Der spanische Wertpapiermarkt und Investmentfonds
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Der kontinuierliche Markt und das SIBE-System
Der kontinuierliche Markt (Mercado Continuo) ist der wichtigste und repräsentativste Markt für alle Wertpapiere. In diesem 1989 gegründeten Markt werden ausschließlich Aktien gehandelt. Die Marktteilnehmer kommunizieren über ein Computernetzwerk, das alle spanischen Börsen verbindet. Das heute verwendete EDV-System ist das Sistema de Interconexión Bursátil Español (SIBE).
Elektronischer Markt für festverzinsliche Wertpapiere
Der elektronische Marktplatz für den Fixed-Income-Markt funktioniert ähnlich wie der kontinuierliche Markt und nutzt ein Computersystem analog zum SIBE. Hier werden Schuldtitel gehandelt, die von öffentlichen und privaten Institutionen ausgegeben werden.
Emissionsgeschäfte und Schuldverschreibungen
Die Emission von Schuldverschreibungen (öffentliche und private Schulden) ist eine wichtige Finanzierungsquelle für Großunternehmen an den Wertpapiermärkten. Wir unterscheiden drei wesentliche Elemente:
- Emittenten: Sie beschaffen sich hohe Geldsummen durch den Verkauf von Schuldtiteln, die eine Schuld darstellen.
- Investoren: Sie erhalten das Recht, Zinsen zu beziehen und das geliehene Kapital bei Fälligkeit zurückzuerhalten.
- Tilgung: Die Abschreibungen auf Schuldverschreibungen stellen eine kurz-, mittel- oder langfristige Anlageform dar, die sich durch ihre Sicherheit auszeichnet.
Erträge aus Wertpapieren
Diese bestehen primär aus Zinsen und Dividenden. Es existieren jedoch weitere rentable Investitionsmöglichkeiten, deren Erträge die Dividenden weit übersteigen können.
Aktienrenditen und Dividenden
Die Dividende ist der Betrag, der pro Aktie im Rahmen der Gewinnverteilung ausgeschüttet wird.
Sonstige Erträge (Veräußerungsgewinne)
Der Investor erzielt einen Gewinn (Plusvalía), wenn er seine Aktien zu einem Preis verkauft, der über dem ursprünglichen Kaufpreis liegt.
Erträge aus Schuldverschreibungen
Zinsen: Die Inhaber von Schuldverschreibungen fungieren als Kreditgeber des emittierenden Unternehmens und erhalten als Ausgleich einen festgelegten Zinssatz.
Brutto- und Nettoeinkommen sowie Rentabilität
Die Einnahmen privater Anleger unterliegen der Quellensteuer (Einkommensteuer/IRPF). Der Betrag, der beim Anleger ankommt (Nettoertrag), ist die Differenz zwischen den Bruttoeinnahmen und dem Steuerabzug. Die Rentabilität definiert sich als der Ertrag pro 100 € investiertem Kapital.
Organismen für gemeinsame Anlagen: Investmentfonds
Ein Investmentfonds bündelt das Kapital vieler Anleger (Teilhaber) und wird von einer Verwaltungsgesellschaft (Gestora) verwaltet. Zu den Fondstypen gehören:
- FIM: Wertpapierfonds, deren Vermögen in festverzinsliche Wertpapiere oder Aktien investiert ist; sie sind stabil und weniger volatil.
- FIAMM: Geldmarktfonds, die in hochliquide Vermögenswerte investieren; sie sind sehr stabil und wenig volatil.
- Fondtesoro: Investiert hauptsächlich in staatliche Anleihen, die vom Schatzamt (Tesoro Público) ausgegeben werden.
- Dachfonds: Investieren in Anteile anderer Organismen für gemeinsame Anlagen.
Funktionsweise und Kosten von Investmentfonds
Anleger zahlen ihr Erspartes bei der Depotbank des Fonds ein und erhalten im Gegenzug Anteile. Das gemeinsame Vermögen wird in verschiedene Finanzprodukte investiert und das Portfolio professionell verwaltet. Anleger erhalten regelmäßig Informationen über ihre Investitionen.
Kostenstruktur
- Ausgabeaufschlag (Abonnementgebühr): Zu Lasten des Anlegers beim Kauf von Anteilen.
- Verwaltungsgebühr: Kosten für das Management und die Vermittlung.
- Rücknahmeabschlag: Zu Lasten des Anlegers beim Verkauf von Anteilen.
- Depotgebühr: Kosten für die Verwahrung der Wertpapiere durch die Depotbank.
Rentenpläne und Anleihen
Rentenpläne (Pensionspläne): Eine weitere Form der kollektiven Anlage. Sie bieten Steuervorteile im Austausch für die langfristige Bindung der Ersparnisse. Anleihen (Empréstito): Die Emission von Schuldverschreibungen durch eine öffentliche oder private Einrichtung.