Spanischer Unabhängigkeitskrieg, Verfassung 1812 und Restauration (1808–1876)
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Der Unabhängigkeitskrieg
Der spanische Unabhängigkeitskrieg
Der spanische König Karl IV. geriet infolge der Französischen Revolution und der europäischen Konflikte in eine schwierige Lage. Spanien trat in den Krieg mit Frankreich, erlitt Niederlagen und näherte sich zunehmend Frankreich an. 1807 unterzeichneten Spanien und Frankreich den Vertrag von Fontainebleau, der eine gemeinsame Aktion gegen Portugal vorsah. Französische Truppen marschierten daraufhin durch Spanien, besetzten mehrere Städte und lösten die Meuterei von Aranjuez (1808) aus. Napoleon I. nutzte die dynastischen Probleme der spanischen Königsfamilie, führte die königlichen Vertreter nach Bayonne und setzte schließlich seinen Bruder Joseph Bonaparte als König von Spanien ein. Diese Ereignisse führten zum Ausbruch des spanischen Unabhängigkeitskriegs (Peninsularkrieg).
Die Verfassung von 1812
Die Verfassung von Cádiz (1812)
Der Krieg hatte weitreichende politische Folgen. Das Fehlen zentraler Autorität in Spanien hinterließ ein Machtvakuum, und lokale Juntas bildeten sich, um den Widerstand gegen die französische Besatzung zu organisieren. Zur Koordination beriefen die Juntas die Cortes von Cádiz ein. In Cádiz formulierten die Cortes 1812 die Verfassung von 1812 ("La Pepa"), die bereits beschlossene Reformen zusammenfasste und das Ende des alten Regimes einleitete.
Das Ende des Absolutismus
Das Ende des Absolutismus und die Dynastiekrise
Ferdinand VII. kehrte später an die Macht zurück. Spanien befand sich in einer tiefen Krise, verstärkt durch den Verlust großer Teile seines amerikanischen Imperiums. Viele Kräfte akzeptierten die konservative Restauration nicht, und die Thronfolge sorgte für weiteren Streit: Die Pragmatische Sanktion ermöglichte die Thronfolge seiner Tochter, doch Don Carlos erhob Anspruch auf den Thron. Nach dem Tod Ferdinands begann der Erste Karlistenkrieg, der etwa sieben Jahre dauerte und in Nordspanien mit der Niederlage der Carlisten sowie dem Abkommen von Vergara (Abrazo de Vergara) endete.
Der Triumph des Liberalismus
Regentschaft und liberale Reformen
Die erste Regentin war Maria Christina, Mutter von Isabel II. Während ihrer Regentschaft, die von den Auseinandersetzungen des Karlistenkriegs geprägt war, verbündete sie sich mit liberalen Kräften. Die Liberalen zerfielen in zwei große Gruppen: die Moderados (Gemäßigte) und die Progresistas (Progressisten). In den folgenden Jahren unternahm der Minister Mendizábal Maßnahmen zur Abschaffung alter Feudal- und Kirchenprivilegien (Desamortización) und leitete wirtschaftliche sowie institutionelle Reformen ein, die das Ende des alten Regimes vorantrieben.
Ende der Herrschaft von Isabel II.
Unruhen und Regierungsunbeliebtheit
In dieser Zeit kam es zu Unruhen im Land und in den Städten, verursacht durch wirtschaftliche Probleme und soziale Spannungen. Die Progressisten kritisierten die autoritäre Regierungsweise und forderten Reformen. Die Unzufriedenheit mit der Königin wuchs; Isabel II. wurde zunehmend unpopulär, und ihr persönliches Leben wurde oft als skandalös dargestellt.
Restauration der Bourbonen
Die Restauration und die Verfassung von 1876
Nach der Restauration der Bourbonen (1874) begann eine Phase relativer politischer Stabilität. Gemäßigte und progressive Kräfte zeigten sich teilweise zufrieden mit der neuen Ordnung. General Alfons XII., Sohn von Isabel II., leitete die Restauration der konstitutionellen Monarchie ein. Die Verfassung von 1876 hatte einen versöhnlichen Charakter und bildete die Grundlage für eine stabilere Regierungsform.
Die Pazifische Zeit: Turno Pacífico
Wechsel der Regierungen
In der sogenannten Pazifischen Zeit („Turno Pacífico“) wechselten sich zwei große Parteien ab: die Konservativen und die Liberalen. Dieses System zielte auf politische Stabilität durch geordneten Machtwechsel ab.
Opposition
Politische Opposition und soziale Bewegungen
- Anarchismus: Der Anarchismus entstand verstärkt nach der Revolution von 1868 und war besonders in Regionen wie Katalonien und Andalusien verbreitet.
- Sozialismus: Die sozialistische Bewegung formierte sich unter Führung von Persönlichkeiten wie Pablo Iglesias, der die Arbeiterbewegung organisierte und die politische Vertretung der Arbeiterklasse vorantrieb.