Die spanische Verfassung von 1931 und die Zweite Republik
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Die Verfassung von 1931
Die wichtigsten Merkmale sind:
- a) Staatsform: Spanien ist als Volkssouveränität definiert.
- b) Legislative: Der Gerichtshof besteht aus einer einzigen Kammer, die alle 4 Jahre gewählt wird und die gesetzgebende Gewalt als „Kongress der Abgeordneten“ ausübt.
- c) Staatsoberhaupt: Der Präsident der Republik wird alle 6 Jahre indirekt gewählt. Er kann die Cortes während seiner Amtszeit zweimal auflösen und besitzt ein Vetorecht.
- d) Rechte und Freiheiten: Festlegung eines umfassenden Gesetzentwurfs der Rechte und Freiheiten, insbesondere das allgemeine Wahlrecht, Gleichheit vor dem Gesetz und das Recht auf Privateigentum, wobei die Enteignung durch den Staat ermöglicht wird.
Religiöse Aspekte
Die Artikel zum religiösen Thema waren umstritten: Es wurde die Trennung von Kirche und Staat, die Freiheit der Religion, die bürgerliche Ehe und die Scheidung eingeführt. Zudem wurden das Budget und die Finanzierung der Anbetung sowie der Geistlichkeit gestrichen. Religiöse Organisationen wurden verboten.
- e) Integraler Staat: Spanien wird als „integraler Staat“ konstituiert, in dem eine Reihe von autonomen Regionen durch die Vorlage eines Statutenentwurfs gebildet werden können.
Die Verfassung wurde als progressiv bezeichnet, jedoch ohne breiten Konsens angenommen, was den Widerstand der Kirche und rechter Parteien hervorrief. In den ersten Monaten kam es zu Konflikten:
- Religiöser Konflikt: Proteste wie die Verbrennung von Klöstern in Madrid und Andalusien sowie die Ausweisung von Kardinal Segura zugunsten von Alfonso XIII.
- Soziale Unruhen: Es kam zu zahlreichen Streiks.
Die republikanische Zweijahresperiode (Azaña)
Nach der Verabschiedung der Verfassung von 1931 wurde Alcalá-Zamora zum Präsidenten gewählt. Manuel Azaña, Führer der Acción Republicana, übernahm die Regierung. Die Zusammensetzung der Regierung umfasste Linksrepublikaner und Sozialisten, die bis 1933 an der Macht blieben.
Wichtige Maßnahmen
- Sozialpolitik: Largo Caballero setzte als Arbeitsminister die Sozialgesetzgebung von 1931 fort und erließ Verordnungen zur Intensivierung der Ernte.
- Agrarreform: Das Agrarreformgesetz sah die Enteignung von Land vor, insbesondere in Andalusien, der Extremadura, La Mancha und Salamanca. Das Agrarreforminstitut (ARI) wurde geschaffen, um die Eigentumsverhältnisse zu regeln und Entschädigungen zu verwalten. Die Ergebnisse blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück, vor allem aufgrund des Widerstands der Opposition.
- Bildungsreform: Unter Minister Fernando de los Rios wurde die öffentliche Bildung obligatorisch und kostenlos gestaltet. Zur Verbreitung der Kultur in ländlichen Gebieten wurden „Bildungsmissionen“ ins Leben gerufen.
- Autonomie: Regionen konnten Autonomiestatuten entwickeln. In Katalonien wurde das Statut von Núria verabschiedet, im Baskenland wurde ein Gesetz durch ein Referendum genehmigt.
Opposition und politischer Wandel
Die Regierung Azaña sah sich mit verschiedenen Oppositionsgruppen konfrontiert:
- Politische Opposition: Die bekannteste Gruppe war der Spanische Verband der autonomen Rechte (CEDA) unter der Leitung von Gil Robles.
- Faschistische Bewegungen: Betonung der Nationalen Offensive der Syndikalistischen JONS unter Ramiro Ledesma, Onésimo Redondo und Primo de Rivera, die zur Gründung der Falange Española führte.
- Militärische Opposition: Ein weiterer Schwerpunkt war der Putschversuch, bekannt als „Sanjurjada“.
- Soziale Konflikte: Kontinuierliche Probleme durch Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne und Frustration bei Bauern und Arbeitern führten zu zahlreichen Generalstreiks.
Aufgrund der instabilen Lage trat Azaña zurück. Nach einer Übergangsphase unter Martínez Barrio und Lerroux wurden Neuwahlen für die Cortes angesetzt. Die Wahlen gewannen die Mitte-Rechts-Parteien, allen voran die CEDA. Der Sieg der Mitte-Rechts-Koalition war auf mehrere Ursachen zurückzuführen, darunter die Stimmen der Frauen und die Wahlenthaltung der CNT-Anhänger.