Die spanische Verfassung von 1876 und das Parteiensystem
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Die spanische Verfassung von 1876
Die Verfassung von 1876 ist ein Zeichen des doktrinären Liberalismus. Sie war geprägt vom Zensuswahlrecht und der geteilten Souveränität zwischen den Cortes (Parlament) und dem König. Das bedeutet, sie war von konservativer Natur und von den traditionellen historischen Werten wie Monarchie, Religion und Eigentum inspiriert.
Die Verfassung sah die Monarchie als eine Institution höherer Ordnung an, die als moderierende Kraft und Schiedsrichter im politischen Leben fungieren sollte. Dies führte zur Etablierung der geteilten Souveränität und gewährte dem Monarchen umfangreiche Befugnisse.
Die Cortes bestanden aus zwei Kammern: dem Senat und dem Abgeordnetenhaus. Die Verfassung legte die Art der Abstimmung nicht direkt fest; im Jahr 1878 wurde zunächst das Zensuswahlrecht eingeführt, doch im Jahr 1890 wurde das allgemeine Wahlrecht für Männer verabschiedet.
Zudem erklärte die Verfassung den Staat für katholisch-konfessionell. Infolgedessen wurde der Haushalt für den Gottesdienst und den Klerus beibehalten, um die Kirche zu unterstützen. Die neue Verfassung enthielt zudem eine ordentliche Erklärung der Grundrechte.
Die dynastischen Parteien der Restauration
Cánovas del Castillo war der wichtigste Anführer der Alfonsinos während des Sexenio Democrático und verteidigte die Restauration. Nach der Rückkehr von Alfonso XII. transformierte er seine Bewegung in die Liberal-Konservative Partei (auch Konservative Partei genannt). Durch ein Abkommen zwischen progressiven Unionisten und gemäßigten Republikanern entstand die Nationalliberale Partei, die später als Liberale Partei bekannt wurde.
Konservative und Liberale einigten sich auf die grundlegenden Prinzipien: Beide verteidigten die Monarchie, die Verfassung und die Konsolidierung des liberalen, zentralistischen Einheitsstaates.
Diese Kaderparteien verfügten über Zeitungen, Schulen und Ausschüsse, die über das gesamte Staatsgebiet verteilt waren.
Die Konservativen neigten eher zum politischen Stillstand (Inmovilismo), befürworteten das Zensuswahlrecht und die Verteidigung der kirchlich-sozialen Ordnung. Die Liberalen hingegen setzten sich für das allgemeine Wahlrecht für Männer ein. In der Regierungs-Praxis unterschieden sich beide jedoch kaum substanziell, da sie ein stillschweigendes Abkommen trafen, Gesetze der jeweils anderen Partei nicht rückgängig zu machen, um den Machtwechsel zu ermöglichen.
Das Ziel des Machtwechsels (Turnismo) zwischen beiden dynastischen Optionen war die Sicherung der institutionellen Stabilität.