Die Zweite Spanische Republik: Reformen und Krisen
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Reformen der Zweiten Spanischen Republik
Einige der wichtigsten Reformen waren:
- Das regionale Problem: Katalonien proklamierte eine Republik innerhalb eines Bundesstaates. Barcelona wurde jedoch gebeten, die Entscheidung der verfassunggebenden Versammlung im Austausch für einen autonomen Status zu akzeptieren.
- Die Reform der Armee: Um die Treue aller sicherzustellen, wurde sie in das Militär der Republik umgewandelt. Die alte Organisation wurde durch eine rationelle und effiziente Struktur ersetzt, doch in der Armee existierte weiterhin ein kleiner antirepublikanischer Kern.
- Die religiöse Reform: Sie führte die Trennung von Kirche und Staat ein. Mit der Einstellung der staatlichen Zahlungen an den Klerus wurde die Gesellschaft Jesu aufgelöst; zudem wurden die Zivilehe und die Scheidung zugelassen.
- Reformen für Bildung und Kultur: Diese waren aufgrund des hohen Analphabetismus und der mangelnden Bildung bei fast der Hälfte der kindlichen Bevölkerung dringend notwendig.
- Agrarreform: Sie zielte darauf ab, den Großgrundbesitz zu beenden, den Absentismus der Besitzer zu bestrafen und das Land den Bauern nutzbar zu machen.
Stufe 2: Das „Bienio Negro“ oder die radikal-cedistische Phase (1933–1935)
In der ersten Hälfte des Jahres 1933 nutzten die progressiv-konservativen Kräfte aus, dass die Regierung die Widersprüche der Republik nicht lösen konnte. Bei den Wahlen dieses Jahres siegten die Mitte-Rechts-Parteien. Die Radikale Partei bildete unter der Leitung von Lerroux und mit parlamentarischer Unterstützung der CEDA eine Regierung. Obwohl die CEDA die stärkste Partei bei den Wahlen war, hatte sie keine absolute Mehrheit erreicht. Alcalá Zamora zweifelte an ihrer Loyalität gegenüber dem republikanischen Regime und beauftragte daher Lerroux mit der Regierungsbildung.
In diesem Zweijahreszeitraum wurden viele der Reformen der vergangenen Jahre ausgesetzt, was zu erhöhten sozialen Unruhen und einer Radikalisierung der linken Parteien führte. Als Folge dieser Krise bildete Lerroux eine neue Regierung, die drei Minister der CEDA umfasste. Die Linke sah darin das Ende der Republik; daraufhin riefen die Sozialisten einen Generalstreik im ganzen Land aus, der besonders in Asturien und Katalonien Auswirkungen hatte.
Die Reaktion auf die Bildung der neuen Regierung stand für den Willen, die demokratische Republik gegen die Machtübernahme von Autoritarismus und Faschismus zu verteidigen. Damit wurde Spanien radikalisiert und in zwei Hauptgruppen gespalten: die Konservativen (autoritär, katholisch und teils zweideutig gegenüber der Republik) und die Demokraten (Republikaner und Progressive). Bis dahin zeichnete sich bereits die kommende Auseinandersetzung ab.
Der Weg zur Republik und der Pakt von San Sebastián
Angesichts der Unmöglichkeit, die Probleme Spaniens innerhalb einer Monarchie zu lösen, entschieden sich viele Parteien für die Errichtung einer neuen Republik. Im Jahr 1930 schlossen sich republikanische politische Kräfte, Nationalisten und Sozialisten im Pakt von San Sebastián zusammen, der die Tür zur Zweiten Spanischen Republik öffnete. Es folgte eine Welle von Streiks und Massenbewegungen, woraufhin General Berenguer, der Nachfolger von Primo de Rivera, seinen Rücktritt einreichte.
Nach diesen Ereignissen fanden Kommunalwahlen statt, bei denen sich zwei große Blöcke bildeten:
- Die Monarchisten: Sie wollten das System der Restauration beibehalten und den Thron des Königs stützen.
- Die Republikaner: Sie strebten eine Regierung ohne König an und verteidigten das republikanische System.
Die Wahlen ergaben in fast jeder Stadt eine Mehrheit für die Republikaner. Nach der überwältigenden Niederlage der royalistischen Partei hatte der König keine andere Wahl, als das Land zu verlassen. Am 14. April 1931 wurde die Republik in Spanien proklamiert und eine provisorische Regierung gebildet. Der beratende Ausschuss bestand hauptsächlich aus den Kräften, die aus dem Pakt von San Sebastián hervorgegangen waren.
Die Verfassung von 1931 und das Parteienspektrum
Während des Wahlkampfs teilten sich die politischen Parteien in Rechte, Mitte und Linke auf:
- Rechte: CEDA, Falange.
- Mitte: Radikale Partei (Lerroux) und andere.
- Linke: Republikanische Linke, PSOE, PCE.
Die provisorische Regierung war für die Ausarbeitung der Verfassung von 1931 verantwortlich, die sich an der deutschen Weimarer Verfassung orientierte. Ihre Merkmale waren:
- Ein umfassender Grundrechtskatalog.
- Ein Einheitsstaat mit der Möglichkeit zur Schaffung autonomer Regionen.
- Eine kapitalistische Marktwirtschaft, jedoch mit sozialem Charakter und staatlicher Planwirtschaft.
- Ein Einkammersystem.
- Allgemeines Wahlrecht für Männer und Frauen.
- Ein säkularer Staat: Religionsfreiheit und Verbot religiöser Schulen.
- Weltliche, öffentliche, obligatorische und kostenlose Bildung.
Stufe 1: Das reformistische Zweijahreszeitraum (1931–1933)
Diese Phase reicht vom Beginn der Republik bis zu den Wahlen von 1933. Die Regierung lag in den Händen von Sozialisten und Republikanern. Alcalá Zamora wurde zum Präsidenten gewählt, und er ernannte Manuel Azaña zum Ministerpräsidenten. Während dieser Zeit sollten zahlreiche Reformen durchgeführt werden, um den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Doch der Mangel an Ressourcen und die Opposition der rechtsextremen Parteien sowie unzufriedene Teile der Armee erschwerten die Umsetzung erheblich.