Die spanische Renaissance und der Barock in der Literatur

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Die Renaissance: Eine europäische Bewegung

Die Renaissance war eine europäische Bewegung, welche die Ideale der Humanisten verbreitete. Man kann innerhalb dieser Epoche zwei grundlegende Perioden der kulturellen Übereinstimmung unterscheiden: die erste und die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Die erste Renaissance und das ästhetische Ideal

Die Erste Wiedergeburt begann im Jahr 1526 mit der Einführung einer neuen Metrik, die auf Formen wie dem Sonett, den Octavas Reales, der Lira usw. basierte. Das ästhetische Ideal liegt in der Leichtigkeit und dem Fehlen von Affektiertheit. Garcilaso de la Vega ist der repräsentativste Autor dieser Zeit.

Das zentrale Thema ist die Liebe, verwurzelt im lyrischen Ton des Petrarkismus. Es handelt sich um ein persönliches Gefühl; zudem zeigt die Natur eine deutliche Vorliebe für mythologische Themen.

Manierismus: Die zweite Renaissance

Im Manierismus (oder der zweiten Renaissance) wird der Stil zunehmend nachdenklicher und künstlicher (artificioso). Fernando de Herrera, San Juan de la Cruz und Fray Luis de León repräsentieren diese Trends. Die Vielfalt der Töne nimmt zu, ebenso wie der Einsatz komplexer stilistischer Mittel. Auch die frühen Werke von Lope de Vega oder Góngora lassen sich dem Manierismus zuordnen.

Diese Stadien entwickeln sich um dasselbe zentrale Motiv: das Thema des Carpe Diem.

Bedeutende Autoren des Barock

Francisco de Quevedo: Spott und Kritik

Quevedo war ein Dichter des Spotts, ein Kritiker und unerbittlich (despiadado). Er war besorgt über die Probleme seiner Zeit. Er war fähig zur grausamsten Verhöhnung, zu tiefsinniger Kritik und zu weiterführenden Überlegungen.

Poetisches Werk

Seine Dichtung ist eine der dichtesten und überraschendsten dieses Jahrhunderts. Sein Werk „El Parnaso Español“ wurde postum im Jahr 1648 veröffentlicht. Es umfasst politische, philosophische, liebeslyrische und burleske Gedichte. Er besaß eine sehr barocke Haltung; sein Thema ist oft die Vergänglichkeit (Memento Mori) im Alltag.

Luis de Góngora: Culteranismus und Stilphasen

Die Werke von Góngora lassen sich wie folgt klassifizieren:

  • Jugendlyrik: Letrillas, Romanzen und Sonette.
  • Reife Lyrik: Die Fabel von Pyramus und Thisbe, der Panegyrikus auf den Herzog von Lerma, die Einsamkeiten sowie die Fabel von Polyphem und Galatea.

Die Einsamkeiten (Soledades)

Dieses Werk blieb unvollendet. Es erzählt die Geschichte eines Pilgers durch vier Lebensalter, doch es wurde nur die erste „Einsamkeit“ beschrieben, welche aus Silvas besteht.

Fabel von Polyphem und Galatea

Dies ist die Geschichte des Zyklopen Polyphem, der sich in die junge Nymphe Galatea verliebt. Diese verachtet ihn jedoch, da sie den Hirten Acis liebt.

Góngora schrieb zudem Sonette von höchster ästhetischer Qualität über eine Vielzahl von Themen, darunter das Motiv des Carpe Diem.

Stilistische Entwicklung

Die Literaturkritik unterscheidet zwei Phasen in Góngoras Werk: Die erste, manieristische Phase, umfasst Gedichte in kurzen Versmaßen und leichtere Themen. Die zweite Phase ist geprägt von künstlichen Schwierigkeiten und stellt die höchste Steigerung des Culteranismo dar.

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