Das Spanische Wirtschaftswunder unter Franco (1959–1970)

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Die politische und wirtschaftliche Wende (1950er/60er)

Die Innenpolitik konsolidierte sich. Es gab eine progressive Erneuerung der Diktatur unter den Führern des Regimes.

Die Spaltung der Führungsgruppen Ende der 50er Jahre

Ende der 50er Jahre kristallisierten sich zwei Hauptgruppen unter den Führern heraus:

  • Opus Dei Technokraten: Sie setzten sich für die Liberalisierung der Wirtschaft ein, um das Land zu modernisieren. Sie ließen jedoch die ultra-katholischen, autoritären Prinzipien unverändert.
  • Reformflügel der Phalanx: Sie versuchten, Reformen für eine politische Entwicklung umzusetzen.

Diese Entwicklungen führten zum sogenannten „Wirtschaftswunder“ des Regimes in den 60er Jahren. Spanien strebte ein spektakuläres Wirtschaftswachstum an, das jedoch eine Reihe von Ungleichgewichten mit sich brachte.

Der Stabilisierungsplan von 1959

1959 wurde der Stabilisierungsplan eingeleitet, der die wirtschaftliche Liberalisierung vorsah und als die treibende Kraft hinter dem wirtschaftlichen Aufschwung des Landes gilt.

  • Ein Planungsprogramm des Landes sollte das Wirtschaftswachstum durch eine Reihe von vierjährigen Entwicklungsplänen koordinieren.

Merkmale des Wirtschaftswachstums

Das spektakuläre Wirtschaftswachstum wurde von vier Hauptfaktoren begünstigt. Es handelte sich jedoch um ein unausgewogenes Wachstum mit starker Abhängigkeit von externen und außerordentlichen, kurzfristigen Einnahmen.

Industrielle und landwirtschaftliche Modernisierung

  • Die spanische Industrie wurde durch den Kauf ausländischer Technologie modernisiert. Die Motoren der industriellen Entwicklung waren der Automobil- und der Stahlsektor.
  • Die Landwirtschaft modernisierte sich ebenfalls: Steigerung der Produktion durch Mechanisierung des ländlichen Raums, Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln, Spezialisierung und Bewässerungsprogramme.

Landflucht und gesellschaftlicher Wandel

  • Zwischen den 60er und 70er Jahren gab es eine Landflucht von mehr als 6 Millionen Menschen, die in Industrie- und Tourismusgebiete (Mittelmeerküste) oder nach Europa migrierten.
  • Innerhalb eines Jahrzehnts entwickelte sich Spanien zu einem Land mit einer wachsenden urbanen Mittelschicht, in dem neue Moden und ausländische Werte die moderne Gesellschaft prägten.

Die vier externen Wachstumsfaktoren

  1. US-Hilfe für Technik und Wirtschaft.
  2. Die boomende europäische Wirtschaft, die die Ankunft von Kapital sowie den Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Konsumgütern begünstigte.
  3. Migration nach Europa, die einen großen Zustrom von Geld (Rücküberweisungen) ermöglichte.
  4. Die spektakuläre Entwicklung des Tourismus an den europäischen Küsten (insbesondere der Mittelmeerküste).

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