestehen aus unverziertem, kahlem Stein.
- Dekorative Nüchternheit.
- Korrekte Verwendung aller klassischen Elemente.
Das Kloster San Lorenzo de El Escorial
Das Kloster ist eines der bedeutendsten Bauwerke der spanischen Kunstgeschichte. Der Bau wurde 1563 von König Philipp II. in Auftrag gegeben, um an den Sieg in der Schlacht von San Quentin zu erinnern.
Philipp II. beauftragte zunächst Juan Bautista de Toledo mit dem Projekt. Dieser starb 1567, als die Arbeit gerade erst begonnen hatte. Daraufhin wählte Philipp II. Juan de Herrera als Nachfolger.
Architektonische Details von El Escorial
- Der Grundriss ist rechteckig mit vier Türmen an den Ecken. In der Mitte befinden sich die Kirche, der Palast und das Kloster. Das Gebäude ist um organisierte Höfe herum angelegt.
- Die Anlage ist rechteckig und basiert auf geometrisch perfekten, quadratischen Modulen.
- Außenansicht: Das Gebäude ist sehr streng. Die zentrale Zone (das Eingangstor) ist in zwei Teile gegliedert: ein Rechteck und ein kleineres Quadrat, das von einem Giebel gekrönt wird. Die Säulen sind von riesigen Ausmaßen, wobei übereinanderliegende Ordnungen verwendet werden.
- Hof der Evangelisten (Patio de los Evangelistas): Verfügt über ein zentrales Heiligtum, inspiriert von Bramantes San Pietro in Montorio.
- Hof der Könige (Patio de los Reyes): Rechteckige Struktur. Am Haupteingang der Basilika befindet sich ein zweiter rechteckiger Körper, gekrönt von einem durchbrochenen Bogengiebel.
- Basilika: Das Werk basiert auf einem griechischen Kreuz mit einer Kuppel in der Mitte.
Weitere Werke von Juan de Herrera
- Die Kathedrale von Valladolid.