Die spanische Restauration (1874–1895): Cánovas und die Verfassung von 1876
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Die Wiederherstellung der Monarchie und Cánovas' Reformen
Die Regierung leistete keinen Widerstand und bildete ein Kabinett. Cánovas übernahm die Regentschaft und kommunizierte die Proklamation Alfonsos XII. zum König. Um die Autorität der Krone zu festigen, ernannte Cánovas neue Gouverneure und Bürgermeister, die der Monarchie loyal waren, und erließ eine Reihe repressiver Maßnahmen gegen die Opposition. Er stellte das Konkordat in seiner Gesamtheit wieder her und sicherte die wirtschaftlichen Beiträge des Staates an die Kirche.
Cánovas wollte in Verbindung mit fortschrittlichen Staats- und Regierungschefs und Demokraten die Monarchie halten, damit diese akzeptiert würde. Die endgültige Kampagne gegen die Karlisten führte im März 1876 zur Kapitulation (Manifest von Somorrostro). Der Karlistische Aufstand war besiegt, aber die damit verbundenen Probleme blieben ungelöst.
Der Karlistenkrieg und die Kuba-Frage
Der Karlistenkrieg erlaubte es, Friedenstruppen nach Kuba zu entsenden. Das Ende des Krieges beinhaltete jedoch eine schwerwiegende Verletzung der Rechtsreformen, die später 1895 zum Spanisch-Amerikanischen Krieg führen sollte.
Cánovas war die Schlüsselfigur der Restauration. Sein erstes Ziel war die feste Etablierung der Monarchie. Die Krone sollte das Ansehen wiedererlangen, das während der Regierungszeit von Isabella II. verloren gegangen war. Man dachte an eine gemeinsame Monarchie mit den Cortes (Parlament) und dem König an zweiter Stelle. Der verfassungsrechtliche Rahmen sollte alle liberalen Strömungen aufnehmen. Er wollte eine dauerhafte Verfassung schaffen, die es verschiedenen Parteien erlaubte, abwechselnd zu regieren. Die Armee hatte die soziale Ordnung durch das Wahlrecht für alle Parteien wiederhergestellt.
Die Verfassung von 1876: Souveränität und Religion
Die Verfassung von 1876 ist ein flexibler und konservativer Text. Der Katalog der Rechte und Pflichten ist umfangreich. In Bezug auf die staatlichen Befugnisse etabliert die Verfassung das Prinzip der geteilten Souveränität zwischen den Cortes und dem König. Die Cortes sind ein Zweikammersystem, bestehend aus dem Senat und dem Abgeordnetenhaus (Kongress). Das Wahlrecht wurde zum allgemeinen Männerwahlrecht.
Die religiöse Frage wurde durch die Anerkennung des Katholizismus als Staatsreligion und die Garantie der Aufrechterhaltung des Kultes und des Klerus gelöst.
Politische Verfälschung und der Pakt von El Pardo
Später wurde klar, dass das System eine klare verfassungsrechtliche Verfälschung erfuhr. Die Regierungen wechselten nicht, weil sie die Unterstützung der neuen Cortes hatten. Der Präsident war immer der Führer der Partei, der seine Ernennung per Dekret über die Auflösung der Cortes und die Ausrufung von Neuwahlen erhielt – was zu Wahlverzerrungen führte. Dieses System des Turnismo (Wechselregierung) funktionierte in den ersten Jahren Alfonsos XII. ohne größere Probleme.
Nach dem Tod Alfonsos XII. (während der Regentschaft seiner zweiten Frau, Maria Christina von Habsburg) gründeten Cánovas und Sagasta eine Vereinbarung, die als Pakt von El Pardo in die Geschichte einging. Sie versprachen, die Regentschaft zu unterstützen und den Wechsel in der Regierung zu erleichtern, falls eine Partei an Prestige und öffentlicher Unterstützung verlor, um zu verhindern, dass die Armee die Gesetze bricht und die Macht übernimmt. Der Pakt von El Pardo verstärkte jedoch die politische Korruption und verzerrte den Willen des Volkes, wodurch das parlamentarische Regime für immer mehr Menschen fremd wurde.