Spanische Transition: Suárez, Verfassung 1978 und Zapateros Reformen

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Regierung Adolfo Suárez (1976–1981)

Die Regierung von Adolfo Suárez stand vor zwei zentralen Herausforderungen:

Politische Reformen und Wahlen (1976–1977)

  • Suárez führte die Wahlen im Jahr 1977 durch.
  • Das Gesetz zur politischen Reform, eine Änderung der Franco-Gesetzgebung, wurde 1976 verabschiedet. Es etablierte ein Zwei-Kammer-Parlament, dessen Mitglieder in allgemeinen Wahlen gewählt wurden.
  • Ihm gelang es, die Unterstützung der Opposition zu gewinnen, nachdem alle politischen Parteien und Gewerkschaften legalisiert worden waren.
  • Die Wahlen im Juni 1977 brachten der Unión de Centro Democrático (UCD), der Partei von Suárez, die Mehrheit.

Umgang mit der Krise: Die Moncloa-Pakte (1977)

Angesichts der Wirtschaftskrise schlug die UCD-Regierung eine Politik des Konsenses vor, die zur Unterzeichnung der Moncloa-Pakte im Jahr 1977 führte.

  • Die Gewerkschaften einigten sich auf Lohnzurückhaltung und die Modernisierung der Flexibilität am Arbeitsmarkt.
  • Im Gegenzug wurden Maßnahmen zur Bekämpfung von Steuerbetrug und zur Reform der öffentlichen Ausgaben vereinbart.

Die Spanische Verfassung von 1978

Die Verfassung wurde am 6. Dezember 1978 angenommen und beinhaltet die Rechte und Pflichten der Staatsbürgerschaft.

Grundrechte und Freiheiten

Die Einhaltung dieser Rechte wird durch das Verfassungsgericht gewährleistet. Man unterscheidet:

  • Bürgerliche Rechte: Regelung der Beziehungen und der Lebensqualität der Menschen (z. B. Recht auf Leben und Gleichheit vor dem Gesetz).
  • Soziale Rechte: Rechte, die allen Bürgerinnen und Bürgern zustehen (z. B. soziale Sicherheit).

Funktionsweise des Staates

Spanien ist ein sozialer, demokratischer Rechtsstaat:

  • Er ist sozial, weil soziale Interessen überwiegen.
  • Er ist demokratisch, weil die Partizipation der Bürger gewährleistet ist.
  • Er ist ein Rechtsstaat, weil er auf der Grundlage der Rechtsstaatlichkeit basiert.

Die nationale Souveränität liegt beim Volk. Die Staatsform ist eine parlamentarische Monarchie.

Die Gewaltenteilung

  • Legislative (Gesetzgebung): Cortes Generales (Kongress und Senat).
  • Exekutive (Ausführung): Die Regierung.
  • Judikative (Rechtsprechung): Die ordentlichen Gerichte.

Neue Etappe der Sozialistischen Regierung (2004–2007)

Unter dem Vorsitz von José Luis Rodríguez Zapatero wurden folgende Schwerpunkte gesetzt:

Politische und Außenpolitische Maßnahmen

  • Im Ausland: Der Abzug der spanischen Truppen aus dem Irak wird betont.
  • Innenpolitik: Mehrere Autonomiestatute wurden erneuert und der Dialog mit der ETA initiiert.

Wirtschafts- und Sozialreformen

  • Wirtschaftsmaßnahmen: Senkung der persönlichen Einkommensteuer (IRPF) und Senkung des Körperschaftsteuersatzes.
  • Soziale Maßnahmen:
    • Genehmigung der gleichgeschlechtlichen Ehen.
    • Verabschiedung des Gesetzes über die Gleichstellung der Geschlechter.
    • Verabschiedung des Abhängigkeitsgesetzes (Ley de Dependencia), das das Recht von Personen, die nicht in der Lage sind, sich selbst zu pflegen, auf öffentliche Beihilfen anerkennt.

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